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Segeberg Großalarm bei den Segeberger Kliniken
Lokales Segeberg Großalarm bei den Segeberger Kliniken
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11:47 07.02.2017
Insgesamt 66 Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden zur Klinik beordert. Quelle: Fotos: Petra Dreu

Schreck zur Mittagsstunde: Gegen 12.42 Uhr lösten die Melder in der Herzklinik der Segeberger Kliniken Alarm aus, nachdem ein 11-Kilovolt-Mittelspannungs-Generator im hinteren Bereich des Gebäudes in Brand geraten war. Die Rauchentwicklung war groß, als Bad Segebergs Wehrführer Mark Zielinski als erster an der Klinik eintraf. Zunächst machten Gerüchte um eine mögliche Explosion des Generators und einen Gasaustritt die Runde. In einem hochsensiblen Bereich wie der Klinik wäre so etwas ein Gau. Mit Sirene und Pieperalarm wurden deshalb auch die Feuerwehr aus Wahlstedt und die Werks-Feuerwehr von Möbel Kraft alarmiert.

Ein Stromgenerator für die OP-Säle brannte – Angst vor Explosion – Mehrere Gebäudeteile evakuiert.

Die Polizei sperrte sofort die Zugangsstraße zur Herzklinik ab, und auch der Rettungsdienst hatte sich unter dem Kommando des Organisationsleiters Marko Will in Position gebracht. 25 Einsatzkräfte waren nach der Alarmierung der Schnelleinsatzgruppe vor Ort. Zusätzlich waren vier Rettungsfahrzeuge, ein Notarzt-Wagen und der leitende Notarzt zum Einsatzort geeilt, um für den schlimmsten Fall vorbereitet zu sein: eine Evakuierung der Klinik.

Dazu jedoch kam es zum Glück nicht. Die Sorge vor einer Explosion erwies sich als unbegründet. Wegen der unmittelbaren Nähe zu einem 2200-Liter-Sauerstofftank wurden allerdings Mitarbeiter und Patienten in direkter Nachbarschaft zum verschmorten Generator aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. Betroffen waren die Verwaltung, das Labor, der Speisesaal und ein Fitnessraum. Auch für die Operationssäle hatte das Feuer Konsequenzen, denn sie wurden durch den verschmorten Generator mit Strom versorgt.

Das Feuer hatten Zielinski und seine Einsatzkräfte aber schnell Griff. „Wir haben dann noch mit der Wärmebildkamera alles kontrolliert, aber erhöhte Temperaturen oder eine weitere Rauchentwicklung waren nirgendwo zu entdecken“, sagte der Wehrführer. Um 13.25 Uhr konnten die 66 beteiligten Einsatzkräfte der Feuerwehr wieder abrücken.

Viele Besucher, aber auch Patienten und Mitarbeiter waren zunächst davon ausgegangen, dass es sich bei dem Einsatz nur um eine Übung gehandelt hatte. Derzeit sind in der Herzklinik rund 200 Patienten untergebracht. Zum Zeitpunkt des Schmorbrandes sollen sich in Klinik und Verwaltung rund 600 Mitarbeiter befunden haben, teilte Kliniksprecher Robert Quentin mit. Quentin zeigte sich erleichtert über den glimpflichen Ausgang und vor allem, dass kein Mensch zu Schaden kam. Allerdings musste der Betrieb in den Operationssälen für gut drei Stunden unterbrochen werden. Der Rettungsdienst wurde darüber informiert, dass kardiologische Notfälle, die eine Operation erforderten, zunächst nicht in Bad Segeberg eingeliefert werden konnten.

Der Engpass dauerte nicht lang. Schnell hatten die Techniker eine Lösung gefunden und konnten die Energieversorgung wieder herstellen. Dafür mussten sich aber einige Patienten und Mitarbeiter einschränken. „Der ein oder andere Fernseher wird heute ausbleiben müssen, denn die Patientenversorgung hat natürlich Vorrang“, sagte Robert Quentin.

Ersatz für den verschmorten Generator, der zuvor für die Sicherheitsversorgung der Klinik mit Operationssälen und Fahrstuhl zuständig war, wurde schnell gefunden und vom Sauerland aus auf den Weg nach Bad Segeberg geschickt. Sprecher Quentin: „Er wird ab 22 Uhr hier erwartet und sofort eingebaut.“  

Chemikalien ausgetreten

Es war der zweite Feuerwehreinsatz an den Segeberger Kliniken in diesem Monat: Bereits am 3. August war Gefahrstoffalarm gegeben worden, nachdem in der Wäscherei des Klinikums Chemikalien ausgetreten waren. Wie sich später herausstellte, hatte es sich aber nur um verhältnismäßig harmlose Reinigungsmittel gehandelt, Menschen kamen nicht zu Schaden. Dennoch rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an. Sie konnte sich aber darauf beschränken, das Gebäude zu lüften.

 Petra Dreu

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