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Große Gegensätze und scharfes Essen

Trappenkamp Große Gegensätze und scharfes Essen

Trappenkamper Schüler aus dem Kurs „System Erde“ sind von ihrem Austausch aus Indien zurückgekehrt.

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Das Indische Klassenzimmer: zwölf Tage waren zehn Schüler und ihre Lehrerinnen Sylke Hlawatsch und Kirsten Düßler in Haiderabad und haben sich mit der Wasserversorgung in beiden Ländern beschäftigt.

Trappenkamp. „Das sind Erfahrungen, die mir keiner mehr nehmen kann“, sagt Iven Binder (15) und erzählt von den vielen Eindrücken, die er in der indischen Stadt Hyderabad gesammelt hat. Die liebevolle Aufnahme in der Großfamilie und deren Hilfsbereitschaft, die tollen Freizeitangebote. Jeden Tag hat er etwas anderes erlebt, das scharfe Essen, doch auch die großen Gegensätze in dem Land, wie etwa die glänzenden Fußböden in Einkaufszentren und in zehn Minuten Entfernung größte Armut in den Slums, werden dem Schüler der Trappenkamper Richard-Hallmann-Schule in Erinnerung bleiben.

Zehn Schüler der Wahlpflichtkurse „System Erde“ und „Gesundheit“ haben an dem Schüleraustausch teilgenommen. Er ist Teil des Deutsch-Indischen-Klassenzimmers, das die Richard-Hallmann-Schule seit einem Jahr mit der Nasr Boys School in Hyderabad unterhält. Das Projekt wird von der Robert-Bosch-Stiftung, dem Goethe-Institut und dem Verein AFS Interkulturelle Begegnungen gefördert. So liegt der Schwerpunkt des Austausches auch auf interkulturellem Forschen und Lernen. Thema des ersten Klassenzimmers ist das Wasser gewesen. „Die 20 Schüler haben in Vierer-Gruppen die Ergebnisse auf Plakate zusammengetragen und in englisch referiert, das war aufregend für unsere Schüler“, so Geografielehrerin Sylke Hlawatsch.

Im Herbst waren die indischen Schüler zu Gast in Trappenkamp und haben sich Klär- und Wasserwerk angeschaut. Sie waren erstaunt, dass in Deutschland Grundwasser getrunken wird, das wäre in Hyderabad nicht möglich. Nun wissen die zehn Trappenkamper auch warum. „Es hat seit drei Jahren nicht geregnet, Seen sind eingetrocknet, Flüsse stinken“, erklärt Iven. Trinkwasser wird in Flaschen gekauft, ein halber Liter kostet umgerechnet zehn Cent. „Für uns ist das billig, doch für die Armen zu teuer“, sagt Iven. Auch das Klärwerk haben sich die 15- bis 17-Jährigen angeschaut. „Die Technik ist wie bei uns, nur alles um Dimensionen größer“, sagt Iven. „Der Klärteich, in den Sauerstoff eingeblasen wird, hat die Größe von Tarbek — das ist schon beeindruckend“, sagt der Tarbeker Tjorben Jens.

39 Millionen Liter Abwasser reinigt die Anlage in Hyderabad täglich, das Klärwerk in Bornhöved hat es mit einer Wassermenge von etwa 575000 Litern pro Tag zu tun. „Nach den unterschiedlichen Reinigungsstufen wird Chlor dem Wasser beigemischt, dann kommt es in Tanklaster, die zu den Häusern fahren“, erklärt Iven und seine Lehrerin Kirsten Düßler fügt hinzu, dass die Nasr Boys School täglich 25000 Liter Wasser bekommt, damit die 1000 Schüler auf die Toilette gehen können. „Wir waren drei Mädchen und durften die Toilette des Schulleiters nutzen“, erzählt Josefine Lüthje. „Es war ungewohnt, die einzigen Mädchen in der Jungenschule zu sein, wir wurden von allen angestarrt, aber eher neugierig“, berichten Lea Kannenberg und Mira Frenz. Wohlgefühlt haben sich die drei aber sehr. „Es war eine super Erfahrung, eine andere Kultur kennenzulernen“, sagt Lea und Josefine fügt hinzu, dass sie die Chance genutzt habe, denn wann wäre sie jemals so einfach nach Indien gekommen?

Der kommende Austausch ist bereits in Planung, dann soll es um die Themen Landwirtschaft und Ernährung gehen.

„Der Klärteich, in den Sauerstoff eingeblasen wird, hat die Größe von Tarbek — das ist schon beeindruckend.“
Schüler Tjorben Jens aus Tarbek

S. Domann

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