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Große Mehrheit gegen Einzelhandel im Levo-Park

Bad Segeberg Große Mehrheit gegen Einzelhandel im Levo-Park

Zweckverband lässt geplanten Flächennutzungsplan platzen — Investor Wachholtz will allerdings weiterkämpfen — Innenstadt-Geschäftsleute jubeln — Hintertürchen bleibt.

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Mit Spannung war diese Abstimmung gestern Abend über den Flächennutzungsplan erwartet worden: Den Plänen des Investors Ulf Wachholtz wurde von den Kommunalpolitikern eine deutliche Abfuhr erteilt. Damit ist die Zukunft des ehemaligen Kasernengeländes völlig offen.

Quelle: Fotos: Glombik

Bad Segeberg. Es war die erwartete Bauchlandung für den Investor. Mit 14 Nein- und nur sieben Ja-Stimmen hat die Versammlung des Zweckverbandes Mittelzentrum gestern Abend den geplanten Flächennutzungsplan zum Levo- Park, der großflächigen Einzelhandel auf dem früheren Kasernengelände ermöglichen sollte, gekippt.

Stattdessen fand ein von der Wählergemeinschaft BBS und den Grünen eingebrachter Änderungsantrag eine Mehrheit. Demnach sollen die als gemeinschaftliche Bauflächen und Wohngebiete im Entwurf der Flächennutzungsplanänderung vorgesehenen Flächen als reine Gewerbeflächen festgesetzt werden. Und es gibt ein Hintertürchen für Einzelhandel: In Einzelfallentscheidungen könnten dort vorhabenbezogene Änderungsverfahren eingeleitet werden, so der Vorschlag. Die Verwaltung wird beauftragt auf dieser Basis Gespräch mit dem Eigentümer zu führen und hier ein neues Verfahren anzustoßen.

So ein Vorgehen sei viel zu zeitraubend für Interessenten, stellte Investor Ulf Wachholtz nach der Sitzung fest. Er möchte mit dem Beschluss aber „konstruktiv umgehen“. Er werde nicht aufgeben.

„Jetzt muss ein neuer Beschluss her, hier wurden Flächennutzungsplan und Bebauungsplan nicht sauber getrennt.“ Wenn er die Ärztekammer nicht im Levo-Park aufgenommen hätte, wäre diese nach Neumünster gegangen. Dankbarkeit werde nicht gezeigt, so Wachholtz.

„Das ist ein positives Signal für die Innenstadt Bad Segebergs“, zeigte sich dagegen Einzelhändler Michael Hänchen sehr erfreut über das Abstimmungsergebnis. Und Reinhard Schweim ergänzte: „Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass unsere Innenstadt attraktiv bleibt.“

In der sachlich geführten Debatte hatten Schackendorf und Wahlstedt gleich signalisiert, gegen den Flächennutzungsplan zu stimmen. Städteplanungs-Professor Gerhard Steinebach hatte die Abwägung zu den einzelnen Stellungnahmen vorgestellt. Gerade von Fahrenkruger Seite wurde gebeten, den Levo- Park nicht fallen zu lassen. Carsten Doose: „Wenn sich dort nichts mehr tut, ist das für Fahrenkrug sehr schädlich.“ Der Bad Segeberger Stadtvertreter Joachim Wilken-Kebeck (SPD) sprach sich klar für das Levo-Park-Konzept aus. Wenn Bad Segeberg im folgenden Bauleitverfahren erst die Planungshoheit habe, werde man alles tun, damit auch Wahlstedt und die anderen Gemeinden mit dem Ergebnis zufrieden seien. Doch für Jürgen Göttsch aus Schackendorf war die ganze Planung nicht schlüssig. „Ich habe damit arge Bauchschmerzen.“ Auch Heinrich Westphal aus Wahlstedt stellte klar, dass er immer für ein Gewerbegebiet im Levo-Park gewesen sei. „Doch plötzlich wurden aus 800 Quadratmeter Einzelhandel 15 000. Mit dieser Größenordnung können wir nicht leben. Wenn unser Lebensmitteleinzelhandel kaputt gemacht wird, dann haben wir ein großes Problem in der Innenstadt.“

Die Firmenvertreter im Levo- Park, mit befristeten Nutzungsverträgen, schauten nach der Versammlung ratlos drein. Sie wissen nicht, wie es mit ihnen weiter geht.

Wolfgang Glombik

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