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Segeberg Große Schau der alten Handwerkskünste
Lokales Segeberg Große Schau der alten Handwerkskünste
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20:45 11.10.2016
Maike Hansen gerbt Fischhaut und verarbeitet das Leder zu Taschen und Accessoires.

Schnitzen, Drechseln, Schmieden sind nur einige alte Handwerkskünste, die Kinder kaum noch zu sehen bekommen. So nutzten viele Familien am Wochenende die Gelegenheit, sich im Wildpark Eekholt handwerkliche Arbeiten und Techniken anzuschauen. Da gab es Produkte aus Wolle, gefilzt oder gestrickt, ebenso zu sehen wie Accessoires aus gegerbter Fischhaut. Das brachte Bent aus Schieren auf eine Idee. Sein Freund angele, da könne er viele Knorpel aus Fischgräten bekommen, um daraus eine Kette für die Mama zu machen.

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Kinder bastelten im Wildpark Knorpel-Ketten und Lindenholz-Stifte.

Speerspitzen, geschmiedete Wikingermesser und angespitzte Lindenäste waren die Renner bei den Kindern. So zeigte Schmied Barney zum Beispiel, wie man ein Messer schmiedet. „Kinder haben keine Möglichkeit mit Feuer zu arbeiten, ich gehe in Kindergärten und Schulen“, erklärte der Maschinenbauschlosser. Die elfjährige Angelina bediente gerade den Blasebalg mit Doppelkammer, mit dem sie das Feuer auf die richtige Temperatur von etwa 1300 Grad brachte. Im Feuer lag das Vierkanteisen, das sie in den nächsten Schritten auf dem Amboss in ein Wikingermesser verwandeln wollte.

Flammen gab es auch bei Dag Wixforth zu sehen. Er stellte Zeichenkohle aus Lindenholz her. Außerdem hatte er Schnitz- und Wippdrehbänke dabei, an denen Kinder Drechseln und Schnitzen konnten. „Ich mache aus dem Stück Holz einen Stift ohne Mine“, sagte Michelle. Geduldig schabte sie mit einem Messer Faser um Faser ab. „Ich mache das bestimmt schon 45 Minuten!“

Der Grünholzverarbeitung hat sich Wixforth verschrieben, der sich die alten Handwerkstechniken selbst beigebracht hat. „Das ist nur ein kleiner Teil der Bücher, die ich gelesen habe“, sagte er und zeigte auf den Bücherhaufen. Stolz war er auf einen Stuhl aus frischem Eschenholz, den hat er vor kurzem in England bei einem der Buchautoren gefertigt. „Ganz ohne Leim, Dübel oder Keile. Die Teile sind nur ineinander gesteckt.“ Messer, Schalen, Löffel, Birkenrinde und ein Gebräu in Flaschen hatte Wixforth außerdem dabei. Die Flüssigkeit ist Birkenwein. Im Frühling, zwei bis drei Wochen bevor die Knospen aufspringen, zapft er seine Birken an. Bis zu 20 Liter Saft liefere ein Baum. Den fängt er auf, kocht ihn mit Zucker auf und fügt Zitronenscheiben hinzu. „Getrunken wird er im Juni, dann ist er spritzig wie Federweißer.“ Gut zu gebrauchen sei auch der Kienspan, kleine dünne Streifen aus harzreichem Holz. Damit lässt sich hervorragend das Kaminfeuer anzünden, ebenso der Grill“, so Wixforth.

sd

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