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Segeberg Großer Brunnenwasser-Check für Segebergs Gartenbesitzer
Lokales Segeberg Großer Brunnenwasser-Check für Segebergs Gartenbesitzer
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21:14 09.08.2016
Wasser aus dem Gartenbrunnen: Physiker Harald Gülzow kommt mit dem Labormobil des VSR-Gewässerschutzes nach Bad Segeberg.

Wie schadstoffbelastet ist das Wasser aus den Gartenbrunnen in und um Bad Segeberg? Dieser Frage wollen Umweltschützer in der kommenden Woche auf den Grund gehen und machen mit ihrem Labormobil in der Kreisstadt Station. Einerseits um die Verbraucher zu informieren, wofür ihr selbstgefördertes Wasser geeignet ist, andererseits um ihre Nitratkarte zu vervollständigen. „Schleswig-Holstein ist für uns ein noch nahezu weißer Fleck“, sagt Diplom-Physiker Harald Gülzow vom „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse e.V.“

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Wasser marsch, aber aus dem eigenen Brunnen. Das spart Gartenbesitzern vor allem mit großen Grundstücken Geld, denn sie brauchen zum Gießen kein Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz zu verwenden.

(VSR-Gewässerschutz), der das nun ändern will.

Wasser ist ein wichtiger Rohstoff, der gerade im Sommer verstärkt für viele Zwecke eingesetzt wird: Zum Gießen der Blumenrabatten und Gemüsebeete, zum Befüllen eines Planschbeckens, für den Teich, die Gartenbrause für die schnelle Erfrischung oder auch als Tränkenwasser für Tiere. So mancher Grundstücksbesitzer in der Region kann dabei auf einen eigenen Brunnen zurückgreifen. Das spart teures Trinkwasser und, wenn kein Außenzähler vorhanden ist, noch teurere Abwassergebühren. Die fallen für Gartenbewässerung aus dem Wasserwerk auch nicht an, wenn eben jene Außenzähler dokumentieren, dass die Kanalisation nicht belastet wurde.

Gut zu wissen also, wie gut oder schlecht die Qualität unseres Grundwasser eigentlich ist. Vor allem wenn drumherum intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen liegen, auf denen Gülle ausgebracht, für einen guten Ertrag gedüngt wird und Schädlinge bekämpft werden. Denn Nitrate und Pestizide können das Grundwasser stark belasten.

Trinkwasser für die öffentliche Versorgung, etwa vom Werk in Wahlstedt, oder aus Brunnen kleinen Genossenschaften wie in Todesfelde oder Kükels wird streng kontrolliert. Gefördert wird das Wasser aus tiefen Bodenschichten. „In Bebensee sind es etwa 120 Meter, in Quaal 78 Meter, in Todesfelde 90 Meter, das variiert sehr“, erklärt Brunnenbauer Hauke Hinrichs aus Fahrenkrug. Genehmigungsfreie Gartenbrunnen dagegen (bis zehn Meter Tiefe) müssen zwar bei der unteren Wasserbehörde angezeigt werden, so schreibt es das Landeswassergesetz vor. Das von ihnen geförderte Wasser wird jedoch nicht regelmäßig geprüft, da es ausschließlich als Brauchwasser genutzt werden soll.

Nun will der Verein, der sich in den 1980er Jahren aus Bürgerinitiativen heraus gegründet hat, anhand von Gartenbrunnen-Proben herausfinden, wie es um die Grundwasserqualität im Segebergischen bestellt ist. Auch um die vereinseigene Karte, auf der Nitrat-Belastungen dokumentiert sind, um den Norden weiter zu vervollständigen. Messungen wie die, die nun folgen sollen, haben ergeben, dass beispielsweise in Regionen Mitteldeutschlands die Hälfte der geprüften Brunnenproben den von der EU angepeilten Wert von maximal 50 Milligramm Nitrat pro Liter überschreiten, prangert der Verein an.

Nach Bad Segeberg geht die Labormobil-Tour weiter nach Rendsburg, Neumünster und Ahrensburg. Bestreben der Umweltschützer sei es dabei, die Öffentlichkeit einzubeziehen, denn man habe das gleiche Ziel: möglichst unbelastetes Grundwasser. Gülzow: „Viele Maisfelder können das Wasser belasten, müssen es aber nicht. Es gibt Böden mit gutem Nitratabbau. Ob solche Bedingungen hier gegeben sind, werden wir dann sehen.“

Das Labormobil kommt

Der VSR-Gewässerschutz steht am Dienstag, 16. August, zwischen 9 und 17 Uhr mit seinem Labormobil auf dem Marktplatz in Bad Segeberg. Gegen eine Kostenbeteiligung von zwölf Euro kann jeder sein Brunnenwasser dort auf Nitrat-, Säure- und Salzgehalt testen lassen. Für ein gutes Ergebnis sollte die Wasserprobe in einer mehrfach mit dem Brunnenwasser gut ausgespülten Mineralwasserflasche vorbeigebracht werden. Das Ergebnis gibt es noch am selben Tag. Die Umweltschützer des Vereins bewerteten die Daten und geben Tipps, wofür das Wasser geeignet ist und wofür nicht. Weitere Informationen sowie die Nitratkarte des Vereins gibt es im Internet unter www.VSR-Gewässerschutz.de. hil

Heike Hiltrop

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