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Segeberg Großes Hallo bei den „Jungmannen“ von einst
Lokales Segeberg Großes Hallo bei den „Jungmannen“ von einst
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21:19 14.11.2017
Aufstellung wie 1967, es fehlen nur die weißen Trikots. Hinten stehen von links nach rechts: Michael Iwanschitz, Gerd Hildebrandt, Rolf Lütjohann, Dieter Hildebrandt und Klaus Henning; Wolfgang Lippke, Hans-Georg Leckert, Dieter Gerke, Burkhard Grütt (Mitte v. l.) Wolfgang Brandt und Achim Müller (vorne v. l.). Quelle: Foto: Heike Hiltrop
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Wahlstedt

„Hacker-Henning haben wir zu Dir gesagt. Du warst ein Flankengott – wenn du Lust dazu hattest.“ Klaus Henning, mit 67 Jahren ein Herr im besten Alter, schlank, hohe Stirn, randlose Brille, grinst breit. Die Mannschaftskollegen von einst meinen ihn, den Handelsschullehrer im Ruhestand. Er und die anderen 15 Männer sind gerade mitten in einer von diesen Weißt-du-noch-Geschichten. Wiedersehen nach 50 Jahren. Das birgt jede Menge Gesprächsstoff, auch bei den einstigen „Jungmannen“ (heute A-Jugend), von denen sich elf aus der Runde 1967 den Kreismeister-Titel mit einem 1:0 gegen Nahe erkämpften. Damit hätten sie Wahlstedter Fußballgeschichte geschrieben, schwärmt noch heute so manch alteingesessener Fan.

Die LN von 1967: Die Wahlstedter „Jungmannen“ waren nach einem Sieg gegen Nahe (1:0) gerade Kreismeister geworden.

Das blasse Mannschaftsfoto, aufgenommen von einem LN-Reporter, zeigt die damals jungen Männer im April 1967. „Den Heidelikör von der Meisterschaftsfeier schmeck’ ich heute noch“, sagt einer in der Runde. Alles lacht. Eine Profifußballer-Karriere liegt hinter niemandem, obwohl so mancher die Chance dazu gehabt hätte. Gerd Hildebrandt etwa, der als 17-Jähriger Angebote von großen Vereinen aus dem ganzen Norden bekommen hatte. Er lief die 100 Meter unter elf Sekunden – geworden ist er aber Steuerberater.

„Wir haben sogar in der Landesauswahl gespielt“, ergänzt Michael Iwanschitz, der ehemalige Immobilienunternehmer, dessen Lebensmittelpunkt heute Südfrankreich ist. „Wir waren alle Super-Einzelspieler, die auch klasse als Team funktioniert haben“, wirft Rolf „Rolli“ Lütjohann ein. Der Abend, den Burkhard Grütt – ein IT-Spezialist, der beruflich in Europa und den USA unterwegs war – auf die Beine gestellt hat, läuft. „Nee, alle habe ich nicht wiedererkannt“, räumt Wolfgang Lippke ein, um sich dann wieder den anderen zuzuwenden: „Mensch, ist das schön! 1967 war auch Abitur, ist auch 50 Jahre her. Hätte ich auch dran denken können, etwas zu organisieren, schade.“

Aus den Jugendlichen sind Ehemänner, Väter, Großväter geworden, Hausmeister, Ingenieure, Kaufleute – eben etwas „Bodenständiges“. Manche haben sich Jahre nicht gesehen, andere hatten immer mal Kontakt zueinander, andere pflegten Freundschaften. Deutlich spürbar bei diesem Wiedersehen: der Teamgeist von einst.

 Von Heike Hiltrop

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