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Segeberg Gutmütigkeit zweier Seniorinnen ausgenutzt
Lokales Segeberg Gutmütigkeit zweier Seniorinnen ausgenutzt
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23:06 22.01.2016
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Norderstedt

Die Hauptverhandlung gegen die 35-jährige Elena K. (Name geändert) aus Norderstedt vor dem Norderstedter Amtsgericht musste am ersten von zwei angesetzten Verhandlungstagen verschoben werden, da die Angeklagte nicht erschien.

Elena K. soll sich im Jahre 2014 das Vertrauen von zwei älteren Frauen aus ihrer Nachbarschaft erschlichen haben. Laut Anklage soll sie im April 2014, als sie hochschwanger war, eine 92-jährige Frau um die Benutzung ihrer Toilette gebeten haben und in einem unbeobachteten Moment 90 Euro entwendet haben. Im Laufe des Jahres soll die Angeklagte einer 87-jährigen Frau, die sie in einer Spielgruppe kennengelernt und öfter besucht hatte, die EC-Karte gestohlen und dann nach und nach insgesamt etwa 4000 Euro vom Konto der Seniorin abgehoben und für sich behalten haben.

Nachdem im Hauptverhandlungstermin eine polizeiliche Vorführung der Angeklagten gescheitert war, beschloss Richterin Dagmar Goraj, zumindest die beiden betagten Diebstahlsopfer als Zeugen zu vernehmen, um ihnen ein erneutes Erscheinen vor Gericht zu ersparen.

Die inzwischen 94-jährige Erika Q. erzählte vor Gericht sehr lebhaft und geistig präsent davon, wie sie die Angeklagte im Treppenhaus des von ihr in Norderstedt bewohnten Hochhauses traf. Die damals schwangere Frau habe sie darum gebeten, ihre Toilette benutzen zu dürfen. Die Frau habe ihr leid getan. Die Zeugin berichtete, dass sie gerade vom Einkaufen zurückgekehrt und mit dem Auspacken beschäftigt gewesen sei. Die Angeklagte habe sie um eine Schnitte Brot gebeten, da sie den frisch gekauften Käse nach eigenen Angaben so lecker gefunden habe. Die junge Frau sei sehr neugierig durch die Zimmer gegangen und habe gefragt, wer das auf den dortigen Fotos sei. Das sei ihr zu viel geworden, so dass sie die Frau gebeten habe zu gehen, so die Zeugin, die anschließend entsetzt feststellte, dass ihr Portemonnaie mit 90 Euro fehlte.

Das zweite Opfer, die damals 87-jährige Eleonore B., schätzte nach eigenen Angaben die warmherzige Art der Angeklagten. Sie sei die einzige gewesen, die sie besucht habe, als ihr Ehemann schwerkrank gewesen sei, erzählte die Zeugin. So verzieh die Seniorin der Angeklagten mehrmals, dass nach deren Besuch Geldscheine fehlten. Darauf angesprochen, habe sich die Angeklagte beschämt und reumütig gezeigt, so die Zeugin weiter.

Nicht einmal das Abheben der nahezu 4000 Euro mittels der EC-Karte von B. brachte diese zur Anzeige. Erst der Diebstahl ihres Portemonnaies samt Ausweis und Krankenkassenkarte sowie 60 Euro Bargeld brachte für Eleonore B. das Fass zum Überlaufen. Sie zeigte die Angeklagte an und sagte jetzt: „Ich ärgere mich über meine eigene Blödheit.“

Nach Darstellung der Zeugin war Elena K. aufgrund einer Spielsucht verschuldet. Die Mutter dreier Kinder verlor deshalb ihre Wohnung. Der Aufenthaltsort der Angeklagten wurde inzwischen ermittelt und gegen sie ein Haftbefehl erlassen. Die Hauptverhandlung wird daher voraussichtlich am 26. Januar stattfinden können. mka

LN

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