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Gymnasium wird zur Baustelle

Bad Segeberg Gymnasium wird zur Baustelle

Auf die 824 Schüler und die Lehrkräfte am Städtischen Gymnasium kommt einiges zu. Nach Jahren reger Bautätigkeiten mit Erweiterungsbauten und Sanierungen geht es jetzt bautechnisch ins Finale. Anfang 2018 werden dafür sechs bis acht Klassen in Containern ausquartiert.

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Die alte Waschbetonfassade am Städtischen Gymnasium soll aufwändig und laut nach der „Sandwich“-Methode saniert werden.

Quelle: Foto: Glombik

Bad Segeberg. Der Schulleiter des Gymnasiums, Frank Ulrich Bähr, hat reichlich Baustellenerfahrung, ist diesbezüglich gestählt. Komplexe Bauvorhaben kann er ohne Stocken fachlich versiert erläutern. Nichts kann ihn nach 15-jähriger Schulbau-Erfahrung mehr erschüttern. Krisen sind zu bewältigen. So wird gerade der jüngst entdeckte, schleichende Wasserschaden an der Mehrzweckhalle aufwändig saniert (die LN berichteten).

Der Schwingboden der Halle wird komplett ausgebaut und erneuert. Die Arbeiten dafür werden nach Einschätzung von Bähr und seinem Hausmeister bis ins Frühjahr andauern. Übergangsweise werden Ersatzhallenzeiten an anderen Schulen gesucht, was logistisch für den Schulträger ein Riesenaufwand ist. Ein Teil der Schüler soll nun auch bei der nahen Einrichtung „Sportspool“ in der Hamburger Straße für den Unterricht unterkommen. Auch sei geplant, Sportunterricht in Klassenzimmern durchzuführen.

Demnächst wird vielleicht auch in Containern geturnt. Denn nicht nur beim Sportunterricht ist es dramatisch, jetzt kommt noch hinzu, das wegen der energetischen Fassadensanierung an den Waschbetonfassaden des Altbaus der Schule zu Beginn kommenden Jahres mindesten sechs Klassen über Monate ausquartiert werden müssen. Die Stadt überlegt jetzt gar, auf dem Parkplatz vor der Schule eine Art Container-Schule aufzubauen.

Das kostet. So empfahl kürzlich der Bad Segeberger Bauausschuss, 220 000 Euro mehr aus dem Stadtsäckel für das nun insgesamt 1,2 Millionen Euro teure Sanierungsvorhaben auszugeben.

Ausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS): „Es müssen Schulcontainer für mindesten sechs Klassen angemietet werden, das allein schlägt mit rund 150000 Euro zu Buche.“ Drei Module mit je 126 Quadratmetern sind vorgesehen. Bähr rechnet eher mit mehr.

Die Sanierung wird aufwändiger als gedacht: Geplant sei eine statische Verankerung der vorhandenen „Sandwich-Elemente“ sowie eine Dämmung mit Fassadenplatten inklusive Unterkonstruktion, heißt es von der Stadt. Die „Sandwich-Sanierung“ ist nicht nur teurer als gedacht, sie wird durch die Bohrarbeiten für Verankerungen auch extrem laut. „Das Schulgebäude wird zu einem einzigen Resonanzkörper, die Schwingungen werden im ganzen Körper zu spüren sein“, erklärt Bähr. Er schätzt, dass von den 40 Räumen der Schule nur etwa 18 von den Bauarbeiten nicht betroffen sein werden. Auf einer derartigen Baustelle sei kein Unterrichten mehr möglich.

Jetzt gehe es darum, im Frühjahr die Container so aufzustellen, dass wenigstens hier normales Unterrichten ohne Lärmbelästigung möglich sei. Bähr hat vorab dafür plädiert, die lautstarken Bohrarbeiten nur während der Oster- und Sommerferien vorzunehmen. Das sei aber wohl nicht möglich. „Die Schüler müssen umquartiert werden.“

Nötig sind die energetischen Sanierungsarbeiten – für die das Land immerhin 45 Prozent der Kosten beisteuert – allemal. Manche Räume im Altbau seien so schlecht isoliert, dass sie nur schwer nutzbar seien, berichtete Bauamtleiterin Antje Langethal den Politikern. „Die Schule hat jetzt einiges zu wuppen.“ Als Bähr vor über 15 Jahren Rektor am Städtischen Gymnasium wurde, habe der damalige Bürgermeister Udo Fröhlich von anstehenden Sanierungsmaßnahmen und Erweiterungen gesprochen. Bähr: „Dieses Thema lässt mich auch jetzt nicht mehr los.“

 Von Wolfgang Glombik

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