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H5N8: Bad Segeberg ist Sperrgebiet

H5N8: Bad Segeberg ist Sperrgebiet

Seit Sonnabend ist der Ausbruch der Geflügelpest bei Wildvögeln im Kreis Segeberg amtlich. Die Kreisstadt ist Sperrbezirk und darüber hinaus weitere Gemeinden nahe des Großen Segeberger Sees.

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Am Wochenende wurde Bad Segeberg zum Sperrbezirk: Eine tote Reiherente vom Großen See war an dem Virus H5N8 verendet. FOTO: HILTROP

 Am Wochenende stellte das Friedrich-Löffler-Institut fest: Eine verendete Reiherente war mit dem hochaggressiven Erreger H5N8 infiziert.

Sperrbezirke

77 Betriebe mit knapp 3000 Stück Geflügel sind im Sperrbezirk um den Großen Segeberger See betroffen. Sechs weitere (32000 Stück Geflügel) sind es im Gemeindegebiet Stocksee. Im zehn Kilometer Radius des Beobachtungsgebiets sind 450 Betriebe mit 650000 Stück Geflügel betroffen. hil

Die Behörden drängen jetzt, die Auflagen einzuhalten. Insbesondere die Aufstallpflicht, die für Hobby-Geflügelzüchter ebenso gilt wie für gewerbliche Halter oder Leute, die nur ein Tier haben.

Derzeit kontrollieren Gerhard Pohl vom Ordnungsamt Bad Segeberg und seine Amtskollegen in der Region vor Ort. Wer sich nicht an die Stallpflicht hält, muss mit strengen Ordnungsstrafen rechnen, mahnt das Veterinäramt. Ein paar Tausend Euro stehen im Raum. Bis zu 30000 Euro können es werden.

Spät war man beispielsweise in der Anlage des Rassegeflügelzuchtvereins Wahlstedt dran. Hier hatte es Probleme mit einer Folie gegeben, die über eine Voliere gespannt werden sollte, um das Areal vor Wildvogelkot zu schützen. Der Versuch misslang, darum wurden dort gestern auch die Fasane eingestallt – die Stadt war informiert. Auf dem Geflügelhof Böttger bei Traventhal (Beobachtungsgebiet), geht man derzeit noch entspannt mit der Situation um. „Das hat keine großen Auswirkungen auf uns. Unser Geschäft ist Lebendgeflügel, und da bereiten wir uns sowieso gerade auf die Winterpause vor und haben abgebaut“, so Heike Böttger. Michael Prüß, der seit Jahren mit seinem Geflügelwagen den Wochenmarkt in Bad Segeberg anfährt, beobachtet die Entwicklung zwar mit Sorge, aber negative Auswirkungen gibt es bisher nicht: „Im Gegenteil. Ich hatte am Sonnabend das Gefühl, die Leute kaufen auf Vorrat für Weihnachten.“ Prüß darf sein Geflügel verkaufen, es stammt nicht aus einem Sperrbezirk. Auch beim Frühstücksei gibt es keine Einschränkungen.

Das Veterinäramt mahnt jedoch erneut an, dass Hunde und Katzen sowohl im Sperr- als auch im Beobachtungsgebiet nicht frei herumlaufen dürfen. „Wir gehen davon aus, dass die Hundehalter, deren Tiere mit Geflügel in Kontakt kommen können, so verantwortungsvoll sind, dass sie ihre Tiere nicht im Hundefreilauf von der Leine lassen“, sieht Erlebniswald-Leiter Stephan Mense derzeit keinen Grund aktiv zu werden.

Anders sieht es im Kindergarten St. Marien aus: „Die Sperrbezirk-Auflagen zwingen uns die sechs Hühner und den Hahn zu töten. Das Arbeiten mit Desinfektionsschleusen und Schutzanzügen können wir einfach nicht leisten“, so Kitaleiter Michael Modrow.

Entwarnung gibt es hingegen, was die tote Schnepfe in Trappenkamp, einen Sperber aus Bad Segeberg und einige andere Vögel angehen: Sie sind nicht an der Geflügelpest verendet, so der Kreis.

Der Sperrbezirk im Kreis Segeberg umfasst das Gebiet um einen infizierten Vogel im Radius von drei Kilometern: Bad Segeberg, Klein Rönnau, Groß Rönnau, Stipsdorf, Schieren, Rohlstorf, Krems II und das Gemeindegebiet von Stocksee.

Das Beobachtungsgebiet geht zehn Kilometer darüber hinaus: Wahlstedt, Trappenkamp, Bornhöved, Damsdorf, Schmalensee, Tarbek, Tensfeld, Bahrenhof, Blunk, Bühnsdorf, Dreggers, Fahrenkrug, Geschendorf, Glasau, Klein Gladebrügge, Negernbötel, Nehms, Neuengörs, Pronstorf, Schackendorf, Seedorf, Strukdorf, Travenhorst, Traventhal, Wakendorf I, Weede, Wensin, Westerrade.

 Heike Hiltrop

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