Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Habeck: Wirtschaft muss sich stärker beteiligen
Lokales Segeberg Habeck: Wirtschaft muss sich stärker beteiligen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:26 20.09.2013
Anzeige
Neumünster

Was wir essen, wie Nutztiere gefüttert werden und was Lebensmittelhersteller unters Volk bringen: Schleswig-Holsteins Landeslabor in Neumünster hat ein Auge darauf. Wie wichtig die Arbeit ist, zeigen die Ergebnisse aus 2012: Bei der Untersuchung von 6054 Lebensmittelproben im Bereich Fleisch-, Fisch-, Milch- und Feinkostprodukte sowie Backwaren und Rohkostsalate, aber auch Kosmetika, entsprachen 799 Proben, davon mehrere gleich mehrfach, nicht den Lebensmittelvorschriften.

In der Summe stieg in diesem Bereich die Beanstandungsquote auf 17 Prozent und lag damit deutlich über dem Vorjahr (13,8 Prozent). Egal ob der Schmallenberg-Virus bei Rindern und Schafen, Dioxin im Futtermittel, Pilz im Mais oder gebrauchtes Frittierfett für Pommes — zum Schutz von Verbrauchern, Umwelt und Tieren wird den Dingen auf den Grund gegangen. Gestern stellte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck den Jahresbericht 2012 vor. Und er machte deutlich, dass Schleswig-Holstein eine hohe Dichte an Kontrollen brauche, um einen effektiven Verbraucherschutz zu gewährleisten.

Derzeit werden rund neun Millionen Euro investiert, um das Landeslabor zu sanieren und zu vergrößern. In den vergangenen Jahren reduzierte sich die Mitarbeiterschar, laut Laborleiter Matthias Hoppe-Kossak von 197 auf 194, bei gleichzeitigem Anstieg der Anforderungen. Wie der Spagat zwischen der geforderten Erhöhung der Kontrollen ohne einen größeren Landes-Topf zu schaffen sei, darauf hatte Minister Habeck eine klare Antwort: „Das Geld fällt bekanntlich nicht von den Bäumen, darum müssen wir die Regelkontrollen gebührenpflichtig machen. Die Wirtschaft ist stärker gefragt, sich zu beteiligen.“ Dafür werbe Schleswig-Holstein und setze gleichzeitig darauf, dass ein Gebührensystem entwickelt werde, das alle an den „Verschlingungen der Warenwege“ Beteiligte einbeziehe.

Während umweltanalytische Maßnahmen (etwa 6000 Proben jährlich) durch das Landeslabor in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden würden, stehen vor allem Untersuchungen im Rahmen der Lebensmittelüberwachung sowie der Schlachttier- und Fleischkontrollen im Fokus der Verbraucher und sorgen regelmäßig für Schlagzeilen.

Entwarnung gibt es beim Schmallenberg-Virus. Die Infektion habe sich 2013 nicht fortgesetzt, so dass keine langfristigen Einbußen für die Landwirtschaft eingetreten seien, so Habeck. 2012 wurden im Rahmen der Futtermittelüberwachung 477 Prozess- und 712 Produktkontrollen bei 398 Unternehmen vorgenommen und dabei 32 Verstöße aufgedeckt. Der ganze Bericht ist im Internet unter www.landeslabor.schleswig-holstein.de zu lesen.

hil

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige