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Segeberg Hafenkante Nichtschwimmerbecken
Lokales Segeberg Hafenkante Nichtschwimmerbecken
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22:02 10.09.2016
Der Seenotrettungskreuzer „Adolph Bermpohl“ von Ralf Hanewacker (im Hintergrund) schippert im Maßstab 1:22,5 durch die Hafenanlage im Nichtschwimmerbecken. Quelle: Fotos: Heike Hiltrop
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Wahlstedt

„In meiner Badewanne bin ich Kapitän, kann mit dem Seifennäpfchen Dampfer spielen...“, sang vor gut 70 Jahren Peter Igelhoff. Im Fall der Skipper und Schiffseigner, die mit ihren Kähnen und Schuten, Schleppern, Yachten, Booten und Luxuslinern seit gestern in Wahlstedt Anker geworfen haben, misst die Badewanne allerdings stattliche 500 Quadratmeter. Aber ihre Wasserfahrzeuge sind auch entsprechend groß, der Maßstab beträgt meistens zwischen 1:22 und 1:50.

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U-Boote, Schlepper, Kähne und Dampfer im Kleinformat schippern seit gestern durch das Freibad Wahlstedt.

Das Seegebiet, in dem die Kantsteinmatrosen und Modellschiff-Kapitäne derzeit kreuzen, heißt Nichtschwimmerbecken Aqua-Fun und liegt an der Scharnhorststraße. Seekarten gibt’s nicht. Die Pötte fahren elektrisch statt mit Schiffsdiesel. Die „Störpiraten“, eine Interessengemeinschaft von Schiffsmodellfans, hat das Bad geentert – gemeinsam mit anderen Modellbauern und ihren ferngelenkten Baumaschinen, Strandbuggys und Trucks.

Kräne, Docks und andere Kaianlagen waren in fünf Stunden am Donnerstag aufgebaut. Es sei nicht das erste Mal, dass sie ein Freibad befahren, sagt Mitorganisator Jörg Buchholz aus Groß Kummerfeld.

Zustande kam die Veranstaltung durch Gespräche zwischen Mitgliedern der Modell-Truck-Schmiede (MTS) und Stadtwerke-Chef Luzian Roth Ende 2015. „Man kann hier eben auch anderes machen, als nur baden“, will Roth das Freibad als Eventgelände für besondere Angebote mehr vermarkten.

Leichter Wind, zwei Stärken aus Süd, sorgt für glatte See bei glasklarer Sicht. Ideal, um einmal mitzuerleben, wie ein U-Boot sich unter Wasser anschleicht. Doch der graue Taucher, Typ 21, hat technische Probleme. Die Wasserkammer läuft nicht voll. Und so liegt er im Trockendock – eine Parkbank – und wird gecheckt, während sich die Blicke der Besucher an die „Prinzess Ranghild“ heften. Es ist der Nachbau eines RoRo-Fracht- und Passagierschiffs von 1966. Der Seenotrettungskreuzer „Adolph Bermpohl“ schippert im Maßstab 1:22,5 vorbei – „in den Originalfarben, wie aus den 1960ern“, sagt Käpt’n Ralf Hanewacker am Joystick. Es sei sein erstes Boot gewesen, als er 1979 mit dem Hobby begann. „Und es fährt noch immer“, schwingt ein bisschen Stolz beim Erzählen mit. Gleiches gilt bei Helwig Gohlke, der seinen blauen Ankerziehschlepper „Fairplay 30“ (Maßstab 1:50) sicher durch die ruhige Wahlstedter See steuert. „Selbst gebaut! Auch der Enak Bugsier, ein schwimmender Bergungskran und die Sumpfboote.“ Der 65-jährige Bad Segeberger zeigt auf seine mitgebrachten Schmuckstücke. „Nur nach Fotos aus dem Internet gebaut“, ergänzt er. Heimathafen für ihn und die übrig gebliebene Besatzung des dort einst ansässigen Schiffsmodellclubs ist eigentlich der Kleine Segeberger See. Er habe sich spontan der „großartigen Veranstaltung“ angeschlossen. Andere auch. Und nicht alle sind Landratten: „Wir haben einen wirklichen Kapitän in unseren Reihen“, betont „Störpirat“ Jörg Buchholz, „und ein paar Männer fahren tatsächlich zur See.“

Auf Reede vor Wahlstedt

Die Hafenanlage im Nichtschwimmerbecken des Freibads Wahlstedt ist auch heute Kulisse für die Modellskipper, Mini-Boot-Kapitäne und Bordsteinmatrosen. Ab 10 Uhr schippern ihre Schuten an der Scharnhorststraße, während Modellfahrzeuge auf einer Modellbaustelle ackern, der Sand im Volleyballfeld von kleinen Strandbuggys durchpflügt wird. Richtig große Zugmaschinen sind ebenfalls zu bewundern. Der Eintritt ist frei.

Die Sanierung des Beckens – es bekommt eine neue Innenhaut – steht ab Montag an. 70000 Euro kostet es, das derzeitige Flickwerk zu ersetzen. Gut 50 Prozent davon werden gefördert. hil

 Heike Hiltrop

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