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Segeberg Haft nach versuchten Einbrüchen
Lokales Segeberg Haft nach versuchten Einbrüchen
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20:10 27.06.2013
Norderstedt

Der Angeklagte benutzte eine eiserne Stange, um ein Fenster einzuschlagen. Dabei verletzte sich der Einbrecher und brach wegen seiner stark blutenden Hand die Tat ab. R.

fürchtete verräterische Spuren am Tatort zu hinterlassen. Was R. nicht wusste: Er wurde am Tatort auf der Terrasse fotografiert. Richterin Katrin Thron stellte eine sehr gute Bildqualität der Überwachungskamera fest, die ein Abstreiten der Tat für den Angeklagten unmöglich machte.

Kaum eine Stunde später, gegen 17 Uhr an jenem Tag, trat der Angeklagte im Sandweg eine Haustür ein, flüchtete dann aber ohne Beute, weil ihn der Hauseigentümer überraschte, hieß es in der Anklageschrift. R. und der als Zeuge geladene Hauseigentümer korrigierten diese Darstellung: Eine Begegnung zwischen den beiden Männern habe es nicht gegeben. Hauseigentümer Manfred G., 53, sah den Einbrecher, den er für einen Vertreter hielt, kommen. Er erzählte, dass er keine Lust gehabt habe die Tür zu öffnen. Wenig später habe er einen lauten Knall gehört und die äußere Haustür sei zersplittert. Der Täter sei dann angesichts einer zweiten wesentlich massiveren Haustür dahinter geflüchtet.

Der Angeklagte, der aus der Untersuchungshaft in den Gerichtssaal geführt wurde, erinnerte sich wegen zahlreicher Pillen, die er vor der Tat eingenommen hatte, nur schemenhaft an die beiden Einbruchsversuche. Seit er 22 Jahre alt war nahm er regelmäßig Drogen und spritzte zeitweise Heroin. Eine Ausbildung habe er nie zu Ende gebracht. Immer wieder landete er in den vergangenen Jahren, zumeist wegen Diebstahlsdelikten, sogenannter Beschaffungskriminalität, im Gefängnis, wo er viele Male einen kalten Entzug ohne Ersatzmittel durchstand.

Trotzdem schaffte der Hamburger es nicht, außerhalb der Gefängnismauern clean zu bleiben. Es sei stets dasselbe: Er bekomme keine Wohnung und keine Arbeit sobald die Vermieter oder Arbeitgeber seine Vergangenheit erforschten, so der Angeklagte.

Richterin Katrin Thron verurteilt ihn zu fünf Monaten Freiheitsstrafe mit Bewährung — ein mildes Urteil im Hinblick auf die Vergangenheit des Mannes. Berücksichtigt habe sie das Geständnis des Angeklagten, die Tatsache, dass er nichts erbeutete und den zur Tatzeit bestehenden Drogenentzug. mak

LN

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