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Segeberg Hagemann-Wald am Ihlsee steht zum Verkauf
Lokales Segeberg Hagemann-Wald am Ihlsee steht zum Verkauf
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20:46 03.11.2017
Der Verkauf der städtischen Waldfläche mit rund 5000 Quadratmetern sorgte für Ärger. Jetzt steht sie wieder zum Verkauf. Quelle: Foto: Glombik

Die harmlos wirkende Fläche mit altem Baumbestand zwischen Bruchweg und der Straße Am Ihlsee hatte vor über fünf Jahren fast für eine Stadt-Affäre und einen Aufstand der Politiker gesorgt. Die städtische Waldfläche war für rund 45 000 Euro an den früheren CDU-Stadtvertreter Hanno Hagemann verkauft worden. Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) hatte das Geschäft für die Stadt damals allein in die Wege geleitet. Vor allem Politiker von Grüne/Bündnis 90 und der Wählergemeinschaft BBS sahen deshalb einen Vertrauensverlust gegenüber dem Bürgermeister. Denn erst einmal seien die Stadtpolitiker vor dem Deal nicht gefragt worden. Außerdem sei die Fläche nach ihrer Ansicht damals viel zu günstig verkauft worden. Und später habe Schönfeld den Politikern den Verkauf auch noch verschwiegen. Er musste sich damals seitens einiger Stadtpolitiker erhebliche Kritik anhören, obwohl er Geschäfte im Wert unter 75 000 Euro allein für die Stadt tätigen durfte.

Von daher wird von den Bürgern noch heute mit Argusaugen beobachtet, was auf dem Grundstück passiert. Zumal man dem Geschäftsmann Hanno Hagemann nicht abkaufen wollte, dass er unter die Waldbauer gegangen sei. Nun wird das Grundstück mit rund 5000 Quadratmetern von der Hagemann-Firma DS Immobilien angeboten. Der frühere grüne Stadtvertreter Henning Jensen war kürzlich über das Angebot auf der Homepage der Firma „gestolpert“. Er hatte im Juli 2012 Bürgermeister Schönfeld scharf kritisiert, ihm sogar vorgeworfen, nicht aufrichtig gewesen zu sein. Es wäre eine Informationspflicht des Bürgermeister gewesen, sofort über die Veräußerung des Grundstückes zu berichten. In etlichen „Montagsrunden“ und Ausschusssitzungen habe die Gelegenheit dazu bestanden. Nun ist Jensen überrascht davon, dass Hagemann das Grundstück für 75 000 Euro veräußern möchte. Die Stadt habe die Fläche mit nur 45 000 Euro offenbar „zu billig“ an Hagemann verkauft.

Schon damals stellte Hagemann gegenüber den LN klar, dass es sich bei dem Waldgrundstück um kein Baugrundstück handele und er dort nicht bauen wolle, es im Übrigen auch gar nicht dürfe. „Das ist damals in der politischen Diskussion völlig falsch ’rübergekommen“, sagte er den LN jetzt auf Nachfrage. Für ihn sei vor allem das Nachbargrundstück der Sparkasse direkt am Ihlsee interessant gewesen. Bei dem Kauf des städtischen Waldgrundstückes sei es ihm um Waldabstandsflächen gegangen. Hier habe man bessere Aussicht, eine Regelung zu finden, wenn einem der Wald selbst gehöre. Doch die Pläne haben sich zerschlagen.

Der grüne Stadtvertreter Dr. Henning Vollert bleibt misstrauisch. Ihn würde es nicht wundern, wenn die Stadt Hagemann Hoffnungen gemacht habe, dass er am FFH-Gebiet Ihlsee bauen dürfe. „Wenn da etwas in diese Richtung passieren sollte, dauert das keine zehn Sekunden und ich rufe einen Anwalt an.“

Von Wolfgang Glombik

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