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Segeberg Besuch auf dem Bauernhof: Hartes Jahr zwischen Acker und Stall
Lokales Segeberg Besuch auf dem Bauernhof: Hartes Jahr zwischen Acker und Stall
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17:36 24.11.2018
Der Hof der Rahlfs: Vier Familien bestreiten hier ihren Lebensunterhalt durch Ackerbau und Viehzucht. Von links: Eike (27), Heiko (64), Helge (33) und Thorge Rahlf (31). Quelle: Heike Hiltrop
Seedorf/Aukamp

Den Blick gen Himmel, das Ohr am Wind und die Augen beim Wetterbericht – wer Bauer ist, der muss flexibel sein. Schnelles Reagieren auf Veränderungen und Situationen sind ebenso Alltag wie das Füttern, Ausmisten und die Feldarbeit. Für sie gilt im Job nicht das kalendarische Jahr, hier orientiert man sich am Bestellen der Felder, an Aussaat und Ernte – auch mit dem Papierkram. Der nehme mittlerweile eineinhalb Arbeitskräfte in Anspruch, rechnen die Rahlfs hoch. Sie sind in der fünften Generation Landwirte. Und mit der neuen Düngemittelverordnung, die gerade dieser Tage Themen beim Kreishauptausschuss des Bauernverbandes war, nimmt die Bürokratie noch zu.

Besuch bei Familie Rahlf

In Seedorf/Aukamp sind die Rahlfs zu Hause. Der Hof ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Sie bewirtschafteten etwa 360 Hektar. Raps, Weizen, Gerste, Zuckerrüben und Mais werden angebaut, vieles bleibt als Futter für Kühe, Kälber, Sauen und Mastschweine auf dem Hof. Es gibt eine Kartoffel-Kooperation, und einige Flächen sind für Erdbeerkulturen verpachtet. Drei Azubis und ein Mitarbeiter gehören zum Betrieb.

„Es gab schon bessere Zeiten, das Jahr war schon sehr schlecht“, zieht Helge Rahlf (33) mit Blick auf die extreme Dürre nach der starken Nässe Zwischenbilanz. Seine Brüder Eike (27) und Thorge (31) nicken bestätigend. Jeder hat seinen Bereich in der gemeinsamen GbR, man unterstützt sich gegenseitig. „Aber jammern hilft ja nichts. Wir müssen mit der Natur umgehen und das Beste daraus machen“, sagt Senior Heiko Rahlf. „Wir jammern mehr über die Bürokratie.“ Der 64-Jährige ist Altenteiler, aber er entlastet seine Söhne dadurch, dass er sich ums Büro kümmert. Sie sind sich einig: Trotz enormer Einbußen von bis zu 40 Prozent im Ackerbau konnten sie die Situation einigermaßen meistern. „Weil wir breit aufgestellt sind.“ So wurden die Pläne für viel zu nasse Felder drei Mal über den Haufen geworfen. „Raps war geplant, dann war bis Weihnachten Weizen vorgesehen, aber es war immer noch zu nass. Für April lag die Hafersaat schon bereit. Das Wetter hat wieder nicht mitgespielt. Letztlich wurde es Ende April Mais.“

Ehrungen

Die silberne Ehrennadel des Bauernverbandes für ihr ehrenamtliches Engagement bekamen aus den Händen von Kreisverbandsvorsitzenden Jens-Walter Bohnenkamp (Foto v. l.) und dem Präsidenten des Landesbauernverbandes Werner Schwarz die Landwirte Klaus Knees aus Seth, Hans-Peter Gaden (Hitzhusen), Jost Lindemann (Krems II), Jörg Möller (Nahe), Eckart Gloe (Seedorf-Heidmoor), Hans Karstens aus Föhrden-Barl. Sie wurden während der Kreishauptausschuss-Sitzung mit 50 Kollegen in Teegens Gasthof (Leezen) geehrt.

 

 Um genug Futter für die Tiere zu haben, wurde aus dem Roggen Ganzpflanzensilage gemacht. Und statt die Zuckerrübenblätter als Dünger auf den Feldern zu belassen, wurde es ebenfalls als Futter eingefahren. „Das haben wir das letzte Mal vor 25 Jahren gemacht“, erinnert sich Heiko Rahlf. Eine enorme Hilfe war zudem die Beregnungsanlage auf einem Teil der Flächen für Hackfrüchte. „Die haben wir schon seit 1976, da hatten wir auch so ein trockenes Jahr. Aber dieses Mal ist noch einer draufgesetzt“, erinnert sich der 64-Jährige an die weitsichtige Anschaffung durch seinen Vater. Mit dem Futter kämen sie auch über den Winter. Der Antrag auf Dürre-Hilfe, um die starken Einbußen durch Bundesmittel abfedern zu können, ist gestellt. „Und wir hoffen, dass auch was kommt“, fassen die Landwirte zusammen.

Heike Hiltrop

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