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Segeberg Hallenbad: Das Fest ist zu Ende, die Probleme bleiben
Lokales Segeberg Hallenbad: Das Fest ist zu Ende, die Probleme bleiben
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21:39 07.11.2017
Hallenbad-Angestellter Maik Ewert räumt die Plakate weg. Die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum des Hallenbads sind zu Ende, jetzt geht es auf politischer Ebene um die Zukunft des sanierungsbedürftigen Schwimmbades in Bad Segeberg. Quelle: Glombik

Basis der politischen Entscheidung soll eine in Auftrag gegebene Lebenszyklusberechnung sein. Die Verfasserin dieses Zahlenwerks will sich dazu den Fragen der Politiker stellen.

Soll Bad Segeberg auf ein neues Schwimmbad setzen oder die alte Halle sanieren? Es ist eine der folgenschwersten Entscheidungen der Stadtvertreter, es geht um viele Millionen Euro. Während der heutigen Bauausschusssitzung (18.30 Bürgersaal) wird die Debatte darüber stattfinden.

Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) versteht zum Beispiel nicht, wie man „diese Ruine“ überhaupt feiern könne. Er moniert, dass sich Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten schon vor der politischen Debatte positionierte und gegen einen Neubau („Einige Millionen Euro sind dafür nicht drin.“) aussprach.

Schon im Februar hatte er die Politiker gewarnt, auf einen Neubau zu setzen. Auch wenn die Stadt etwa 45 Prozent Zuschüsse von sechs bis sieben Millionen Euro bekommen könnte, müsste die verbleibende Summe per Kredit finanziert werden. Sein Plan sei es, das Bad zu erhalten.

Doch Tödt, der sich für eine ernsthafte Prüfung eines Neubaus ausgesprochen hat, zweifelt die vorliegende Lebenszyklusberechnung an. 32 Seiten mit vielen, vielen Zahlen. „Ich habe in dem Bericht beim Durcharbeiten viele Fehler festgestellt.“ Er habe der Autorin schon 16 Fragen übermittelt. Von anderen Fraktionen sei trotz seiner Bitte hier nichts passiert. Tatsächlich gibt es Stimmen, die von einem „Fass ohne Boden“ sprechen. Bad Segeberg könnte es eines Tages bereuen, keine Pläne für ein neues Bad verfolgt zu haben.

Zwar sei eine Sanierung der alten Schwimmhalle unterm Strich von der Endzahl her die günstigste Variante. Doch wenn man einbeziehe, dass der Bau einer Schwimmhalle an anderer Stelle erfolgen würde, lägen die Kosten gar nicht so weit auseinander, glaubt Tödt. Jens Lichte (SPD), Vorsitzender im Ausschuss für Kultur und Sport, ist da ganz anderer Ansicht: „Alle, die dieses Gutachten gelesen haben, müssen sich sicher sein, dass ein Neubau utopisch ist, schon weil wir so etwas gar nicht vom Kreis genehmigt bekommen werden.“ Bad Segeberg müsse weiter Haushaltsdisziplin üben, da gibt es keine 7,5 Millionen Euro für einen Neubau. Für Schwimmbad-Fördermittel sei der Zug abgefahren. „Die hätte man jetzt schon abgreifen müssen.“ Es sei inzwischen üblich, dass Fördermittel im sogenannten Windhundverfahren verteilt werden. Lichte: „Wer am schnellsten den Antrag auf das Fax gelegt hat, hat die Nase vorn und wird berücksichtigt.“

Den LN kam zu Ohren, dass sich – durch die Debatte aufgeschreckt – schon Kaufinteressenten für das Hallenbad gemeldet haben sollen. Die würden das Hanggrundstück gerne für mehrgeschossigen Wohnungsbau nutzen, ähnlich wie in der Nachbarschaft.

 Von Wolfgang Glombik

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