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Hallenbad: Eine Rechnung mit vielen Unbekannten

Bad Segeberg Hallenbad: Eine Rechnung mit vielen Unbekannten

So richtig schlau sind die Politiker nach dem Vortrag über die „Lebenszyklusberechnung“ zum Hallenbad nicht geworden. Zu viele Fragezeichen gibt es, ob man das 50 Jahre alte Bad sanieren oder lieber neu bauen sollte.

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Aus der Vogelperspektive wird deutlich, dass ein Hallenbad-Neubau am alten Standort auf dem beengten Grundstück kaum durchführbar ist.

Quelle: Foto: Wgl

Bad Segeberg. Im Bad Segeberger Bauausschuss versuchte Vorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) gleich per Fragenkatalog einige Widersprüche oder gar vermeintliche Fehler, wie falsche Berechnungen der Personalkosten, im Gutachten von Jana Margold aufzudecken. Doch in den Zahlenkolonnen, die die Wirtschaftlichkeit der unterschiedlichen Varianten von Neubau oder Sanierung plus 30 Jahre Betrieb mit Abschreibung über 40 Jahre deutlich machen sollte, kannte sich die junge Gutachterin perfekt aus. Da konnte ihr Tödt nichts nachweisen. „Da habe ich wohl gedankliche Fehler gemacht“, gab er zu.

Ein anderer wichtiger Punkt könnte aber die Plausibilität des ganzen Zahlenwerks zum Kippen bringen. Bei der Berechnung für die Sanierungsvariante seien die aufgeführten Kosten zum Teil „als Lückenhalter“ eingesetzt worden, heißt es im Bericht zum Gutachten. Denn die komplette Substanz des Hallenbades sei aufgrund der nicht vorhandenen Pläne und Unterlagen unbekannt, so Jana Margold. So ließe sich nicht abschätzen, „ob die angesetzten Sanierungsmaßnahmen als ausreichend, zu hoch oder zu niedrig angesetzt sind“. Kurzum: Das Ganze ist eine Rechnung mit vielen Unbekannten, die aber zumindest erste Hinweise gibt, ob nun eine Sanierung der 50 Jahre alten Halle, ein Neubau auf der grünen Wiese oder auf dem alten Standort lohnender wäre.

Ein Zuschussgeschäft ist ein Hallenbad allemal. Jana Margold kommt so zum Ergebnis, dass eine Sanierung der vorhandenen Halle mit Personalkosten und Zinsbelastungen quasi „all inclusive“ die Stadt über einen Zeitraum von 30 Jahren 18,46 Millionen Euro kosten würde. Der Neubau am bisherigen Standort würde 26,65 Millionen, ein reines schlichtes Lehrschwimmbecken 24,6 Millionen kosten. Die Baukosten sind nur einTeil dieser Berechnungen über die Zeitspanne von 30 Jahren.

Für Bauamtsleiterin Antje Langethal ist das eine „erste Entscheidungsgrundlage“ dafür, in welche Richtung man künftig gehen könnte. Entscheidend sei, dass die Stadtvertreter aufgrund der Zahlen eine Sanierung nicht ausschließen. Dann könnten spezielle Bäder-Fachingenieure offene Fragen bei dem alten Bad klären. Zurzeit geht die Stadt von 2,55 Millionen Euro für Sanierungskosten in den Jahren 2018/19 aus. Die Fachleute müssen noch prüfen, ob es statische Probleme in der Halle gibt oder ob Fliesen erneuert werden müssen. Aufgrund deren Ergebnisse könnte man dann noch einmal entscheiden, ob eine Sanierung wirklich Sinn mache, so Langethal. Wenn die jetzt vorliegende Berechnung für den Sanierungsfall von vornherein ungünstig ausgefallen wäre, „hätte man diesen Schritt gar nicht mehr gehen müssen“.

Sanierung wurde zum Fiasko

In Bad Oldesloe hatte man sich 2014 bei der Sanierung des Travebads eine blutige Nase geholt: Dort hatte man alle notwendigen Gewerke für die Sanierung ausgeschrieben und reichlich Ärger mit Handwerkerfirmen, Bauverzögerungen und Pannen. Im Februar 2014 wurde das Travebad zweieinhalb Jahre (!) nach dem Start der Sanierung wieder geöffnet. Der Umbau kostete mehr als acht Millionen Euro.

 Wolfgang Glombik

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