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Segeberg Hamburger Speckgürtel will in der Champions-League spielen
Lokales Segeberg Hamburger Speckgürtel will in der Champions-League spielen
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22:52 26.01.2016
Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) besichtigt in Kaltenkirchen das Logistikzentrum des Staplerherstellers Jungheinrich. Quelle: Carsten Rehder/dpa

Wie gut ist die Metropolregion Hamburg wirtschaftlich und verkehrstechnisch aufgestellt, fragte der CDU-Wirtschaftsrat bei einer Podiumsdiskussion, die mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig hochkarätig besetzt war. Eingeladen hatte Christian Sowada, Segeberger Sektionssprecher des Wirtschaftsrates, in das nagelneue Ersatzteilwerk des Norderstedter Gabelstapler-Herstellers Jungheinrich, wo 70000 Ersatzteile gelagert sind, wie Vorstand Klaus-Dieter Rosenbach den 100

Gästen aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik erklärte.

Dann ging es ins Eingemachte. „Wie schafft die Metropolregion den Sprung in die Champions League“, wollte Gastgeber Sowada von den beiden Regierungschefs wissen. Dabei hakte er die aktuellen Verkehrsprojekte, wie den Ausbau der A 7, den geplanten Weiterbau der A 20, die Verschlickung des Hamburger Hafens und den Bau der S4 nach Stormarn thematisch ab. Dabei zeigte sich, dass Scholz und Albig offenbar auf einer Wellenlänge sind. Nicht einmal beim früheren Reizthema Hafenschlick ließen sich die Länderchefs auseinanderdividieren. „Wir streben eine baldige langfristige Lösung an“, sagten beide unisono.

Der sechs- bis achtspurige Ausbau der A 7 mit den drei Tunnelbauten in Schnelsen, Stellingen und Bahrenfeld, der größten Baustelle Norddeutschlands, wie Albig befand, laufe weitgehend problemlos, mussten auch die befragten Unternehmer zugeben. „Wir haben aus den Fehlern beim Ausbau der A 1 gelernt“, sagte Albig. Die Fahrbahnen seien breiter angelegt, es gebe kaum Staus und Unfälle. „Diese Investition ist notwendig“, ergänzte Scholz. Wer über die vielen Baustellen schimpfe, müsse sich im Klaren sein, dass nur so die marode Infrastruktur saniert werden könnte.

Beim Thema A 20, deren Weiterbau ja zurzeit stockt, holte Albig etwas weiter aus. Die Landesregierung habe vor dem Bundesverwaltungsgericht verloren, weil es keine alternativen Trassenführungen bei Bad Segeberg geprüft habe. Darum wolle das Land jetzt mit aller Sorgfalt auch den Weiterbau bis zur Elbe planen, wo ja ein Adlerhorst am Wege liege. „Wir alle in der Landesregierung wollen die A 20 lieber heute als morgen, müssen aber auch die Naturgüter beachten. Aber wir werden für jeden einzelnen Abschnitt von der Bürgergesellschaft beklagt.“ Wenn diese Hausaufgaben erledigt seien, werde es auch schnell mit der A 20 weitergehen, versprach Albig.

Deutschland sei heute eine umweltbewusstere und kritischer eingestellte Gesellschaft geworden, was industrielle Großprojekte angehe, führte der Ministerpräsident aus. „Da wird aber oft pharisäerhaft diskutiert.“ Oft seien es die selben Leute, die morgens auf der Autobahn schnell zur Arbeit führen und abends bei der Bürgerinitiative vor Ort sich gegen das Teilstück vor ihrer Haustür aussprächen.

Vielleicht müsse es darüber mal eine eingehende Diskussion in der gesamten Gesellschaft geben, welche Großprojekte sie denn noch wolle und wie diese umgesetzt werden sollten, damit diese meist zeitverzögernde Klagebereitschaft aufhöre.

Ein Vorschlag, den Hamburgs Staatsrat a.D. Gunter Bonz für sehr gut befand. „Wir wollen ja nicht zurück ins Kaiserreich oder chinesische Verhältnisse hier haben.“ Aber die Frage müsse erlaubt sein, warum manches bei uns vergleichsweise so lange dauere, mahnte er an und griff die Eingangsfrage des Wirtschaftsrates auf: „Wenn wir eine Region sein wollen, die in der Champions-League spielt, müssen wir Lust auf die Zukunft haben und dürfen kein Volk von Bedenkenträgern sein.“

„Haben aus den Fehlern bei der A 1 gelernt.“
Torsten Albig (SPD)

Burkhard Fuchs

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