Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Harte Werbetour: Im Ostkreis fehlen 200 Glasfaser-Verträge
Lokales Segeberg Harte Werbetour: Im Ostkreis fehlen 200 Glasfaser-Verträge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:42 25.07.2016
Letzter Werbeeinsatz für das Breitbandkabel in Reinsbek: Walter Meier aus Goldenbek unterschrieb bei Anna Diesling (links) und Lara Hahn von den Stadtwerken. Quelle: Kullack

Wird es denn reichen? Und vor allem: Wird es für alle reichen? Heute ist Stichtag für sie sechs Ostkreis-Gemeinden, die das „Cluster 7“ für die Glasfaser-Versorgung, also für das schnelle Internet, bilden. Bis gestern Mittag fehlten noch über 200 Verträge.

Zur Galerie
Letzter Werbeeinsatz für das Breitbandkabel in Reinsbek: Walter Meier aus Goldenbek unterschrieb bei Anna Diesling (links) und Lara Hahn von den Stadtwerken.

„Doch das muss uns nicht bekümmern“, sagt Meike Kretschmer, beim Wege-Zweckverband für die Breitbandversorgung verantwortlich. „Auch in den bisherigen Clustern war es so, dass manche sich eben sehr spät entscheiden.“ Sie ist sich sicher, dass am Ende das Ziel erreicht werde.

Von den 4600 Einwohnern in den sechs Ostkreis-Gemeinden Geschendorf, Klein Gladebrügge, Pronstorf, Rohlstorf, Strukdorf und Westerrade wurden genau 1066 Verträge gebraucht – das war die Ausgangslage.

Gestern Mittag zählten WZV und Stadtwerke genau 820 Verträge – doch da standen noch die gestrigen Werbeaktionen in Quaal und in Reinsbek aus. Und heute von 9 bis 13 Uhr sind die Werber von Zweckverband und Stadtwerken noch einmal im „Haus Wulfsfelde“ aktiv. Außerdem, so Meike Kretschmer, rechne man noch mit Geschäftskunden, die sich spät melden.

Die Resonanz in den sechs Gemeinden war recht unterschiedlich. Das Plansoll übererfüllt haben in relativ kurzer Zeit Geschendorf, Strukdorf und Westerrade. In Klein Gladebrügge könnte es knapp reichen. „Anfangs ging es wirklich recht zäh los – auch im Vergleich zu den anderen Clustern. Da waren wir schon ein wenig frustriert“, räumt Matthias Ballmer von den Stadtwerken Neumünster ein. Doch schließlich kamen auch die Ostkreis-Gemeinden in Gang – bis gestern auch die „Sorgenkinder“ in Pronstorf und Quaal. „Wir möchten natürlich komplett ausbauen – bis in jeden Ortsteil hinein“, bestätigt Meike Kretschmer.

Insgesamt hat der Wegezweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV) gemeinsam mit den Stadtwerken Neumünster in den vergangenen drei Jahren 34600 Einwohner in 21 Gemeinden mit dem Breitbandanschluss versorgt. Wenn in den bisherigen sechs Clustern noch Gemeinden oder Ortsteile offen sind, weil die Anschlussquote nicht erfüllt wurde, heißt das nicht, dass es hier auf Dauer zu Ende sei mit dem schnellen Internet. Schon bisher hat der WZV bei genügend Interesse auch Nachzügler versorgt – in den vergangenen zwölf Monaten immerhin insgesamt um die 80 Hausanschlüsse.

Öffentliche Mittel fließen dann aber nicht mehr in die Privathaushalte: Wer sich nicht rechtzeitig entschließt, muss später die 990 Euro für seinen Hausanschluss selbst bezahlen.

Bis Ende des Sommers soll in den sechs Ostkreis-Gemeinden des Clusters 7 die Planung abgeschlossen sein. Nötig sind Erdarbeiten über gut 80 Kilometer. Ab Oktober könnte dann das Breitbandkabel verlegt werden, mit der Fertigstellung ist – je nach Witterung – bis August 2017 zu rechnen. Insgesamt investiert der Wege-Zweckverband in die neuen 80 Kilometer rund 5,5 Millionen Euro. Bisher waren es 15,6 Millionen Euro bei 270 Kilometern Kabellänge.

Die andere Lösung: Internet per Satellit

Ob Pronstorf die Quote der Breitband-Verträge erreicht, steht noch in den Sternen, ob Splittersiedlungen angeschlossen werden können, noch mehr. Bernd Nowak, Chirurg und Falkner aus dem Ortsteil Diekhof, hat nach langer Suche einen Anbieter gefunden, der ihn per Satellit mit schnellem Internet und Telefon versorgt. 20000 Megabit kommen über eine Schüssel bei ihm an. Mit einem Repeater verstärkt er die Signale, so dass er überall auf seinem Grundstück am Waldrand mit Internet versorgt ist.

Bernd Nowak hat mehrere Sachen ausprobiert, auch das Satellitenangebot eines großen deutschen Telekommunikationsunternehmens. „500 Euro habe ich für Geräte ausgegeben – und trotzdem, die Verbindung war viel zu langsam und zu teuer“, erzählt Nowak, der sich inzwischen für ein Hamburger Unternehmen als Anbieter einer Satellitenlösung entschieden hat. Die Schüssel, die er in seinem Garten aufgestellt hat, Router und Verteiler bekam er über den Anbieter. „Die Einrichtung war dank eines automatischen Satellitenfinders und einer Lücke zwischen den Tannen einfach. Die Schüssel muss eine direkte Verbindung zum Satelliten aufbauen können. Theoretisch kann man die Schüssel überall hin mitnehmen“, erzählt der Diekhofer, der für Telefon und Internet 39 Euro im Monat zahlen muss.

pd

Lothar Hermann Kullack

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Experten vom Pferdestammbuch entschieden beim Fohlenbrennen auf dem Hof Seraphin über die Zukunft der Jungtiere.

25.07.2016

Ein großes Bauprojekt steht für Levi in den Ferien an: „Mit Papa und Opa will ich ein Stelzenhaus bauen.“ Der Papa sei Techniker, der kann das.

25.07.2016

Mit den Sommerferien beginnt in der ev.-luth. Kirchengemeinde Bad Segeberg am morgigen Sonntag die Sommerkirchenreihe unter dem Thema „Wer aufbricht, kann hoffen“.

25.07.2016
Anzeige