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Segeberg Hausbrand: 200 Feuerwehrleute im Einsatz - Polizei ermittelt
Lokales Segeberg Hausbrand: 200 Feuerwehrleute im Einsatz - Polizei ermittelt
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22:05 27.10.2017
Quelle: Feuerwehr
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Groß Kummerfeld

Der Alarm war um kurz vor 18 Uhr in der Rettungsleitstelle in Norderstedt aufgelaufen. Sämtliche Wehren aus dem Amt Boostedt-Rickling rückten anschließend aus. Da die Gefahr bestand, dass es in dem Dreifamilienhaus viele Verletzte gegeben hat, machten sich auch mehrere Rettungswagen auf den Weg nach Groß Kummerfeld. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen bereits Flammen aus den Fenstern im Untergeschoss, teilte Sönke Möller, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes mit. Rund ums Gebäude sei es zudem zu einer starken Rauchentwicklung gekommen. Um die Wasserversorgung sicherzustellen, mussten vor Ort 2000 Meter Schlauchleitung gelegt werden.

 

Viele Lagen Dachpappe fachten das Feuer immer wieder an.

Während der ersten Löscharbeiten sei es zu einer sogenannten Durchzündung im Gebäude gekommen. Dabei wurde in dem Haus nicht nur schwere Schäden angerichtet. „Um die eingesetzten Einsatzkräfte nicht zu gefährden, musste der zuerst eingeleitete Innenangriff wegen der verbauten Holzdecken und der Gefahr einer weiteren Durchzündung abgebrochen werden“, erklärte Einsatzleiter Jan Hauschildt. „Es war zum Glück niemand mehr im Gebäude – das war gut, denn die Lage dort war wirklich nicht einfach.“ Die zwei Bewohner des Hauses hatten sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht.

Wegen der vielen Lagen Dachpappe gestalteten sich die Löscharbeiten aber als äußert kompliziert. Versuche, das Dach über die Drehleiter zu öffnen, waren ebenso wenig erfolgreich. „Um an alle Glutnester heranzukommen, wurde schließlich ein Bagger angefordert, der das Dach kontrolliert abgetragen hat“, sagte Hauschildt.

Die Rufbereitschaft der Kreisfeuerwehrzentrale unterstützte die Kräfte vor Ort, brachte wichtiges Tauschmaterial an die Einsatzstelle, so dass die Wehren ohne Zeitverlust ihre benutzten Schläuche, leere Atemschutzflaschen, Atemschutzmasken und Lungenautomaten auswechseln konnten. Große Unterstützung erfuhren die Brandbekämpfer aber vor allem von den Groß Kummerfeldern: Mehr als 20 Frauen des Dorfes hatten sich über den Nachrichtenmessenger „WhatsApp“ in Verbindung gesetzt, kauften kurzerhand die umliegenden Supermärkte „leer“ und bauten eine große Versorgungsstation in der Nähe der Einsatzstelle auf. Die Einsatzkräfte konnten sich mit Kaffee, Tee, Kaltgetränken und belegten Broten stärken. Nachbarn hatten Suppe gekocht. „Das war so viel, dass wir es mit 190 Feuerwehrleuten nicht geschafft haben, alles zu essen. Groß Kummerfeld hat eine super Dorfgemeinschaft. Unser ehrenamtlicher Einsatz hat viel Wertschätzung erfahren“, sagte Hauschildt. Auch die zwei vorerst obdachlosen Bewohner wurden nicht vergessen. Sie kamen bei Nachbarn unter.

Die Löscharbeiten zogen sich bis 0.30 Uhr hin. Anschließend beschlagnahmte die Kriminalpolizei den Brandort für die Ermittlungen. Die Brandursache ist bislang noch unklar.  hil

LN

 

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