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Heftige Algenblüte: Sorgen um den Ihlsee

Bad Segeberg Heftige Algenblüte: Sorgen um den Ihlsee

Das Natur-Kleinod ist zurzeit voller Grünalgen. Wissenschaftler Henning Vollert bereitet das tiefes Unbehagen.

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Badegäste haben vor den Algen nichts zu befürchten, stellt das Gesundheitsamt klar.

Quelle: Fotos: Glombik/kollmeier*/hfr

Bad Segeberg. Alarm bei den Naturschützern. Am Nordufer des Ihlsees macht sich in diesen warmen Tagen Algenblüte breit. So etwas dürfte bei einem nährstoffarmen See überhaupt nicht passieren, stellt Dr. Henning Vollert gegenüber den LN fest. Der Naturwissenschaftler ist seit Jahren Ihlseeanlieger und beobachtet schon seit Längerem mit Besorgnis den schlechter werdenden Zustand des höchst sensiblen Gewässers. Der Ihlsee ist ein bundesweit seltener, nährstoffarmer Gewässertyp und damit besonders schutzwürdig.

LN-Bild

Das Natur-Kleinod ist zurzeit voller Grünalgen – Wissenschaftler Henning Vollert bereitet das tiefes Unbehagen.

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Bad Segebergs schönstes Natur-Kleinod, der Ihlsee, ist von allen Seiten begutachtet und bewertet worden. Vor zwei Jahren startete der Management-Prozess der Experten vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume: Die LN stellten kürzlich den Plan für das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) vor. Für Vollert sind die angedachten Maßnahmen viel zu wenig. „Ich bin langsam am Verzweifeln.“

Für ihn sei das, was das Land im Managementplan beschlossen habe, nicht viel mehr als „ein Placebo“.

Immerhin hätten sich die direkten See-Anlieger ja verpflichtet, auf die Düngung ihrer Gärten zu verzichten. Alles andere an Maßnahmen sei nur „minimal“. Die Algenblüte werde so immer stärker.

Vollert: „Das ist die Folge, dass das zuständige Landesamt 20 Jahre nicht gehandelt hat.“ Diese Behörde habe aber die Aufgabe, so Vollert, den See, das Naturschutzgebiet zu schützen. Die Trübung des sonst kristallklaren Wassers im Ihlsee habe Vollert in den vergangenen Jahren noch nie so stark erlebt wie in diesen Wochen. Auch seine Nachbarn am See seien darüber bestürzt, müssten zusehen, wie sich der See kontinuierlich verändere.

Auch Badegäste haben in dieser Saison eine „leichte Eintrübung“ des Wassers festgestellt, erfuhren die LN. Das Gesundheitsamt des Kreises sieht darin allerdings keinen Grund zur Besorgnis – zumindest für Badende nicht. Aus bakteriologischer Sicht sei alles völlig in Ordnung, sagt Umweltingenieur Uwe Petry. Fünfmal im Jahr untersuche seine Behörde die Wasserqualität an Segebergs Badestellen. Die letzte Prüfung am Ihlsee-Strandbad habe am 24. August stattgefunden, so Petry. „Da war alles allerbest, sogar stark unter den Richtwerten.“

Vom Umweltaspekt her stellt sich die Sache für Vollert – er ist auch grüner Stadtvertreter – aber anders da. Die Diskussionen bei den Sachbearbeitern im Landesamt seien „sehr zäh“ gewesen. Vollert beklagt zum Beispiel, dass die Landesbehörde den versprochenen „Runden Tisch“ zum Nährstoffeintrag nicht angeschoben habe. Auch fehle ihm im Management-Plan ein Konzept, um die Nährstoffe, die in den letzten 50 Jahren in den See gelangt seien, nun wieder herauszubekommen.

Nährstoffe aus dem früheren Wohnviertel „Klein Moskau“, eine Barackensiedlung für Mittellose, die nach dem Krieg im Gebiet Seekoppel/Schulkamp existierte, seien damals ungeklärt in den empfindlichen See geleitet worden. Auch Landwirtschaft belastete früher das Gewässer. Die Bebauung im Bad Segeberger Stadtteil Klein Niendorf sei ebenfalls dichter geworden. Ob man nun direkter Anwohner am Ihlsee sei oder 300 Meter entfernt wohne, berichtet Vollert. Wer im Einzugsbereich des Sees seinen Rasen dünge, müsse wissen: „Irgendwann gelangen diese Stoffe in den See.“

Schlussspurt für die Badesaison

Die Freibadsaison neigt sich dem Ende entgegen. Und so schlecht, wie Fernseh-Wetterfrösche es in den vergangenen Monaten glauben machen wollten, war der Sommer 2016 dann wohl doch nicht. „Die Saison war eigentlich ganz gut – anfangs nicht so doll, aber dann wurde es besser“, zieht Michael Otto, technischer Leiter der Gemeindewerke Trappenkamp, ein erstes Fazit für das Waldschwimmbad. Zwar würden derzeit noch die Zahlen ausgewertet, aber schon jetzt könne er sagen: „Wir sind zufrieden, wie das hier angenommen wird, auch weit über die Gemeinde hinaus ist das Bad bekannt. An den stärksten Tagen hatten wir bis zu 500 Besucher.“

Von einem Sommer, der „im Norden nicht stattgefunden hat“, ist dagegen bei den Stadtwerken Wahlstedt, Betreiberin des dortigen Freibads, die Rede. Knapp 9000 Besucher seien es in dieser Saison gewesen, etwa 2000 weniger als vor einem Jahr (11113).

Saison haben jetzt noch die Badeseen: Hunderte nutzen dieser Tage das schöne Wetter etwa für einen Ausflug zum Ihlsee – fast 13000 Badegäste seien es bisher gewesen, freut sich Dieter Stut vom Förderverein Ihlsee-Strandbad, seit vergangenem Jahr Pächter. „Schluss ist frühestens Ende September, aber wenn das Wetter mitspielt, haben wir mindestens bis Mitte Oktober offiziell geöffnet.“

Jahreskartenbesitzer hätten sogar bis November Gelegenheit zum Schwimmen. Die Zahl der Inhaber von Jahreskarten sei auf knapp 1000 gestiegen, so Stut.

„Die Resonanz auf das Strandbad ist super, wir hören immer wieder, wie gemütlich die Leute es finden und wie sauber. Es wird genau so angenommen, wie wir uns das gedacht hatten.“ Allerdings ist so manchem Badegast schon die leichte Eintrübung des Ihlsees aufgefallen. Offenbar Grünalgen (siehe Bericht oben). Sie entstehen überwiegend im Sommer, wenn hohe Temperaturen und nur leichter Wind zusammenkommen – aber auch bei hohem Nährstoffangebot. Auch das froschgrüne Wasser vom Mözener See braucht zumindest Badefreuden nicht trüben, befindet Monika Meding vom „Seecamping Weißer Brunnen“

und watet durchs seichte Wasser. Hier handelt es sich ebenfalls um Grünalgen. „Es ist ein altbekanntes Phänomen, aber die Untersuchungen haben keine Auffälligkeiten ergeben“, betont Uwe Petry vom Gesundheitsamt des Kreises.

Sie seien gesundheitlich unbedenklich, heißt es in einer Broschüre vom Landesamt für Gesundheit und Arbeitssicherheit des Landes Schleswig-Holstein. Blaualgen, wie von manchem Badegast vermutet, seien dagegen noch nicht aufgetreten. Das Land hat eine einfache Baderegel aufgestellt: „Sehen Sie bei knietiefem Wasser Ihre Füße nicht mehr, sollten Sie nicht baden.“ hil

 Wolfgang Glombik und Heike Hiltrop

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