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Segeberg Heftiger Schlagabtausch um Villa Flath
Lokales Segeberg Heftiger Schlagabtausch um Villa Flath
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20:47 29.09.2017
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Bad Segeberg

In der Einwohnerfragestunde hatte Torsten Simonsen vom Freundeskreis die Hauptausschussvorsitzende Ursula Michalak, die gleichzeitig auch Vorsitzende des Flath-Beirates ist, gefragt, ob diese selbst nicht ihre Pflicht als Vorsitzende des Beirates „verletze“, wenn sie vorschlage, in der Villa eine jüdische Kita unterzubringen. Denn das entspreche nach seiner Ansicht nicht dem Stiftungszweck.

Die mögliche Einrichtung eines Kindergartens in der Villa Flath bringt die Emotionen zum Kochen. Am Donnerstag eskalierte der Streit zwischen Flath-Freundeskreis und -Stiftungsbeirat im Hauptaussschuss. Die Beiratsvorsitzende Ursula Michalak behält sich sogar rechtliche Schritte vor.

Michalak reagierte scharf auf diesen Vorstoß gegen ihre Person. „Ich habe nie einen derartigen Vorschlag gemacht, dort eine Kita einzurichten, so wahr mir Gott helfe.“ Diese „Unterstellung“ verbitte sie sich „aufs Schärfste“. Sie sei keine Urheberin dieses Gedankens gewesen, das weise sie zurück. Michalak kündigte gegen Simonsen rechtliche Schritte an, wenn er Derartiges wiederhole. Sie wehrte weitere Fragen der Flath-Freunde ab. Klar sei es bedenkenswert, wenn die Stiftung Mieteinnahmen erziele. Das sei im Interesse der Flath-Stiftung, fügte sie hinzu.

Mehrere Ausschussmitglieder baten darum, das Thema Flath ohne Schaum vorm Mund und Emotionen zu behandeln. Hier handele es sich um einen Streit zwischen Flath-Beirat und Flath-Freundeskreis, der nicht „in den Arenen“ von Stadtvertretung und Ausschuss ausgefochten werden dürfe, betonte auch Jens Lichte (SPD).

Die Mitglieder des Beirates hätten den Mitgliedern des Förderkreises immer „die Hand ausgestreckt“, betonte Michalak. Doch der Freundeskreis informiere den Beirat nicht einmal über seine Veranstaltungen, gebe ihr nicht einmal sein Konzept zur Flath-Villa, das ansonsten überall kursiere. Auch würden Stiftungsrat und Vorstand nicht über Pressetermine auf dem Flath-Grundstück vorher informiert. Susanne Will-Flatau vom Freundeskreis stellte im aufgeregten Getümmel klar, dass Bürgermeister Dieter Schönfeld das Konzept des Vereins bekommen habe.

Wieder Geschrei. Jens Lichte wirkte fast wie ein Paartherapeut, mühte sich, Streithähne und -hennen zu beruhigen und forderte dazu auf, zur Sachlichkeit zurückzukehren. Es müsse Gespräche zwischen den beiden Gremien geben. Hinsichtlich der Kita-Debatte stehe man doch noch ganz am Beginn der Diskussionen. Kein Bürger verstehe, warum Beirat und Freundeskreis so im Clinch lägen.

Etwas Ruhe herrschte. Doch Thomas Krüger (BBS) mühte sich redlich, wieder Feuer ins Öl zu gießen. „Ich finde es unerträglich, in welcher Weise Sie die Leute hier abbügeln“, sagte er zu Michalak. Und Heino Pfeiffer (BBS) setzte noch einen drauf: „Wenn man das so macht wie Sie, darf man sich nicht wundern, wenn die CDU bei der Bundestagswahl ganz unten steht.“ Michalak drohte , die Hauptausschusssitzung abzubrechen.

Erst die sonore Stimme von Professor Arndt, der anschließend länglich über die „Normenkontrolle zu der Satzung über die Erhebung einer Tourismusabgabe“ referierte, beruhigte die erhitzten Flath-Gemüter.

Vorschlag wird geprüft

Nach einer Diskussion zur Einrichtung einer Kita der Jüdischen Gemeinde in der Villa Flath wurde dem Vorschlag von Jens Lichte (SPD) einstimmig zugestimmt, dass man zuerst grundsätzlich – ohne Hinweis auf die Villa – dafür sei, wenn die Gemeinde eine weitere Kita einrichte. Ganz unberücksichtig bleibe der Antrag der Gemeinde aber nicht, der sich ja auf die Flath-Villa beziehe. So soll die Verwaltung prüfen, ob die Nutzung der Villa als Kita mit dem Testament von Otto Flath rechtlich vereinbar sei. Auch solle geprüft werden, ob weitere bauliche Veränderungen denkmalschutzrechtlich möglich wären. Ob Kosten für die Stadt entstehen könnten, solle auch geprüft werden. Weitere Mietangebote zur Villa sollen ebenso bewertet werden. Man sei jetzt noch dabei, in einem „Sumpftopf zu rühren“, so Lichte. Da müsse erst einmal Klarheit rein.

Wolfgang Glombik

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