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Heini, der Kleine war ein ganz Großer

Garbek Heini, der Kleine war ein ganz Großer

Wahre Kenner von Garbek wissen es: Hier lebte einst der kleinste Mensch der Welt. Nur 75 Zentimeter groß war Johannes Heinrich Wilhelm Behrens, genannt "Heini".

Bad Segeberg. Das letzte Rätsel im LN-Luftbilder-Quiz ist gelöst: In Garbek lebte einst der kleinste Mensch der Welt. Eigentlich müsste man ihm dort eine Ehrentafel widmen, schließlich sorgte er weltweit für Furore. Nur 75 Zentimeter groß war Johannes Heinrich Wilhelm Behrens, genannt „Heini“. Der pensionierte Pastor und Chronist Christoph Frommhagen hat über ihn jahrelang Schriften, Fotos, Zeitungsausschnitte gesammelt und sogar den Stammbaum des 1894 geborenen Mannes recherchiert. Am 21. Mai 1894 unehelich in Garbek geboren, in der Kirche zu Warder getauft und dort 1910 konfirmiert, wurde Heini später zum Weltenbummler. Er trat in Zirkus-Arenen auf, wurde fast von Elefanten zertrampelt und ließ sich von seiner Katze durch London ziehen.

LN-Bild

Wahre Kenner von Garbek wissen es: Hier lebte einst der kleinste Mensch der Welt.

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„Sie dürfen mich heute mal auf den Arm nehmen“ Heini Behrens zu einem „Riesen“

Zeitzeugen berichteten von dem kleinen Mann, der so gerne Zigarren paffte, dass er gut und gerne tanzte, dabei den Frauen unter den Rock schaute. So klein war er. Er soll anfangs bei seinem Großvater, dem Tagelöhner Johann-Heinrich Behrens, in Garbek gelebt haben. Wichtig war dem schlagfertigen Kerlchen immer, dass ihn keiner „Liliputaner“ nannte. Denn bei ihm stimmten die Proportionen, auch der Kopf war kleiner. Er war der kleinste Mann der Welt, da war das ganze Dorf stolz drauf. Weihnachten soll er von der Gutsherrin immer grünen Lodenstoff für seinen Mini-Anzug bekommen haben.

Da er Schneider gelernt hatte, nähte er sich seine Anzüge und Mäntelchen selbst. Auf den Fotos ist Behrens immer im feinsten Zwirn angezogen.

Sein zweites Markenzeichen waren die dicken Zigarren. Im Kolonialwarenladen von Garbek lagen die Stumpen immer für ihn bereit. Zeitweise habe er in einem „Zigeunerwagen“ im Gut Wensin gelebt, erzählt Frommhagen. Jugendliche, die einmal in das winzige Zuhause spähten, berichteten später, dass die Wohnwagen-Einrichtung passend für Heini winzig wie eine Puppenstube gestaltet war. Auf Gut Wensin soll Heini als Unterhalter bei größeren Festivitäten gearbeitet haben. Nebenbei war er auch noch als Viehzähler unterwegs.

Ein wichtiges Datum ist die Hochzeit mit seiner Frau Emmi am 10. September 1932. Die Engländerin war mit ihren 91 Zentimetern einen Kopf größer als er und ging als kleinste Musikerin der Welt in die Geschichte ein. Noch mehr Superlative: In der Leipziger Thomaskirche heirateten sie als „kleinstes Ehepaar der Welt“. Und Forscher Frommhagen ließ nichts unversucht, bis er eine Kopie der Heiratsurkunde ergattert hatte. Die Kleinwüchsigen waren damals begehrte Leute beim Zirkus und auf Schaubühnen. Von überall her bekam Frommhagen Heini-Fotos, die er nun hütet wie einen Schatz.

Besonderes Aufsehen erregte der Zirkusartist Behrens, wenn er sich „hoch zu Katze“ durch die Straßen von London kutschieren ließ. Tadellos gekleidet mit Hütchen und Mäntelchen ließ sich die elegante Erscheinung vom grauen Kater durch London ziehen. In Garbek hingegen sah man ihn meist stehend oder sitzend auf der Theke „Lütt un Lütt“ picheln. Er soll auch gerne mal einen übern Durst getrunken haben.

1956 sorgte Behrens auch in der der ausländischen Presse für Aufsehen, als er in London vor Gericht den größten Zirkus Englands auf Schadenersatz verklagte. Fünf Elefanten aus dem Zirkus hatten drei Jahre zuvor seine winzige Schaubude niedergetrampelt. Aus dem zertrümmerten Wagen wurde er selbst unversehrt geborgen, aber seine Emmi hatte so schwere Verletzungen davongetragen, dass sie nicht mehr als kleinste Musikerin der Welt auftreten konnte. Vor Gericht fiel der aufgeregte Heini einige Male von der Zeugenbank und musste von einem Gerichtsdiener wieder hinaufgehoben werden. Heini war nicht schwer, er soll nur 15 Kilogramm gewogen haben. Vor Freude ließ er sich von einem „Riesen“ auf den Arm nehmen, als ihm das Gericht nach dem Elefanten-Überfall 41 000 Mark Schadenersatz zugesprochen hatte. Am 26. April 1961 starb Heini im englischen York an einer Thrombose – weit weg von seinem Garbek.

Karten für das LN-Quiz gibt es im Bad Segeberger Rathaus und in der LN-Geschäftsstelle

Die Lübecker Nachrichten begleiten die Luftbildausstellung im Bad Segeberger Rathaus mit einem Quiz, bei dem Antworten auf fünf Fragen gefordert sind. Nun ist auch die letzte Frage aufgelöst. In Garbek lebte also nicht die Kuh mit der besten Milchleistung, nicht der größte Hund der Welt, sondern der kleinste Mensch. Am vergangenen Sonntag wurde die Lösung für eine andere Frage präsentiert. Wer spielte im Kalkbergstadion? Hier war Bob Dylan die richtige Antwort. Prompt bekam der große Musiker den Literaturnobelpreis. . .

Das Dorf Garbek im Osten des Kreises, umgeben von weiten Rapsfeldern, ist nur eines von zahlreichen Motiven unter dem Motto „Segeberg von ganz oben“. Die Ausstellung ist bis zum 28.

Oktober im ersten Obergeschoss des Rathauses zu besichtigen. Die Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch 8 bis 16 Uhr, Donnerstag 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr.

Die Karten fürs LN-Quiz gibt es im Rathaus, im Ausstellungsraum (1. Stock) sowie in der neuen LN-Geschäftsstelle in der Kurhausstraße 14. Die Gewinner dürfen sich auf tolle Preise freuen. Hauptpreis ist ein Rundflug über Bad Segeberg und Umgebung. Wer das Comedy-Stück „Oh Alpenglühn“ am 19. Februar 2017 im Kleinen Theater Wahlstedt sehen möchte, darf auf den zweiten Preis hoffen. Der dritte Preis ist eine 55-Euro-Wertkarte für das Hallenbad.

 Wolfgang Glombik

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