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Segeberg Helfer vernetzen: Synode diskutiert Flüchtlingsfragen
Lokales Segeberg Helfer vernetzen: Synode diskutiert Flüchtlingsfragen
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22:21 27.11.2014
Flüchtlingsbeauftragter Stefan Schmidt.
Rickling

Mit Flüchtlingsfragen beschäftigte sich die Synode des Kirchenkreises Altholstein am Mittwoch in Rickling. Durch die Aufnahmeeinrichtung in Neumünster und die geplante Außenstation in Boostedt sei der Kirchenkreis vom aktuellen Flüchtlingsstrom besonders betroffen, begründet Propst Stefan Block. Die Dietrich-Bonhoeffer-Kirchenkreisgemeinde bietet in Sichtweite zur Einrichtung in Neumünster das Beratungscafé vis à vis an. Dies sei nur eine von vielen Angeboten in den 53 Gemeinden des Kirchenkreises.

Zwischen Henstedt-Ulzburg und Kiel bildeten sich Freundeskreise, Kleiderkammern, ehrenamtliche Sprachangebote, zählt Michael Frenzel vom Diakonischen Werk Altholstein auf. Er betont den Wandel im Denken der Menschen. In den 90ern seien den Flüchtlingen oft pauschal wirtschaftliche Interessen vorgeworfen worden. „Davon ist heute nichts mehr zu spüren.“ Das Ehrenamt sei unverzichtbar, so Frenzel. Trotzdem fordert er die Vernetzung mit hauptamtlichen Strukturen. Freiwillige Helfer von Flüchtlingen fühlten sich oft für alles verantwortlich und dann auch schnell überfordert. Die professionelle Beratung könnten sie nicht ersetzen. Zunehmend sähen Verwaltungen auch die Notwendigkeit solcher Strukturen und würden sich an die Diakonie wenden. Was ihnen fehle, sei Geld. Hier müsse das Land weitere Mittel zur Verfügung stellen. Es gebe zwar Migrationssozialberatungen an zentralen Orten, doch könnten Flüchtlinge nicht quer durch den Kreis fahren, so Frenzel. Dezentrale Angebote seien wichtig.

Eingeladen war zudem Stefan Schmidt, Flüchtlingsbeauftragter des Landes. Als ehemaliger Kapitän der Cap Anamur hatte er vor zehn Jahren 37 Flüchtlinge auf offener See gerettet. Sie waren seit drei oder vier Tagen in einem sechs Meter langen Schlauchboot auf dem Mittelmeer unterwegs gewesen. „Der Motor qualmte, das Boot hatte bereits Luft verloren.“ Bis nach Lampedusa hätten sie es nie geschafft, sagt Schmidt. „Da wären sie noch drei Tage unterwegs gewesen.“ Die Initiativen für Flüchtlinge vor Ort seien wichtig, es gebe vorbildliche Beispiele, aber die Hilfe müsse früher einsetzen.

Und wenn die Situation der Menschen vor Ort nicht geändert werden kann, müssten sichere Fluchtwege geschaffen werden. Da reiche keine „Frontex-Mission“, die Schiffbrüchige erst kurz vor der Küste aus dem Wasser fische, sagt Schmidt. Hier müsse die Politik ran. Jeder könne seine Abgeordneten „löchern“ und darauf aufmerksam machen, dass auf dem Mittelmeer „unmenschliches passiere“.

nam

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