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Segeberg Henning Wulf: „Bedauerlich, dass Dieck so abgestraft wurde“
Lokales Segeberg Henning Wulf: „Bedauerlich, dass Dieck so abgestraft wurde“
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20:29 14.03.2016
„Dass er den Fraktionsvorsitz abgibt, bedaure ich sehr.“ MdB Gero Storjohann, Kreisvorsitzender

Ein gutes Stück abrücken von der Kommunalpolitik und wieder mehr Zeit für Familie und Beruf — das ist der Schluss, den Claus Peter Dieck (49) aus seiner Wahlniederlage bei der Nominierung zum CDU-Landtagskandidaten für den Wahlkreis Segeberg- West zieht. Wie die LN am Sonntag berichteten, wurde mit einem eindeutigen Ergebnis von 85 zu 38 Stimmen Ole-Christopher Plambeck (30), Kreisvorsitzender der Jungen Union, nominiert. Dieck hatte daraufhin den Rückzug von (fast) allen seinen Ämtern angekündigt. Dass er dabei auch den Kreistags-Fraktionsvorsitz abgeben will, wird allseits bedauert.

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Bei der Landtagskandidatenkür der CDU lag Ole-Christopher Plambeck klar vor Claus Peter Dieck / Kommunalpolitiker bedauern Rückzug des Kreistags-Fraktionsvorsitzenden.

Henning Wulf (Bad Segeberg) zum Beispiel, als Hauptausschussvorsitzender lange Zeit Weggefährte von Dieck, sagt: „Ich finde es höchst bedauerlich, dass der profilierteste CDU-Politiker der Kreis- Kommunalpolitik von einer Wahlversammlung so abgestraft wurde. Offensichtlich wurden Arbeitseinsatz, Auftritt, Engagement, Fach- und Lebenserfahrung von Claus Peter Dieck anders bewertet als ich es aus täglichem Erleben täte.“ Deutliche Worte, und bei einem Stimmverhältnis von 68,5 Prozent für Plambeck könnte man durchaus von einer „Abstrafung“ sprechen.

So will es CDU-Kreisvorsitzender Gero Storjohann aber nicht bewertet wissen: Plambeck habe geschlossen den noch jungen Henstedt-Ulzburger Ortsverband hinter sich gehabt, während Dieck nun einmal nicht direkt aus einer der Gemeinden des Wahlkreises komme. Wer gesehen habe, welche Ortsverbände Mitglieder unter den 124 Stimmberechtigten (eingeladen waren 600 CDU-Mitglieder) mobilisiert hätten, der habe ein solches Ende voraussehen können.

Im Kreisverband wird Storjohann nun auf Claus Peter Dieck als Beisitzer sowie als Kreisvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) verzichten müssen. Dass Dieck per 30. Juni auch den Fraktionsvorsitz niederlegen will, bedauere er, sagt der Bundestagsabgeordnete Storjohann: „Auch wenn ich seine Entscheidung natürlich respektiere.“

Bis Ende Juni hat die Kreis-CDU nun Zeit, einen Nachfolger zu finden. Der Kaltenkirchener Hauke von Essen, von vielen ins Gespräch gebracht, sagt weder Ja noch Nein: „Da wäre noch eine Vielzahl von Fragen zu klären.“ Gleich abgelehnt hat via LN Jörg Buthmann (Wensin), Stellvertreter Diecks. Durch seine berufliche Tätigkeit und wegen seines Bürgermeisteramtes stehe er nicht zur Verfügung. Buthmann bedauert Diecks Entscheidung: „Die Nachricht vom geplanten Rücktritt unseres Fraktionsvorsitzenden Claus Peter Dieck hat mich tief betroffen gemacht. Claus Peter ist ein hervorragender Fraktionsvorsitzender mit sehr großem politischen Sachverstand und eine Persönlichkeit, die allgemein anerkannt ist“, sagt der Wensiner Bürgermeister. Immer wieder habe Dieck es geschafft, die verschiedenen Strömungen in der CDU-Fraktion zu erkennen und eine Integration zu erreichen: „Der Verlust eines solch erfahrenen Fraktionsvorsitzenden ist sehr groß.“

Claus Peter Dieck hatte am Abend der Wahl als erstes seinem siegreichen Gegenkandidaten gratuliert. „Weder gräme ich mich über, noch schäme ich mich für das Wahlergebnis“, stand später auf seiner Homepage. Doch habe er bei der Veranstaltung auch „Randerscheinungen“ ausgemacht, die ihm nicht gefallen hätten. Beobachtern war etwa aufgefallen, dass Vertreter der Jungen Union den Erfolg ihres Kreisvorsitzenden recht frenetisch herbeigeklatscht hatten.

Vielleicht meint der Landtagsabgeordnete Axel Bernstein, der für Segeberg-Ost bereits neu nominiert wurde, solche Erscheinungen, wenn er sagt: „Wenn es unnötige Verletzungen gegeben hat, bin ich sehr dafür, dass die Beteiligten nach der Auszeit, die Claus-Peter sich nimmt, darüber sprechen und wieder zusammenfinden.“ Claus Peter Dieck leiste schließlich für den Kreis Segeberg, seine Bürger und die CDU wertvolle und wichtige Arbeit.

Von Lothar Hermann Kullack

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