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Segeberg Herberge gesucht: Wer nimmt Maria und Josef?
Lokales Segeberg Herberge gesucht: Wer nimmt Maria und Josef?
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22:15 30.10.2013
Die Pastoren Kristian Lüders (l.) und Matthias Voß suchen für die Adventszeit Bürger, die die Figuren der Marienkirche zeigen. Quelle: Glombik
Bad Segeberg

Hol‘ dir eine Krippenfigur ins Schaufenster oder auf deinen Tresen: Mit einem spannenden Adventsprojekt wollen die Pastoren Matthias Voß und Kristian Lüders die Segeberger mitnehmen auf dem Weg zum Christkind. Es gehe nicht darum, sich über die Adventszeit eine imposante Krippenfigur der Marienkirche für die Wohnzimmer-Vitrine auszuleihen nach dem Motto „Rent a Jesus“. Vielmehr sei das Motiv der Aktion, Menschen in der Vorweihnachtszeit „Freude zu schenken“, sagte Kristian Lüders.

Es begann vor zwei Jahren. Da waren die beiden innovativ denkenden Pastoren „aus dem Stegreif“ mit Bollerwagen losgezuckelt und hatten in der Innenstadt wie weiland die verzweifelten Josef und Maria eine Herberge gesucht. Nicht für sich, sondern für die Krippenfiguren in ihrem Bollerwagen. Geschäftsinhaber konnten je eine der 16 Figuren bei sich aufnehmen. Es war ein Erfolg: Ob nun Hirte, König, Ochse, Schaf, Josef oder Maria — die wunderschönen handgeschnitzten Figuren der Kirche gingen in treue Hände quasi weg wie warme Semmel und sie fanden einen würdigen Platz in den Auslagen. „Die Menschen fanden das total interessant, so eine heilige Figur bei sich zu beherbergen“, bemerkte Matthias Voß. In diesem Jahr gehen die Pastoren einmal nicht mit den kostbaren Figuren hausieren, sondern warten darauf, dass sich die Menschen bei ihnen melden, wenn sie in ihrem Schaufenster, Geschäft oder ihrer Gaststätte eine Krippenfigur zeigen möchten.

Die handgeschnitzten Figuren, die sich die Kirchengemeinde auf Initiative von Maria Martensen in den 80er und 90erJahren peu à peu zulegte, sehen wunderschön aus, haben Ausstrahlung. Bei Bäckerei Ohrt stand vor zwei Jahren im Schaufenster übrigens keine Figur, sondern die leere Krippe, die mit weißen Stollen aufgefüllt wurde. Ein Symbol: Seit jeher erinnert die Form der Stollen und die weiße Bepuderung an das gewickelte Jesuskind.

Wichtig ist den beiden Pastoren, dass die Figuren später in der Adventszeit nicht in einer dunklen Ecke verschwinden, sondern im Alltag für die Öffentlichkeit zu sehen sind. Am vierten Advent sollen die 16 Figuren während eines feierlichen Gottesdienstes wieder in die Marienkirche getragen werden. Alle, die eine Figur beherbergt haben, sollen dann dem Christkind etwas Persönliches mitgeben. Was genau, bleibt der Phantasie der Krippen-Hüter überlassen. Die Mitbringsel Gold, Weihrauch und Myrrhe sind jedenfalls schon vergeben. Okay, mancher verdreht die Augen, wenn der Jubilar auf die Frage „Was wünschst Du Dir?“ mit „Etwas Persönliches“ oder „Etwas, was Dir auf der Seele liegt“ antwortet. Da ist es einfacher, wenn das Geburtstagskind „Die neueste CD von Katie Melua“ wünscht.

Doch Voß und Lüders halten es bewusst vage und sind gespannt, was die Leute für das Christkind anschleppen. „Es könnte ein symbolisches Geschenk sei, ein Bild oder eine Locke für das Christkind“, hilft Lüders.

Wer eine Krippenfigur aufstellen und zeigen möchte, der kann sich bei Kristian Lüders (Telefon 045 51/94 37 34) oder Matthias Voß (Telefon 045 51/95 52 30) melden.

Wolfgang Glombik

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