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Segeberg Hermann Westphal verlässt FDP und Stadtvertretung
Lokales Segeberg Hermann Westphal verlässt FDP und Stadtvertretung
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20:33 08.06.2017
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Bad Segeberg

Er ist ein Original in der Bad Segeberger Stadtvertretung. Wenn er bei den Sitzungen loslegt, greifen die Reporter zum Kugelschreiber, um keinen Spruch zu versäumen. Doch jetzt ist Schluss mit lustig. Hermann Westphal ist nach 27 Jahren Mitgliedschaft überraschend aus der FDP ausgetreten. Gleichzeitig verlässt er zum Monatsende Stadtvertretung und Ausschüsse. Der 71-Jährige macht keine halben Sachen.

Mit Hermann Westphal verlässt der letzte FDP-Vertreter die Stadtpolitik.

Nachdem der FDP-Mitstreiter Dieter Gamm aus gesundheitlichen Gründen die politische Bühne verlassen hatte, bleiben nun mangels Nachrücker die beiden FDP-Stühle bis zur nächsten Kommunalwahl 2018 in der Stadtvertretung leer. Seit September 2016, als sich der FDP-Vorstand mit Anna- Patricia Thomsen an der Spitze neu formierte, sei der Gesprächsfaden mit ihm gerissen, lässt Westphal durchblicken.

„Miteinander reden und seine Meinungen und Gedanken in persönlichen Gesprächen auszutauschen, halte ich für immens wichtig.“ Er habe Festnetztelefon, Mobiltelefon und E-Mail, jedoch kein Facebook, kein Twitter und kein WhatsApp. Das Aug’ in Aug’ sei für ihn bedeutend, sagte er den LN. Nur E-Mail mit Terminabsprachen sei ihm als Kommunalpolitiker zu wenig.

„Wir waren von seiner Kündigung völlig überrascht“, sagte die FDP-Vorsitzende Thomsen gestern auf LN-Nachfrage. Sie selbst sei häufig in Sitzungen dabei und habe sich mit Westphal immer ausgetauscht.

„Wir müssen seinen Schritt jetzt akzeptieren, haben ihm aber Gespräche angeboten. Seine Gründe liegen für uns im Dunkeln.“

Von 1994 bis 1998 arbeitete Westphal in städtischen Ausschüssen mit. Seit 2008 saß er für die FDP in der Stadtvertretung. Ihm ist es zu verdanken, dass in den Sitzungen jetzt mit orangefarbenen Karten abgestimmt wird, damit die Sitzungsleitung besser zählen kann. Das habe er als engagierter Gewerkschafter bei Betriebsratssitzungen abgeguckt. In der Stadtpolitik habe er nie Klientelpolitik praktiziert, sondern sei immer seinem Verstand gefolgt. „Meine Brille war und ist vom Optiker, nicht von der Partei“, sagt Westphal rückblickend.

Ein Dauerthema des begeisterten Fußgängers war zum Beispiel die Forderung, auf Parkgebühren zu verzichten, dafür kostenlose, aber zeitlich befristete Stellflächen anzubieten. „Wir dürfen keinen Eintritt für Bad Segeberg verlangen“, war der Einwurf des Unbeugsamen. Er war gegen die Fremdenverkehrsabgabe, hatte sich als erster Politiker für den Abriss des maroden Parkhauses am Landratspark ausgesprochen. Auch für den Abriss des Bergschlösschen stimmte er. Die Leute, die darüber jammerten, seien viele Jahre selbst gar nicht mehr auf dem Berg gewesen, sagt Westphal. Bedauerlich finde er, dass er jetzt keine Stadtpolitik mehr machen könne. Er sei über die FDP-Liste in die Politik gelangt und werde fairerweise nicht als Parteiloser sein Mandat behalten.

Westphal-Sprüche

Zum Bergschlösschen-Abriss: „Ich bin auch für Nostalgie und höre gern Peter Kraus, aber ich möchte deshalb nicht mehr Schulden anhäufen.“

Zur Seepromenade: „Auch beim Pflegeheim ist immer nachgebuttert und nachgebuttert worden. Wir werden das mit drei Fäusten in der Tasche abnicken müssen.“

Zu Tier-Straßennamen in der Ex-Kaserne: „Der Leopard ist ein wunderschönes Tier. Naja, der Iltis stinkt ein bisschen, ist aber auch gut.“

Wolfgang Glombik

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