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Segeberg Herms: Nein zum Baugebiet blockiert Entwicklung des Orts
Lokales Segeberg Herms: Nein zum Baugebiet blockiert Entwicklung des Orts
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15:32 27.07.2018
Melanie Ziske (li.) überzeugte mit den Argumenten gegen das Baugebiet nicht alle Besucher der Sitzung. Quelle: Fotos: Petra Dreu
Klein Rönnau

Lange hatte Grundstückseigentümer und Gemeindevertreter Falko Mumme um eine zweite Zufahrt für das geplante Baugebiet in zweiter Reihe zum Chausseebaum gerungen. Kaum hatte man sich geeinigt, machte ein Fledermaus-Gutachten den Beteiligten einen Strich durch die Rechnung. Die geplante Zufahrt erwies sich als Hauptflugroute für besonders lichtempfindliche Fledermausarten und ist damit passé.

Das Neubaugebiet mit 50 Bauplätzen am Chausseebaum: Kommt es oder kommt es nicht? Am 16. September können die Klein Rönnauer darüber abstimmen. Die Argumente für und dagegen tauschten Gemeinde und die Initiatoren des Bürgerentscheids am Mittwoch im Gemeinderat aus.

Während die Gemeinde und der Kreis die einzige verbleibende Zufahrt über die bestehende Wohnanlage für ausreichend halten, wehren sich die Bewohner des Objekts gegen den zusätzlichen Straßenverkehr unmittelbar vor ihrer Haustür (die LN berichteten).

Bürgermeister Dietrich Herms verlas am Mittwoch eine Stellungnahme der Gemeinde. Sollte der Bebauungsplan aufgehoben werden, würde die räumliche Entwicklung der Gemeinde blockiert werden, dringend benötigter Wohnraum könne nicht geschaffen werden. Die Gemeinde habe in der Vergangenheit viele Baumaßnahmen wie den Anbau an das Feuerwehrhaus oder die Sanierung des Hauses Rönnau stemmen müssen. Aktuell stehe die Erweiterung des Kindergartens an. Um diese Aufgaben finanzieren zu können, müssten entweder Abgaben erhöht werden oder die Einwohnerzahl durch die Schaffung neuer Baugrundstücke, führte Herms aus. Er rief alle Rönnauer auf, am 1. September die Gelegenheit zu einem Ortstermin zu nutzen und sich selbst ein Bild von der geplanten Zufahrt zu machen.

Für die Initiatoren des Bürgerentscheids ergriff Melanie Ziske das Wort. Sie lebt zwar selbst nicht in der Wohnanlage, besitzt aber eine Wohnung dort. Sie warf der Gemeindevertretung vor, nicht das Gemeinwohl im Blick zu haben, sondern Einzelinteressen zu fördern.

Die Baugenehmigung für die bestehende Anlage sei auf seniorengerechtes Wohnen ausgelegt, zudem führte Ziske die Absichtserklärungen zur Förderung von Senioren im Landesentwicklungsplan 2010 und sogar im Kreiswahlprogramm der CDU aus dem Jahr 2008 an. Damit wollte sie unterstreichen, dass die Gemeinde ihrer Verantwortung gegenüber den Senioren gerecht werden müsse. Dass die Fledermäuse laut Gutachten auch die mögliche zweite Zufahrt als Flugroute nutzten, führte Ziske als weiteres Argument gegen das Baugebiet an.

Eine Diskussion gab es zwar nicht, dafür aber begegneten sich die Kontrahenten später in der Einwohnerfragezeit nicht gerade zimperlich. „Bei ihnen sind Gemeinwohl und Einzelinteressen deutlich durcheinander geraten“, sagte Gemeindevertreter Walter Rackow in Richtung Ziske. Die Wohnanlage sei schließlich kein Pflegeheim. Diese Aussage sorgte bei einigen Zuhörern für Unmut, allerdings wurde in der Sitzung auch deutlich, dass viele Klein Rönnauer den Argumenten der Gegner des Baugebiets nicht folgen können.

ADes Weiteren vereidigte Bürgermeister Dietrich Herms Andreas Dankert zu seinem zweiten Stellvertreter. Außerdem bewilligten die Gemeindevertreter 1300 Euro zur Mitfinanzierung neuer Hockeytore für den SC Rönnau.

Der Bürgerentscheid

„Sind Sie dafür, den Aufstellungsbeschluss zum B-Plan Nr. 12 ,Fläche östlich angrenzend an die Grundstücke Chausseebaum 6 - 22 und südlich der Straße Rahland’ aufzuheben“ laute die Fragestellung des Bürgerentscheids, über den die Klein Rönnauer am 16. September von 8 bis 18 Uhr in der Alten Wassermühle oder per Briefwahl abstimmen können.

Petra Dreu

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