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Segeberg Herrenhaus Seedorf wechselt für 527 000 Euro seinen Eigentümer
Lokales Segeberg Herrenhaus Seedorf wechselt für 527 000 Euro seinen Eigentümer
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10:00 09.03.2016
Er freute sich über seinen Erfolg vor dem Amtsgericht: Dietger Hartmut Bernot (72) aus Bosau.

Für insgesamt 527000 Euro hat er das Herrenhaus mit Nebengebäuden und über 18000 Quadratmeter Land ersteigert. Der Verkehrswert hatte bei 749000 Euro gelegen. „Damit haben wir die Sieben-Zehntel-Marke geknackt“, bilanzierte Rechtspflegerin Katja Kestin nach fast zwei Stunden zufrieden. Sie leitete die komplizierte Auktion, bei der nur Bernot geboten hat, souverän.

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Am Ende einer komplizierten Zwangsversteigerung im Amtsgericht Bad Segeberg herrschte eine Mischung aus Heiterkeit und Erleichterung.

„Ich habe andächtig davorgestanden und konnte mich nicht dagegen wehren — ich musste es haben.“Dietger H. Bernot, Herrenhauseigentümer

Zwangsversteigerungen haben ihre eigenen Regeln. Und die sind für Laien nur schwer zu durchschauen. Nicht auszuschließen ist, dass der erfolgreiche Bieter sich nicht nur ein vermeintliches Schnäppchen sichert, sondern zugleich ein paar Probleme ans Bein bindet. Dieses Risiko war Bernot eingegangen. Auf Teilen der weitläufigen Anlage, die als Ganzes zum Aufruf gekommen war, liegen Lasten und Rechte wie beispielsweise Grunddienstbarkeiten, Vorkaufs-, Wege- oder Leitungsrechte, die dem Käufer das Leben erschweren könnten. Das war Bernot nicht ganz klar: „Das habe ich nicht richtig verstanden“, sagte er. Auch dass er eine Grundschuld — immerhin 127000 Euro — übernehmen müsse, wurde ihm erst während der Bietzeit bewusst. „Von solchen Rechten gibt es aber nicht noch mehr, oder?“, fragte er etwas irritiert und provozierte so Gelächter im Publikum.

Als „Coach“ betätigte sich dann Friedbert Bast von der Sparkasse Südholstein, die Hauptgläubigerin des Ehepaars ist, dem das Herrenhaus zuvor gehörte. Unter vier Augen klärte Bast Bernot auf. Dieser bot schließlich 400000 Euro plus 127000 Euro und erhielt den Zuschlag.

Was will der ledige Mann mit dem 700 Quadratmeter Platz bietenden Herrenhaus, das in seinen Ursprüngen Ende des 17. Jahrhunderst erbaut wurde? Ihm schwebe vor, dass sein früherer Arbeitgeber, bei dem er 42 Jahre gearbeitet und wo er ein kleines Vermögen verdient habe, das Anwesen zu Schulungszwecken nutzen könnte. Eine Zusage dafür gebe es jedoch nicht. Sicher ist für Bernot eins: „Das Gebäude muss genutzt werden.“ Gern als Tagungsstätte. Er selber werde dort einen weiteren Wohnsitz, seinen dritten, nehmen. Und er hofft, dass seine Nichte dort eine medizinische Praxis eröffnen wolle. „Als Erstes muss ich sehen, was an den Gebäuden gemacht werden muss“, sagt der neuer Eigentümer.

Bernot, der gleich von Bürgermeister Gerd Lentföhr und seinem neuen Nachbarn Lutz Frank („Turmschänke“) als Seedorfer begrüßt wurde, war übrigens noch nie in den Gebäuden, kennt deren Zustand also gar nicht. Als er das Herrenhaus das erste Mal gesehen hat, „habe ich andächtig davorgestanden und konnte mich nicht dagegen wehren — ich musste es haben“.

Von Christian Spreer

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