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Segeberg Herrenmühle: Letzte Hilfe vor dem Abriss
Lokales Segeberg Herrenmühle: Letzte Hilfe vor dem Abriss
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21:10 25.06.2013
Zum Bau des Plateau wurde jeweils ein Wehr an der Brücke geschlossen. Von dort aus werden Handwerker die Brücke mit Stahl verstärken.
Klein Gladebrügge

Es ist die kreisweit spektakulärste Baustelle auf der Gerald Swiontek und seine Kollegen von der Lübecker Firma BST arbeiten. Er steht auf einem Holzplateau unterhalb der historischen Brücke bei Herrenmühle, darunter schießt die wilde Trave in ihr Flussbett hinab. Es braust ohrenbetäubend. Vor Swiontek öffnet sich das Travetal, er hat einen herrlichen Blick auf die gewaltige Kraft des schäumenden Wassers.

Diesem Strom trotzt seit etwa 1870 die Brücke. Ursprünglich für Pferdefuhrwerke gebaut, soll das historische Brückenbauwerk nun ein Stützkorsett aus Stahlträgern und Balken verpasst bekommen, damit es künftig Fahrzeuge bis zu 16 Tonnen befahren dürfen. 117 000 Euro gibt der Kreis für sie provisorische Maßnahme aus. Denn die Jahre der Brücke sind gezählt. 30 Meter entfernt soll eine neue Beton-Straßenbrücke entstehen.

Noch wird die alte gebraucht. Die Bohrkerne aus den Brückenpfeilern zeigen, dass diese aus reinem Naturstein gebaut worden sind. Beste Qualität von 1870. Nils Petersen, Leiter des Kreis-Tiefbauamtes: „Sorgen machen uns nicht die Pfeiler, sondern die Gewölbe der Brücke.“ Einer der Gewölberinge könne gar keine Lasten mehr tragen. Hier müssen Stützen mit Stahlträgern und Balken eingelassen werden. In die Naturstein-Pfeiler dringen mühsam Kernbohrer ein. Dort sollen die Stahlträger verankert werden.

Thorsten Wolf, Leiter des Kreisbauamtes, betont, dass es nicht leicht gewesen sei, eine passende Fachfirma für diese Aufgabe zu finden. Bei der ersten Ausschreibung habe es nur Angebote gegeben, die weit über den veranschlagten Kosten lagen. Im zweiten Anlauf lief es besser. Ziel sei es, die Brücke für den Kleinlastwagen und für landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht über 16 Tonnen zu öffnen.

Gleichzeitig beginnen die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren der neuen Brücke. Die soll etwa 30 Meter von der alten entfernt über den Fluss geführt werden. Über das empfindliche Flora-Fauna-Habitat „Travetal“. Zurzeit wird das Umweltgutachten erarbeitet, die Tier und Pflanzenwelt kartiert. Direkt an dem reetgedecktem Haus nahe der alten Brücke soll die Kreisstraße eine Bogen zur neuen Querung machen. Dieser muss großzügig ausfallen, um Geschwindigkeiten von 50 bis 70 Stundenkilometer zu ermöglichen. Sonst gebe es keine Landeszuschüsse, betont Wolf. Er rechne mit einer Bausumme von 2,5 bis drei Millionen Euro. Die neue Brücke soll 2017 fertiggestelt sein, danach werde die alte abgerissen. Mit dem Abriss gebe es die Chance die Hochwassergefahr zu entschärfen und das Wasser ungehindert durchlaufen zu lassen. Fischtreppen und eine Kanugleitvorrichtung können gebaut werden, kündigte Wolf an. Es tue ihm weh, es sei schade um dieses Kleinod, aber „am Abriss führt kein Weg dran vorbei“.

Wolfgang Glombik

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