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Hilfe bei psychischen Krisen künftig auch nachts

Bad Segeberg Hilfe bei psychischen Krisen künftig auch nachts

Der Segeberger Kreistag hat jetzt die Einrichtung eines 24-Stunden-Krisendienstes auf den Weg gebracht. Bei psychologischen Notfällen sollen sich seine Mitarbeiter schnell um die Betroffenen kümmern, um dadurch behördliche Zwangseinweisungen möglichst zu verhindern.

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Freuen sich auf die künftige Zusammenarbeit: v. l. Dr. Sylvia Hakimpour-Zern, Janina Jesse und Karin Löhmann.

Quelle: Foto: Sabrina Müller (hfr)

Bad Segeberg. Angsterkrankungen, Depressionen, Sucht, Persönlichkeitsstörungen, Suizidgedanken – die Gründe, die einen Menschen in eine Not- oder Krisensituation stürzen können, sind vielzählig. Werktags und tagsüber stehen Mitarbeiter der Kreisverwaltung zur Unterstützung bereits jetzt zur Verfügung. Um akut psychisch Erkrankten künftig auch nachts und am Wochenende möglichst schnell helfen zu können und um Zwangseinweisungen wenn möglich zu verhindern, hat der Kreistag einer Kooperation des Kreises mit der Gesellschaft für Soziale Hilfen in Norddeutschland aus Kiel (GSHN) zugestimmt, teilte die Kreisverwaltung mit. Die Zusammenarbeit sei dabei zunächst auf sechs Jahre ausgelegt und soll zum 1. März 2018 aufgenommen werden. Hintergrund für die Einrichtung des 24-Stunden-Krisendienstes ist das sogenannte Psychisch-Kranken-Gesetz Schleswig-Holstein. Demnach muss der Kreis dafür sorgen, dass psychisch Kranken geholfen wird – besonders dann, wenn sie sich oder andere gefährden könnten. In einem solchen Fall sei mit Genehmigung des Amtsgerichts auch eine Zwangseinweisung in eine Klinik möglich. 350 solcher Zwangseinweisungen gebe es durchschnittlich pro Jahr im Kreis Segeberg. 220 davon in der Nacht oder am Wochenende.

Bisher gelte eine Absprache des Kreises mit den Amtsgerichten und der Polizei: Außerhalb der Dienstzeiten der Kreisverwaltung werden die Patienten mit Polizei und Krankenwagen zum Psychiatrischen Krankenhaus Rickling gefahren, erklärt Kreissprecherin Sabrina Müller. Dort klärten Ärzte, ob eine Gefahr für den Patienten oder andere besteht. Der Bereitschaftsdienst des Kreises stellt daraufhin gegebenenfalls einen Antrag auf Zwangseinweisung beim Amtsgericht. „Da dieses Vorgehen nicht mehr den aktuellen gesetzlichen Regelungen entspricht, wird der eigenständige Krisendienst notwendig“, begründet Müller.

Die sozialpädagogischen Fachkräfte der GSHN Kiel sollen „insbesondere eine Unterbringung erübrigen und die Behandlung unterstützen“. Sie sprechen mit den Patienten zu Hause oder auf einer Polizeiwache. Erst wenn sie mit „milderen Mitteln“ nicht weiterkommen, werde künftig in einem nächsten Schritt ein psychiatrisch erfahrener Arzt hinzugezogen, um wegen eventueller Eigen- oder Fremdgefährdung eine richterlich angeordnete Unterbringung zu erwirken. Erst dann würde ein Patient mit Krankenwagen und Polizeibegleitung ins Psychiatrische Krankenhaus Rickling gebracht.

Die GSHN sei jetzt dabei, das neue Team zusammenzustellen. Dafür werden Honorarkräfte aus dem Kreis Segeberg und Umgebung gesucht. Alle Mitarbeiter der GSHN erhielten regelmäßig Fortbildungen, in denen es beispielsweise um Deeskalationstechniken geht. Das soll auch die Ängste der eigenen Angestellten abbauen.

In anderen Kreisen würden schon jetzt sozialpädagogische Teams vorausgeschickt, wenn ein Mensch in einer psychischen Krise steckt und Hilfe benötigt. Diese Art der Unterstützung habe dort zu einem „rapiden Rücklauf“ an Zwangseinweisungen geführt, wie Dr. Sylvia Hakimpour-Zern, Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Kreises, sagt. Das sei auch das Hauptziel für Segeberg.

Kontakt

Der 24-Stunden-Krisendienst wird wochentags außerhalb der Öffnungszeiten des Kreishauses von 16 Uhr nachmittags bis 8 Uhr morgens sowie am Wochenende von 13 Uhr am Freitag bis 8 Uhr am Montagmorgen zuständig sein. Wichtig ist allen Beteiligten dabei eine enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachstellen. Der Sozialpsychiatrische Dienst des Kreises ist für nähere Informationen unter Telefon 04551/951493 erreichbar oder per Mail unter gesundheit@kreis-se.de

LN

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