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Segeberg Hilfe für Ehrenamtler in der neuen Beratungsstelle
Lokales Segeberg Hilfe für Ehrenamtler in der neuen Beratungsstelle
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10:14 02.08.2017
Neueröffnung der Beratungs- und Koordinierungsstelle Ehrenamt: Rike Honerlage, Leiter Andreas Moll, Carine Schröder, Michael Weyand, Sonia Laufer und Sina Koch (v. l.) werden drei Tage in der Woche beraten und helfen. Quelle: Foto: Silvie Domann
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Bad Segeberg

Ehrenamtler, vor allem Flüchtlingshelfer, benötigen hin und wieder ein paar Tipps und Unterstützung für ihre Arbeit. Rat und Hilfe können sie nun in der neu eröffneten Beratungs- und Koordinierungsstelle Ehrenamt des DRK in Bad Segeberg erhalten. „Wir sehen uns als Anlaufstelle für ehrenamtliche Helfer, aber auch für hilfesuchende Menschen“, sagt Andreas Moll, Koordinator für Integration beim DRK im Kreis Segeberg. Nicht nur Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund will er beraten, sondern jeden hilfesuchenden Menschen, der Unterstützung nötig hat. So zum Beispiel auch die hochschwangere, alleinerziehende, Arbeit suchende junge Frau, die sich an ihn wendet und eine Sozialberatung benötigt.

Die Beratungsstelle will dabei nach eigenen Angaben nicht mit anderen Einrichtungen konkurrieren, sondern sie will „die tolle Arbeit, die von vielen anderen Institutionen geleistet wird, vernetzen und Lücken schließen“. Denn häufig würden die noch in ihrem stillen Kämmerlein arbeiten. „Wir sind hauptamtliche Mitarbeiter, kommen aus verschiedenen Flüchtlings-Landesunterkünften und bringen eine Menge Know-How mit“, sagt Moll. Dieses wolle man nun mit dem Wissen der anderen Beratungsstellen bündeln und so zu einem gemeinsamen, starken Team werden.

Eine Kurzberatung hat Moll bereits hinter sich. Eine Flüchtlingslotsin hat ihn um Rat gefragt. Sie ist auf familiäre Probleme gestoßen, die sie alleine nicht lösen kann. „Die Dame wird nun von uns betreut, außerdem werden unsere pädagogischen Mitarbeiter versuchen, das Problem zu lösen.“ Mit ihrer Arbeit wollen Moll und seine fünf Mitarbeiter des Beratungsbüros das Ehrenamt im Kreis entlasten.

Neben der Beratung von Hilfesuchende steht auch die Koordination im Vordergrund. So ist ein großes Ziel des Projektes, ein Pool an Ehrenamtler zu generieren.

Moll und seine Mitarbeiter arbeiten eigentlich für das DRK in der Flüchtlingsunterkunft des Levo- Parks. Seit Mitte Juni ist die aber ein Leerstandsbetrieb. Dass bedeutet, dass die Unterkunft so gepflegt werden muss, dass bei Bedarf innerhalb von 48 Stunden Flüchtlinge wieder untergebracht werden können. Da die Instandhaltung nicht die ganze Zeit in Anspruch nimmt, haben Moll und Co. in den vergangenen Wochen das Projekt ausgearbeitet.

An drei Tagen in der Woche ist die Beratungs- und Koordinierungsstelle Ehrenamt in der Hamburger Straße 7 geöffnet. Die Öffnungszeiten sind montags von 14 bis 17 Uhr sowie dienstags und donnerstags jeweils von 10 bis 13 Uhr. Weitere Infos zum Beratungsbüro unter 04551/9920.

Projekt „Moin“: Migration im ländlichen Raum

Ein weiteres Projekt haben die Mitarbeiter des Leerstandsbetriebes, der zentralen Flüchtlingsunterkunft Levo-Park, ausgearbeitet. Geholfen dabei haben ihnen ihre gesammelten Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe.

„Moin“ heißt das neue Projekt. Die Anfangsbuchstaben stehen für Migration, Orientierung, Integration und Netzwerk. Das Projekt soll geflüchtete Menschen und Nachbarn zusammenbringen, vor allem im ländlichen Raum. Unterschiedliche mobile Angebote sind dazu angedacht. Neben sozialpädagogischer Beratung und Unterstützung junger Erwachsener sind unterschiedliche handwerklich-kreative Kurse wie Nähen, Räder reparieren, Kochen geplant. Spezielle Angebote für Frauen, wie ein mobiler Fahrradkursus, interkulturelle Bildung, ein offener Treff und Informationsveranstaltungen sind ebenso möglich.

Die Angebote können flexibel anpasst und erweitert werden. „Wir werden das Projekt den Ämtern vorstellen und den Bedarf vor Ort ermitteln“, erklärt Andreas Moll. Die mobilen Angebote werden anfangs von hauptamtlichen Mitarbeitern betreut, später soll die Leitung von Ehrenamtlern vor Ort erfolgen, wobei die Angebote weiterhin sozialpädagogisch begleitet werden. So sehen sich die „Moin“-Mitarbeiter als Ansprechpartner für zugewanderte Menschen, kommunale Organisationen, örtliche Vereine und Ehrenamtler an. „Letztlich öffnet ,Moin’ Türen und bringt ein solidarisches Miteinander über kulturelle Unterschiede hinweg“, sagt Moll. Infos unter 0151/40908698.

 Silvie Domann

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