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Segeberg „Hilfe im Advent“ für den Hospizverein Segeberg
Lokales Segeberg „Hilfe im Advent“ für den Hospizverein Segeberg
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12:48 03.12.2018
Die hauptamtlichen Koordinatorinnen vom Hospizverein Segeberg: Kirsten Schroeder, Elke Hoffmann, Gina Krause (v. l.). Quelle: Heike Hiltrop
Bad Segeberg

 Eine blaue Kerze steht brennend auf einem Tablett auf dem Fußboden mitten in dem Raum mit vielen Bildern und Büchern. Daneben steht eine Vase mit roten Amaryllis, drumherum sitzen Kirsten Schroeder, Elke Hoffmann und Gina Krause. Team-Besprechung der Koordinatorinnen im Hospizverein Segeberg. Kirsten Schroeder berichtet aus der gerade zu Ende gegangenen Sprechstunde: „Es gibt Tage, da geben sich vier, fünf Leute die Klinke in die Hand, manchmal kommt niemand.“ Die Stimmung in der Runde ist locker, aber konzentriert, der Umgang offen und zugewandt. Gerade ist der Erfolg des hauseigenen Dokumentarstreifens „Verlass mich nicht, wenn ich schwach werde“ Thema. Ein Film, der Sterbebegleiter aus Segeberg porträtiert, aufzeigt, was Hospizarbeit bedeutet – für diejenigen, die am Ende ihres Lebens stehen, für ihre Angehörigen und für die Helfer selbst.

Hilfe im Advent

Liebe Leserinnen und Leser,

die Spendenaktion „Hilfe im Advent“ der Lübecker Nachrichten in Kooperation mit der Sparkasse Südholstein kommt in diesem Jahr dem Hospizverein Segeberg zugute.

Sterben, Tod und Trauer - das sind Themen, die uns extrem fordern, nicht selten überfordern. Der Hospizverein Segeberg bietet seit nunmehr 25 Jahren Menschen in solch schwierigen Lebenssituationen Unterstützung an. Ehrenamtliche Helfer begleiten schwerkranke und sterbende Menschen, und sie kümmern sich um Angehörige. Sie hören zu, führen Gespräche, sind „einfach da“ oder bieten eine ruhige Hand am Sterbebett. Ziel der Ehrenamtlichen ist es, jedem Menschen eine den eigenen Bedürfnissen entsprechende letzte Lebenszeit und ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. Darüber hinaus ist es dem Verein ein Anliegen, die häufig tabuisierten Themen Sterben, Tod und Trauer an die Öffentlichkeit zu bringen und Menschen dadurch Ängste zu nehmen.

Liebe Leserinnen und Leser, bitte unterstützen Sie diese wertvolle Arbeit des Hospizvereins und das Engagement der Ehrenamtlichen. Bitte spenden Sie für „Hilfe im Advent“. Holger Schwartz, Redaktionsleiter

Das Spendenkonto:

Hospizverein Segeberg e.V.

Sparkasse Südholstein

IBAN:DE94 2305 1030 0015 0888 83

SWIFT-BIC: NOLADE21SHO

Der Umgang mit Sterbenden, egal ob Kind, Mann, Frau oder Greis, ist immer noch ein Tabu, dabei ist nichts so sicher wie das Ende. Dennoch wird es in der Gesellschaft oftmals totgeschwiegen. Hospizarbeit geht offen mit dem Thema um. Betroffene und ihre Gedanken, Sorgen und Nöte bekommen hier lebensbejahende Aufmerksamkeit, Fürsorge – ein offenes Ohr.

Hospizverein Segeberg Kirsten Schroeder Quelle: Heike Hiltrop

Kirsten Schroeder: „Manchmal melden sich auch Freunde oder Angehörigen. Betroffene selbst fast nie“

Kirsten Schroeder, Elke Hoffmann und Gina Krause stehen den 50 ehrenamtlichen Frauen und Männern zur Seite, die sich als ausgebildete Sterbebegleiter engagieren, kümmern sich um Projekte etwa in Schulen. Sie haben den sozialen Fachhintergrund sowie eine Palliative-Care-Ausbildung absolviert. Darunter versteht man alles, was einem unheilbar kranken Menschen Linderung und Lebensqualität bis zum Ende bringt. Und sie sind der Erstkontakt dieses kostenfreien Angebots. „Meistens am Telefon“, sagt Elke Hoffmann. Gina Krause nickt: „Bei uns steht niemand plötzlich in der Tür und sagt: ,Hallo, ich bin todkrank.“ Vielmehr kämen beispielsweise Krankenhaus-Seelsorger oder Vertreter von Seniorenheimen auf sie zu. Das vor Jahren aus der Hospizarbeit gewachsene Palliativnetz liege mittlerweile über dem ganzen Kreis. „Manchmal melden sich auch Freunde oder Angehörige. Betroffene selbst fast nie“, erzählt Kirsten Schroeder.

Sterbebegleitung

Der Hospizverein Segeberg hat derzeit 173 Mitglieder, 50 meist Frauen, aber auch einige Männer sind als Sterbebegleiter aktiv. Wer sich so in die ehrenamtliche Hospizarbeit einbringen will, der wird in einem Kursus über sechs Wochenenden (freitags- und sonnabends) sowie drei Mittwochabende und einem Praktikum über den Verein ausgebildet. Am 12. Dezember ab 19 Uhr (Kirchstraße 10, Bad Segeberg) stellen die Koordinatorinnen Elke Hoffmann und Gina Krause die Inhalte dieser Ausbildung nach den Richtlinien des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbandes vor.

Zeitnah folge ein Besuchstermin. „Ich erlebe schon Menschen, die nicht wissen, was auf sie zukommt. Manche sind überrascht darüber, dass wir nicht in Schwarz und mit Trauermiene kommen“, sagt Kirsten Schroeder. „Aber ich erlebe auch Erleichterung, weil jemand da ist, zu dem die Menschen sagen können: ,Ich weiß, dass ich sterben werde.“ Wichtig sei es, dass die Chemie zwischen Begleiter und Betroffenem stimme, da brauche es Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl. Elke Hoffmann: „Manchmal brauchen die Betroffenen mehr Hilfe, manchmal die Angehörigen. Kirsten Schroeder stimmt zu: „Das, was wir machen soll gut tun, keinen Druck erzeugen.“

Film über Hospizverein Segeberg und Sterbebegleitung Quelle: Heike Hiltrop

Die Arbeit sei in 25 Jahren Segeberger Hospizarbeit mehr geworden, sind sich die drei Frauen einig. Auch weil das Angebot gewachsen sei: Sterbebegleitung, Trauerarbeit, Trauer-Café, Gehzeiten. Über alle Bereiche und die Menschen dahinter werden die Lübecker Nachrichten in den kommenden Wochen berichten. Dann rückt der Hospizverein Segeberg auch räumlich ein Stück weit mehr in die Öffentlichkeit. Ein Teilumzug mit dem Büro und Seminarräumen von der Kirchstraße Nummer 9 gegenüber in die „Zehn“ steht an. Noch stapeln sich hier eingepackte Regalböden, Farbeimer und Putzmittel in den freundlich gelb gestrichenen, großzügigen Räumen, in denen vorher ein Friseur niedergelassen war. Das Logo des Vereins, eine Sonne, die vom Regenbogen umspannt wird, solle über dem Eingang angebracht werden, sagt Elke Hoffmann: „Wir werden sichtbarer.“

Heike Hiltrop

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