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Hitzige Debatte um geplanten „Koloss“ am Nelkenweg

Bad Segeberg Hitzige Debatte um geplanten „Koloss“ am Nelkenweg

Vollbesetzter Bürgersaal, etwa 60 Anlieger vom Nelkenweg und der Straße Am Apfelgarten warteten am Dienstag gespannt in der Stadtvertretersitzung auf die Entscheidung zur Zukunft ihres Wohngebiets. Bürgermeister Dieter Schönfeld versprach, dass sie im beschlossenen Planverfahren für das Bauvorhaben mit 120 Wohnungen angehört werden.

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In der Einwohnerfragestunde meldeten sich Anlieger aus dem Nelkenweg, hier Karsten Wilkening, zu Wort und stellten Fragen. Bürgermeister Dieter Schönfeld lobte den „fairen Brief“ der Anlieger an die Stadt und versprach, ebenso fair mit den Anliegern umzugehen.

Quelle: Fotos: Glombik

Bad Segeberg. Bürgervorsteherin Ingrid Altner (CDU) machte vor den ungläubigen Bürgern bei heißem Wetter erstmal Faxen. Sie präsentierte wie im Werbeblock ein Mittel gegen „Plagegeister“ und zeigte ein Autan-Fläschchen gegen Mücken. „Warum das Kaspertheater?“, fragte hinterher ein Zuhörer verwundert.

LN-Bild

Bürgermeister Dieter Schönfeld versprach den Anliegern, dass sie im beschlossenen Planverfahren für das Bauvorhaben mit 120 Wohnungen angehört werden.

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Die Stadtvertreter waren schon angesichts der Zuschauerresonanz beeindruckt. Nicht von der Mücke, sondern eher wie von der Tarantel gestochen gab es von ihnen hitzige Wortbeiträge. Es ging schließlich um Mitsprache der Nachbarn bei einer der größten Bauprojekte jüngster Zeit mit 120 Wohnungen, dem „Koloss vom Nelkenweg“.

„Sie können beruhigt sein, Sie werden zu Wort kommen und Sie werden ernst genommen“, versprach Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) den Anliegern. Die fragen sich, ob am Nelkenweg überhaupt mehrgeschossiger Wohnungsbau notwendig sei, wenn doch vor sechs Jahren auch Einzelhausbebauung im Gespräch war. Doch hierzu hat sich die Stadt schon in einem städtebaulichen Vertrag festgelegt. Laut Vertrag ist mit dem Investor der IMR Consulting, vertreten durch Manfred Ramthun, das Planungsziel „Wohnbebauung in Geschossbauweise“ festgelegt. Mit einem derartigen Vertrag werden die Kosten für die Bauleitplanung dem Investor auferlegt. So beschloss auch eine Mehrheit aus FDP, CDU und SPD nach aufgeregter Diskussion dazu den Aufstellungsbeschluss für den neuen Bebauungsplan 94. Gleichzeitig wurde beschlossen, die vom Planer gewünschten Höhen zur Viergeschossigkeit nicht anzuerkennen. Die Verwaltung wurde beauftragt, hier mit dem Investor über „Anpassungen zu verhandeln“. Auch soll ein Verkehrsgutachten aufgestellt werden.

Die vor Kurzem in den LN vorgestellten Pläne hatten im ganzen Wohnquartier für Aufregung gesorgt. BBS-Ausschussvorsitzender Wolfgang Tödt rechnet mit einem zusätzlichen Verkehrsaufkommen von 600 Auto-Bewegungen am Tag. Der Investor plane, so Tödt, „eine Häuserflucht“ von 130 bis 140 Metern und eine Höhe im Gelände über 12,50 Meter im Norden des Grundstücks und 16 bis 17 Meter im südlichen Teil des Grundstücks. „Eine alleinige Anbindung über die Straße Am Apfelgarten kommt für den BBS nicht in Frage.“ Für Tödt ist ein Bauleitverfahren „ein schwammiges Verfahren“, hier würden Rechte der Nachbarn nicht ausreichend gewahrt, ließ er durchblicken. BBS und auch die Grünen plädierten deshalb dafür, das eigentliche Bebauungsplanverfahren zu vertagen und vorher mit dem Investor zu verhandeln, unter Einbeziehung der Nachbarn und der Politiker.

Das stieß auf harsche Ablehnung bei Joachim Wilken-Kebeck (SPD). Er plädierte dafür, gleich in die Planung einzusteigen, den Aufstellungsbeschluss zu fassen. Er sprach von „Stimmungsmache“ seitens Tödt. Dieser sorge „für Verunsicherung“ bei den Bürgern. „Wir von der SPD finden die Idee zu verdichten sehr charmant.“ Geschosswohnungsbau müsse vorangetrieben werden. Es müsse aber verträglich für alle sein, die dort wohnten.

 Als Kompromiss sei denkbar, „die Riegelbauweise“ aufzubrechen und einen Teil des zusätzlichen Verkehrs über den Nelkenweg zu führen. Norbert Reher (CDU): „Wir wollen die Sache nicht blockieren.“

Auch für Schönfeld war das eine „Phantomdebatte“. Die Sorgen der Anlieger seien alle berechtigt, „aber es gibt die klare Aussage, dass die Pläne des Investors so nicht beschlossen werden“.

Reaktionen der Anwohner

Karsten Wilkening sagte: „Wir alle fragen uns, weshalb SPD und CDU die Chance verpasst haben, den Bürgern nahezubringen, was sie so zur Eile treibt. Argumente wurden keine vorgebracht, nur Stammtischparolen. Seit mehr als 16 Jahren liegt das Gelände brach, aber nun muss alles im Hauruck-Verfahren laufen.“ Für Gunther von Tluck hat nur Wolfgang Tödt Anwohnerinteressen vertreten. „Die Stadtvertreter der zwei größten Parteien sind anscheinend mehr auf Seiten des Investors. Deswegen ist es umso wichtiger, unseren Bürgermeister beim Wort zu nehmen.

Er versprach den Anwohnern, dass man sie rechtzeitig in den Prozess einbinden und ihre Belange berücksichtigen wird. Mal sehen, wann man uns einlädt. Ich bin gespannt!“

 Wolfgang Glombik

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