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Hitzige Diskussion um Windpark

Schmalensee Hitzige Diskussion um Windpark

Bei der Einwohnerversammlung in Schmalensee blieb es nicht immer sachlich.

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Antonia Fehrenbach und Gisela Scheibert (vorne, v. l.) leisteten die meisten Redebeiträge. Scheibert zweifelte die Seriosität des Investors an.

Quelle: Fotos: Dreu

Schmalensee. Dafür, dass tags zuvor in der außerordentlichen Sitzung der Gemeindevertretung noch überlegt wurde, den Termin der Einwohnerversammlung zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung abzusagen, waren viele Schmalenseer gekommen. Mehr als 40 Einwohner wurden im Gemeindesaal gezählt, die größtenteils sachlich, teilweise aber auch mit Hieben unter die Gürtellinie zum Thema Windkraft diskutierten.

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„Ich habe den Eindruck, dass sie das ganze Projekt verhindern wollen.“ Torsten Levsen, Denker & Wulf AG

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Mit bewundernswerter Ruhe erläuterte Raimund Weidlich vom Projektplanungsbüro Prokom das Verfahren und betonte immer wieder, wie wichtig diese Einwohnerversammlung sei. „Alles, was Sie heute vortragen, wird zu Protokoll genommen. Die Gemeindevertretung muss darüber entscheiden“, sagte der Planer, der Wert darauf legte, von der Gemeinde und nicht vom Investor beauftragt worden zu sein. So weit, den Windkraftgegnern eine gute Begründung gegen den Bau des Windpark zu liefern, wie diese ihn öffentlich aufforderten, ging seine Loyalität den Einwohnern gegenüber jedoch nicht.

Während es der Prokom-Planer immer wieder schaffte, auch die größten Windparkgegner auf eine sachliche Informations- und Diskussionsebene zurückzuführen, gelang es Torsten Levsen, Vorstandsvorsitzender der Denker & Wulf AG, jedoch spielend, die Stimmung wieder anzuheizen und die Windparkgegner aus der Reserve zu locken. Bemerkungen wie „Sie sehen ja sowieso mehr als wir“, forderten die Windkraftgegner heraus. Die allerdings wussten ebenso zu provozieren — wie Einwohnerin Gisela Scheibert, die die Seriosität des Investors anzweifelte und die Bonität der Firma überprüft haben wollte.

„Es kann doch sein, dass Sie den Windpark anfangen und dann Insolvenz anmelden. Haben Sie so einen Windpark überhaupt schon mal gebaut? Haben Sie nicht“, meldet sich die Einwohnerin zu Wort. „Wir fühlen uns noch ganz gut bei Kräften“, versuchte Torsten Levsen zu beruhigen und versicherte, dass pro Anlage 200 000 Euro für deren Rückbau als Bürgschaft hinterlegt werden sollen.

Levsen brachte aber auch auf den Punkt, was die Einwohner dachten, die dem Windpark offen gegenüber standen: „Ihnen ist doch gar nicht wichtig, ob wir vertrauenswürdig sind oder nicht. Ich habe den Eindruck, dass sie das ganze Projekt verhindern wollen.“ Als schließlich Rüdeger Cuwie (Unabhängige Liste) die Diskussion retten wollte, bekam auch er sein Fett ab — bis Bürgermeister SönkeSiebke (Bürgerliche Wählergemeinschaft Schmalensee) den Anfeindungen ein Ende setzte: „Jetzt wird es schäbig.“

Ullrich Schwarz bemängelte als „freier Bürger“, sämtliche Informationen nur scheibchenweise bekommen zu haben, was die Gemeindevertreter wiederum abstritten. Auch für Susan Buchholz kamen die Informationen viel zu spärlich. „Bei der Glasfaser wurde ein Riesenaufriss gemacht“, sagte die Gemeindevertreterin der Bürger für Schmalensee. „Aber es ist jetzt, wie es ist. Und irgendwann muss auch mal gut sein“, so Buchholz.

Nicht alle anwesenden Einwohner waren Windparkgegner, mehrere von ihnen sprachen sich für 150 Meter hohe Anlagen aus, für die auch Torsten Levsen plädierte. „Meine ganz klare Aussage: Wir wollen 150-Meter-Anlagen bauen. Hier 20 kleine hinzusetzen und auf dem Gebiet der anderen Gemeinden sieben große, macht doch überhaupt keinen Sinn.“

Eins beruhigte dann auch die Windparkgegner wenigstens halbwegs: Vertraglich sei festgelegt worden, dass die zu erwartende Gewerbesteuer zu 90 Prozent Schmalensee zugeschrieben werden soll.

Petra Dreu

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