Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Höchste Auszeichnung der Nordkirche
Lokales Segeberg Höchste Auszeichnung der Nordkirche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:27 11.11.2013
Die Bugenhagenmedaille überreichten der Bischofsbevollmächtigte Gothart Magaard (rechts) und Propst Dr. Daniel Havemann an Ulrike Hillmann. Quelle: Fotos: Petra Dreu

Äußerst sparsam geht die Evangelisch-Lutherische Kirche mit der Verleihung der „Bugenhagenmedaille“ um. Jedes Jahr werden nur zwei Menschen mit dieser höchsten Auszeichnung, die die Nordkirche zu vergeben hat, bedacht. Am Sonntag erhielt die Segebergerin Ulrike Hillmann (60) diese Ehrung. Sie habe maßgeblich am Zusammenschluss der Nordkirche mitgewirkt und den Kirchenverantwortlichen mit juristischem Sachverstand zur Seite gestanden. Für ihr jahrzehntelanges Engagement, das mit der Gestaltung von Kindergottesdiensten begann, wurde Ulrike Hillmann in St. Marien ausgezeichnet. Die Medaille erinnert an den Mann, der mit dem Satz „Christus lieb haben ist wichtiger als alles Wissen“ Geschichte geschrieben hat.

„Ihnen ist es eine Herzensangelegenheit, die Bedeutung von Kirche sichtbar zu machen“, sagte der Bischofsbevollmächtigte Gothart Magaard in der Marienkirche. Dort hatten sich zahlreiche Weggefährten eingefunden, Spielkameraden aus Kindertagen, Familienmitglieder und Menschen, die sich mit ihr in der Kirchenkreissynode engagiert hatten. Ihrer Kirchengemeinde und ihrem Kirchenkreis blieb Ulrike Hillmann immer treu — selbst als sie beruflich in Kiel Fuß fasste und fortzog.

Aufgewachsen ist sie gemeinsam mit ihrer Schwester Marianne Böttcher, die sich ebenfalls in der Synode engagiert und sich gerade als Schulrätin in den Ruhestand verabschiedet, in Bad Segeberg. Nach ihrem Jurastudium in Kiel und Lausanne wurde sie 1979 vom Richterwahlausschuss zur Richterin berufen. 2008 wurde sie im Nebenamt Richterin des Landesverfassungsgerichtes, seit 2010 ist sie die Präsidentin des Landgerichtes in Kiel.

„Sie haben die Kirche geprägt und ich bin dankbar und stolz, dass ich mit Ihnen diesem Kirchenkreis dienen darf“, sagte der neue Propst Dr. Daniel Havemann. Er bezeichnete Ulrike Hillmann als Institution in Bad Segeberg und im Kirchenkreis. Besonders habe ihm imponiert, dass sie als „Frau des Großen“ aus dem „Kleinen“ gekommen sei. Angefangen hatte Ulrike Hillmann mit ihrem ehrenamtlichen Engagement nämlich Mitte der 90er Jahre, als die damit begann, Kindergottesdienste zu gestalten. Erst später arbeitete sie als Vorstandsmitglied in der Kirchengemeinde und wurde 2006 Vorsitzende des Kirchenvorstandes.

Darüber hinaus war sie sechs Jahre lang stellvertretende Vorsitzende der Kirchenkreissynode und gehört dem Kirchenkreisrat an. Seit 2003 ist Ulrike Hillmann zudem Mitglied der Landessynode und wurde 2009 Vizepräsidentinder Nordelbischen Synode. Bis heute ist sie stellvertretende Vorsitzende des Rechtsausschusses der Landessynode.

Bei allem ehrenamtlichen Engagement und ihrem beruflichen Erfolg bis ins Präsidentenamt des Landgerichts ist Ulrike Hillmann bescheiden geblieben. „Alles, was ich gemacht habe, habe ich nur zusammen mit anderen geschafft. Besonders dankbar bin ich meiner ehemaligen Religionslehrerin Dr. Lotte Bregas und meinem Vorvorgänger Dr. Friedrich-August Bonde“, sagte die sympathische Frau, die nach dem Gottesdienst viele Hände schütteln musste und von vielen Freunden umarmt wurde.

„Ich empfinde ganz viel Freude, dass ich mich in die Liste der Medaillenträger einreihen darf. Ich habe Ehrfurcht, bin aber auch sehr stolz“, sagte die Geehrte, die die Gottesdienstbesucher und Weggefährten zu einem Empfang ins benachbarte Gemeindehaus eingeladen hatte.

Johannes Bugenhagen — Freund und Weggefährte Martin Luthers
Der Theologe Johannes Bugenhagen wurde 1485 in Pommern geboren. Er war nicht nur ein Weggefährte, sondern auch Freund und Beichtvater des Reformators Martin Luther, dessen Ideen er sich 1521 anschloss. Zwei Jahre später wurde er Pfarrer an der Stadtkirche von Wittenberg und schloss die Ehe Luthers mit Katharina von Bora. Er taufte deren Kinder und hielt die letzte Rede am Grab Martin Luthers.

Seine Begabungen und seine Intelligenz wurden schon früh entdeckt und gefördert. Er war 19 Jahre alt, als er Rektor an der Stadtschule in Treptow an der Rega wurde. Diese machte sich schnell einen guten Namen. Viele weitere Schulen folgten, darunter das bis heute bestehende Johanneum in Hamburg.

Obwohl ihm das Vermitteln von Wissen immer am Herzen lag, hat er den Satz „Christus lieb haben ist besser als alles Wissen“ geprägt, der in plattdeutscher Sprache auf der nach ihm benannten Bugenhagen-Medaille geschrieben steht. Plattdeutsch war nicht nur seine Sprache, sondern auch die des gemeinen Volkes, für das er die Bibel übersetzt hatte. Bei der Kirchenreform widmete er sich praktischen Fragen wie der Gestaltung von Taufen oder dem Schulunterricht. pd

Petra Dreu

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Walter Blender erinnerte an historische Ereignisse des 9. Novembers.

11.11.2013

„Akkort“ präsentierte in Trappenkamp Musikmix.

11.11.2013

Zur Verhinderung weiterer Straftaten hat die Polizei am Wochenende einen 48-jährigen Mann mit Spuckmaske in die Ausnüchterungszelle gesteckt.

11.11.2013
Anzeige