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Segeberg Hoffnung im Kampf gegen den Krebs
Lokales Segeberg Hoffnung im Kampf gegen den Krebs
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23:39 08.02.2016
Vor einer Woche gab es für Jana Lenz die erste positive Botschaft der Ärzte: Die Anzahl der Spenderzellen nimmt leicht zu. Quelle: Petra Dreu
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Warder/Garbek

Wie immer bei den Konzerten des Gospelchors Warder steht Jana Lenz (37) in der ersten Reihe bei den Alt-Stimmen. Ihre Haare trägt sie kurz, wie immer, und wie immer strahlt sie Lebensfreude aus. Sie klatscht mit den anderen Sängern zum Takt der Musik in die Hände und lächelt. Sie verbirgt, dass sie am liebsten sofort ins Bett fallen würde. So sehr hat sie das Workshop-Wochenende (siehe Bericht unten) geschlaucht .

„Die Zellen vermehren sich langsam, aber sie vermehren sich.“

Jana Lenz (37)

Nach der Schockdiagnose „Blutkrebs“ liegen viele Monate des Bangens und Hoffens hinter Jana Lenz. 14 Jahre nach einer Lebertransplantation, durch die der Kampf gegen den Krebs noch schwieriger wurde, musste sie erneut um ihre Gesundheit und ihr Leben bangen. Wirklich gute Nachrichten gab es nach einer Intensivchemo und einer ersten Stammzellenübertragung zunächst nicht. Die gesunden Zellen nahmen weiter ab. Auch eine zweite Übertragung brachte nicht den erhofften Erfolg. Als ihr im Januar dann zum dritten Mal Stammzellen übertragen werden sollten, gab es die ersten Hoffnungszeichen.

„Ich hatte Ausschlag bekommen. Für die Ärzte war das ein positives Zeichen. Die dritte Übertragung wurde nicht durchgeführt“, erzählt die Garbekerin. Die Ärzte sollten recht behalten. Die Auswertung der Blutergebnisse belegte, dass sich die Stammzellen des Spenders vermehrt hatten. „Sie vermehren sich langsam, aber sie vermehren sich“, freut sich Jana Lenz. Sie weiß, dass dieser positive Prozess nicht selbstverständlich ist. „Ich kann nicht so behandelt werden, wie es erforderlich ist. Eigentlich müsste bei mir ein Medikament weggelassen werden, um die Vermehrung der Stammzellen nicht zu behindern. Doch wenn das geschieht, verliere ich meine Leber“, erzählt Jana Lenz im Gemeindehaus von Warder.

Nach dem Konzert atmet sie hier einmal tief durch. Die drei Tage Workshop und das Anschlusskonzert haben Spuren bei ihr hinterlassen. „Ich bin körperlich und emotional am Ende. Das war sehr anstrengend“, sagt die sympathische Frau, für die Musik und ihre beiden Pferde, der Norweger „Norbert“ und der Haflinger „Balu“, neben der Familie einen ganz hohen Stellenwert haben. Wann immer sie kann, besucht sie ihre Vierbeiner, die derzeit in Blomnath untergestellt sind. Im Frühjahr aber stehen sie wieder ganz in ihrer Nähe, auf einer Weide in Garbek. Wenn alles gut geht, können sie dann vielleicht sogar dem Klavierspiel von Jana Lenz zuhören. Das Instrument hatte ihr eine LN-Leserin geschenkt. Jana Lenz: „Jetzt muss ich beim Spielen nur noch das Stadium des Grobmotorikers überwinden.“

Petra Dreu

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