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Holzauktion brachte 1,4 Millionen Euro

Daldorf Holzauktion brachte 1,4 Millionen Euro

Beim Nachverkauf in Daldorf geht es durchaus schon mal zu wie auf dem Basar.

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Sie kennen sich und wissen, wie der andere tickt: Monika Bröker, die Eschen kaufen will, und Manfred Quer, der sie verkaufen will.

Quelle: Fotos: Spreer

Daldorf. Einmal im Jahr bieten die schleswig-holsteinischen Waldbesitzer auf einer sogenannten Submission (eine Art Auktion) ihre besten Baumstämme an, und zwar in Lanken (Herzogtum Lauenburg) und Daldorf. Insgesamt wurden dabei 1,4 Millionen Euro umgesetzt. „Damit sind wir außerordentlich zufrieden“, sagten Harald Nasse von den Landesforsten und Dr. Manfred Quer, der die Interessen der privaten Waldbesitzer vertritt.

Was gestern noch auf dem Lagerplatz in Daldorf lag, ist zu 96 Prozent verkauft worden — ein Spitzenergebnis. „Die Stämme waren das Sahnehäubchen auf unserem Angebot“, sagte Nasse. Es waren 1500 Festmeter Eiche und 300 Festmeter Esche (und ein paar Stämme Buche, Kirsche, Ahorn und Ulme), die hier meistbietend verkauft wurden. 25 Kunden hatten die Stämme genau inspiziert. Sie werden demnächst in Deutschland, Österreich, Dänemark und Polen in Furnierwerken und Möbelfabriken landen.

Was die Verkäufer freut: Die Eiche erzielte in diesem Jahr um 25 Prozent höhere Preise als 2015. Das liege zum einen an der höheren Nachfrage (Quer: „Eiche ist ein Trendholz“), zum andern daran, dass in diesem Jahr besonders gute Qualitäten offeriert wurden. Die Eschenpreise blieben dagegen konstant.

Auf Eschen hatte Monika Bröker ein besonderes Auge geworfen — jedenfalls auf die im Nachverkauf angebotenen Stämme. Das sind die, auf die niemand geboten hatte oder so wenig, dass die Anbieter sie aus der Submission genommen haben. Monika Bröker betreibt mit ihrem Mann eine Holzstielproduktion in Hemdingen (Kreis Pinneberg). Für Besen-, Schaufel- oder Harkenstiele, aber auch für Äxte und Hammer verwendet die Firma ausschließlich Eschenholz. Circa 8000 Stiele stellen sie jährlich her. Mit ernstem Gesicht schreitet Monika Bröker die Stämme ab, die Quer ihr anbietet. Sie will wenig zahlen, er will viel erlösen. Man kennt sich, und natürlich beherrschen beide das Ritual des Feilschens.

„Moni, was sagst Du zu Nummer 537“, fragt Quer. „Nö, den will ich nicht haben, der hat ‘nen dicken Arsch“, erwidert sie und zeigt auf eine massive Ausbuchtung am unteren Ende des Stammes. Beim Nachbarstamm wird sie „schwach“. Er liegt zwischen ihr und Quer, sie guckt mürrisch und leicht desinteressiert, er lächelt. Dann wehen leise Gesprächsfetzen zu den Umstehenden herüber: Sie pokern.

Dann, bei 200 Euro je Festmeter, sind sie sich einig, besiegeln den Deal mit Handschlag und lachen entspannt.

Ein gutes Händchen hatte einmal mehr Jörn Winter, Leiter der Försterei Bordesholm. Wie im Vorjahr hatte er den wertvollsten Eichenstamm mitgebracht. 1219 Euro je Festmeter hat ein Kunde dafür gezahlt — das war der diesjährig höchste Preis. Die Eiche, sie brachte 4266 Euro, war ihm schon im Vorjahr als Klassebaum aufgefallen. Als er kürzlich wieder an ihr vorbeikam, „habe ich mir gesagt: Dieses Mal nehmen wir sie mit.“ Ein bisschen andächtig werde man schon, wenn man beschließt, einen Giganten zu fällen, der sieben Förstergenerationen überlebt habe. Aber: „Dieser Bruder ist ein ökonomisches Vermögen.“ Der junge Forstwirt Victor Karow hat unter Aufsicht seines Ausbilders Ralf Soltau den Baum in seinem 197. Jahr gefällt.

Elf Holzarten im Angebot

3500 Festmeter bestes Holz aus Schleswig-Holsteins Wälder sind in Lanken und Daldorf im Meistgebotsverfahren verkauft worden.

25 professionelle Bieter haben auf die insgesamt 11 Holzarten geboten.

500 Euro betrug der Durchschnittserlös bei Eiche je Festmeter, bei Esche 212 Euro.

6022 Euro erzielte der teuerste Stamm. Die Eiche hatte 5,78 Festmeter und stammte aus der Forstbetriebsgemeinschaft Ostholstein. Gekauft hat sie ein Furnierbetrieb aus Karlsruhe. Seit 44 Jahren werden die alljährlichen Submissionen veranstaltet.

11 Prozent der Flächen des Landes Schleswig-Holsteins bestehen aus Wald, insgesamt sind das exakt 173412 Hektar.

Christian Spreer

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