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Segeberg Hommage in Bildern an die Südstadt
Lokales Segeberg Hommage in Bildern an die Südstadt
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10:47 20.10.2013
Der Bogenschütze vor der Kreissporthalle. Quelle: Juhls/hfr

Die Südstadt ist besser als ihr Ruf — darin sind sich die meisten Einwohner einig. Wie sehr sie an ihrem Viertel hängen, wird immer wieder deutlich. Zum Beispiel dann, wenn die Interessengruppe Südstadt — auch Klönschnacktreff — mal wieder zusammenkommt und Ideen austüftelt. Und davon gibt‘s ganz viele. Der Fotowettbewerb war eine davon und endete vor kurzem mit der Siegerehrung (wir berichteten). 47 Hobbyfotografen schickten mehr als 200 Bilder ein, die den Stadtteil aus ganz unterschiedlichen Blickrichtungen zeigte. „Es war eine tolle Resonanz“, sagte Mitinitiatorin Ulrike Schaffer (Fotografin und Künstlerin) vergangenen Mittwoch beim Südstadt-Treff. Nach den Herbstferien würden die Fotos zunächst in der Südstadt-Apotheke ausgestellt, dann in der Sparkasse Südholstein. So manches Motiv ist ein Blickfang und entstanden auf der Suche nach etwas Besonderem, das nicht gleich ins Auge fällt. Wir zeigen heute einige dieser Bilder.

Dass es plötzlich lebendig wird in der Südstadt, dass sich Menschen treffen, Pläne schmieden, gemeinsam Aktionen planen und über Veränderungen reden, kommt nicht von ungefähr. Sie erinnern sich: Es gibt das über sieben Jahre angelegte Konzept „Soziale Stadt“ mit einem Volumen von mehr als 2,2 Millionen Euro, das von einem Berliner Planungsbüro behutsam und unter Einbeziehung der Südstadt-Einwohner allmählich umgesetzt werden soll. Vor einigen Wochen trafen sich Mitarbeiter des Planungsbüros mit Vertretern der Stadt und Einwohnern zu einem Rundgang durch das Viertel (wir berichteten). Geplant sind unter anderem verbessernde Baumaßnahmen, Angebote für Kinder, Jugendliche und die ältere Generation. Die Einwohner sollen sich beteiligen, damit sie sich später mit ihrem Viertel auch identifizieren können. Dazu hat der Fotowettbewerb sicherlich beigetragen.

Es gibt weitere Aktionen, die den Südstadt-Treff beschäftigen, zum Beispiel ein Weihnachtsklönschnack im Karree zwischen Nahkauf und Südstadt-Apotheke am Sonnabend, 7. Dezember, 16 bis 18 Uhr. Dazu gibt es Punsch und Kuchen, auch ein Weihnachtsbaum wird aufgestellt. Um die Frage, wie er denn geschmückt werden solle, entwickelte sich eine durchaus kontroverse Diskussion. Damit alles in einer Hand bleibt, bestimmte die Runde Petra Herrnbrodt-Schiefke zur Ansprechpartnerin. Brunhild Schuckart, Telefon 045 51/36 48 (Anrufbeantworter), wiederum ist zuständig für das Gesangsprojekt. Bei ihr können sich Männer und Frauen melden, die gern im Chor singen würden. Gesangsausbildung und Notenkenntnisse sind nicht erforderlich.

Ein Blick für ungewöhnliche Motive
Larissa Juhls aus der Falkenburger Straße hat beim Fotowettbewerb Südstadt kürzlich sogar einen Preis gewonnen, allerdings nicht für ihren Bogenschützen, der vor der Kreissporthalle steht. Sie bekam den Sonderpreis für den Blick durch eine rosarote Brille auf das Schulzentrum. Fotografin Ulrike Schaffer bezeichnet das junge Mädchen als begabt: „Sie hat einen Blick für Motive.“
Die Schülerin — sie will Erzieherin werden — ist in der Südstadt geboren und aufgewachsen. „Da kennt man sich dann aus und weiß, was typisch für das Viertel ist.“ Der Bogenschütze vor der Kreissporthalle ist für sie zu einem vertrauten Anblick geworden. „Ich habe acht Jahre lang dort Taekwondo trainiert“, sagt sie. Ist sie mit der Kamera unterwegs, sucht sie nach ungewöhnlichen Perspektiven. Doch ebenso gern sitzt sie am Computer und versucht, aus ihren Fotos noch mehr herauszuholen. „Ich spiele gern mit den verschiedenen Programmen herum“, gibt sie zu und lacht.
Insekt aus Blech
Thorsten Eglinski fand sein Motiv auf einem Spaziergang und war sofort fasziniert, auch weil er in der Metallbranche arbeitet: „Ich entdeckte die Blechtiere an der Franz-Claudius-Schule.
Dort gehe ich jeden Abend mit meinem Hund vorbei.“ Die überdimensionalen Insekten sind teilweise zusammengesetzt aus ausrangierten Gartengeräten wie Schaufel, Rechen und Harke. Thorsten Eglinski lebt seit elf Jahren mit seiner Familie in einem Reihenhaus in der Südstadt. „Ich bin hier zu Hause.“
Mit der Kirche eng verbunden
Hubert Else (Architekt) hat Mitte der 60er Jahre in der Südstadt gelebt, ist aber immer noch eng verbunden mit dem Viertel. Dass er den Kirchturm in der Falkenburger Straße fotografiert hat, kommt nicht von ungefähr. „Ich habe als junger Mann bei der Firma gearbeitet, die die Kirche gebaut hat“, erklärt er. Auch der Kirche ist der Architekt eng verbunden, gehört er doch dem Kirchenvorstand an und engagiert sich als Fachmann für die Sanierung von St. Marien. „Als ich gebaut habe, bin ich fortgezogen aus der Südstadt“, blickt er zurück. Selbst im Ruhestand und von der entgegengesetzten Seite der Stadt aus lässt ihn die Entwicklung der Südstadt nicht gleichgültig. Insgesamt beurteilt er die Bebauung des Stadtteils als gelungen, speziell die Mischung aus Geschossbau, Reihen- und Einzelhäusern, durchzogen von vielen Grünflächen.

Ursula Kronlage

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