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Segeberg Horex: Liebe ein Leben lang
Lokales Segeberg Horex: Liebe ein Leben lang
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10:31 04.09.2017
In voller Montour: „Nesthäkchen“ Horst Füllmar (76), Clubschrauber Gerhard Peters (82), Gerhard Horns (80) und Club-Chef Markus Runge (83, v. l.).
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Bimöhlen

„Das war vielleicht ein Ding damals. Ein richtiger Hype. Und wir mittendrin. So 30, 35 Horex-Maschinen hatten wir ausgestellt, unsere und Maschinen von anderen Clubs“, lassen Markus Runge und seine Bikerfreunde die Ereignisse vom 4. September 1988 Revue passieren. 29 Jahren ist es her, dass Holger „Holgi“ Henze im getunten Sportwagen gegen „Brösel“ alias Rötger Feldmann auf einem Zweirad-Eigenbau von Kumpel „Ölfuß“ Wolfgang Ußleber angetreten war.

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Satter Klang, blitzendes Chrom und dazu der Kult um das Werner-Rennen von „Brösel“ und „Holgi“.

„Das Grundmodell war ’ne Horex mit vier Regina-Motoren“, erinnert sich Schmiedemeister Runge, 83. Er kennt den Bock aus dem Effeff, fährt selbst aus dem gleichen Stall eine „Imperator“. Hört sich martialisch an, dahinter verbirgt sich aber ein Schmuckstück im Stil der 50er Jahre – schwungvolle Rundungen, übersichtliche Technik und zigarrenförmiger Beiwagen. Das besondere an dem Motorrad sei, dass sie es schon als junge Burschen gefahren seien.

„Das war sozusagen die erste große Liebe und die hält nun schon ein Leben lang“, erntet Runge von seinen Freunden aus dem Horex-Club, Clubschrauber Gerhard Peters (Imperator, Baujahr 1957) und Gerhard Horns (80, Regina-Gespann, 1955) zustimmendes Nicken. Er selbst habe seine erste Horex 1954 für geliehene 150 Mark erstanden. Sein Bruder war bei Eis und Schnee mit ihr angereist und hatte sie entnervt verkauft, um sich ein Goggomobil zu leisten. Runge: „Ich bin hin, hab’ sie zurückgekauft und hatte meine erste Horex.“

Bimöhlen ist sozusagen Schleswig-Holsteins Horex-Epizentrum. Von hier kommen die alten Wilden des Clubs, der sich Ostern 1955 gegründet hat. „Gleich nach einer Sternfahrt in Hamburg. Bestimmt 800 Maschinen von überall her. Wir konnten das nicht glauben.“ Markus Runge, Gründungsmitglied und seit 63 Jahren bei jeder Sternfahrt dabei, lacht auch nach so langer Zeit noch ungläubig.

Auf die Frage, was an Horex so besonders ist, kommt Horst Füllmar (Regina, 1956), mit 76 Jahren das „Küken“ der Biker-Clique, ins Schwärmen: „Der satte Klang, das viele glänzende Chrom.“ „Und man kann fast alles selber reparieren“, wirft Gerhard Peters, ebenfalls Gründungsmitglied, ein. Dann schmeißen die „Jungs“ ihre Maschinen per Kickstart an und drehen eine Runde.

Auf ihr doch stattliches Alter angesprochen gibt es eine prompte Antwort: „Wir sind ja langsam und sehr umsichtig unterwegs und schneller als 80 Stundenkilometer wird das sowieso nie. Man will ja ’ne alte Oma nicht jagen.“ Beim Werner-Rennen wird das sicher anders: 20-Sekunden dauerte die 600-Meter-Wettfahrt am Festivalwochenende 1988 mit rund 200000 Besuchern. Für die Revanche genau in einem Jahr sind laut Veranstalter übrigens jetzt schon 15000 Tickets verkauft.

Torfrock, BAP und Otto kommen

Die ersten Bands für die große Neuauflage des Werner-Rennens in einem Jahr auf dem Flugplatz in Hartenholm stehen fest:

BAP: Die Kölschrock-Legende um Frontmann Wolfgang Niedecken hat bereits 1988 einen legendären Auftritt in Hartenholm hingelegt. Eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Rockbands bringt das passende musikalische Statement zum Rennen mit: „Verdammt lang her“.

Torfrock: Sänger Klaus Büchner spricht die Werner-Stimme in den Filmen und Torfrocks Musik ist der Werner-Soundtrack schlechthin.

Otto Waalkes: Otto und die Friesenjungs finden 2018 ebenfalls den Weg nach Hartenholm und Otto feiert dort seinen runden Geburtstag (70).

Weiter mit dabei ist die HardRock-Legende und Rock-Queen Doro Pesch und die dänischen Rocker von D-A-D. Die Musik-Muntermacher Russkaja sowie die Rammstein-Coverband Stahlzeit, die holländische Marsch-Blaskapelle Blaas Of Glory als Walking Act, die britische Biker-Kult-Kombo Dr. Feeldgood und die Wacken-Band Skyline sind weitere musikalische Gäste. Zudem sind weitere internationale und nationale Acts in Planung.

Außerdem sollen Mitmach-Wettbewerbe, Funpark für Kinder, Oldtimer- Ausstellungen, Kino-Nächte, Lesungen, Steampunk-Bereiche und Wasteland Area, sowie Comedy und Festivalfeeling auf diversen Bühnen geboten werden. In den nächsten Monaten bekommt das Programm in regelmäßigen Abständen Zuwachs.

 Heike Hiltrop

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