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Hüter des Ehrenmals in Wakendorf ist der Bürgermeister

Wakendorf I Hüter des Ehrenmals in Wakendorf ist der Bürgermeister

Zum Volkstrauertag spricht Kurt Böttger über die Schlacht an der Somme, eine Sinnlosigkeit mit 1,3 Millionen toter Soldaten – Viele kommen nicht mehr zur Andacht.

Wakendorf I. Heute ab 10 Uhr gestaltet sich der Ablauf in vielen kleinen Gemeinden und größeren Städten ganz ähnlich: Eine Handvoll zumeist älterer Herrschaften wird dabei sein, wenn Feuerwehr oder Gemeindevertreter am örtlichen Ehrenmal einen Kranz zum Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege niederlegen. In manchen Orten singt dazu ein Chor traurige Weisen und ein Pastor sagt Worte, die zum Nachdenken anregen sollen. Ein Pastor kommt in Wakendorf I zwar nicht vorbei, dafür aber erzählt Bürgermeister Kurt Böttger Geschichten, die nachdenklich machen.

„Ich schaue immer nach, was die Geschichte dazu hergibt“, erzählt Kurt Böttger, der die Aufgabe als „Hüter des Ehrenmals“ vor mehr als zehn Jahren von Werner Lange übernommen hat. Die Feuerwehr sowie Frieda und Hans Pingel hatten sich davor ebenfalls um das recht große Ehrenmal an der Hauptstraße gekümmert. Dort ist Böttger regelmäßig mitsamt seinem Rasenmäher im Einsatz. Blumen, die gegossen werden müssen, gibt es nicht. „Am Ehrenmal stehen viele Rhododendren. Die machen nicht so viel Arbeit“, sagt Kurt Böttger.

Für seine Ansprache hat er sich in diesem Jahr die „Schlacht an der Somme“ ausgesucht, die vom 1. Juli bis 18. November 1916 stattgefunden hat. Sie wurde zu einem Symbol des Ersten Weltkriegs und zeigte die ganze Sinnlosigkeit des Krieges. Als die Schlacht endete, hatte sich an dem Grenzverlauf fast nichts verändert. Die Verluste auf allen Seiten aber waren groß: 1,3 Millionen Soldaten hatten ihr Leben gelassen. Auch heute noch zählt sie zu den verlustreichsten und zugleich sinnlosesten Schlachten. Dennoch: „Die Zahl derer, die den Verlust von Familienmitgliedern durch Krieg noch selbst erlebt haben, wird immer kleiner. Zur Kranzniederlegung kommt gerade noch eine Handvoll Dorfbewohner“, bedauert Böttger.

Eingeführt wurde der Volkstrauertag auf Betreiben des 1919 gegründeten Vereins „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“, der heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa 2,7 Millionen Kriegstoten auf über 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten betreut. Eine erste zentrale Feierstunde zu Ehren der im Krieg gefallener Soldaten fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der Volkstrauertag zählt mit dem Totensonntag und dem Buß- und Bettag zu den „stillen Feiertagen“. Die zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag veranstaltet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge heute am 13. November im Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Berlin. Die Gedenkstunde, die traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten steht, beginnt um 13.30 Uhr und wird vom ZDF direkt übertragen. Das Totengedenken spricht der Bundespräsident.

Petra Dreu

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