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Segeberg Hunderte starten ins Berufsleben
Lokales Segeberg Hunderte starten ins Berufsleben
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20:10 07.08.2018
Karrierestart: Geschäftsführer Bernd Jorkisch, Finn Möller, Peter Wilke, Leon Petschulis, Lukas Honert, Morice Kosak, Kay Lucht und Ausbildungsleiter Gerd Segendorf (v.l.).
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Bad Segeberg

Sechs junge Leute beginnen dort ihre Lehre im Zusammenhang des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Fachwissen, Handeln, Lagern und Veredeln sind die Schlagworte der umfangreichen Ausbildung. „Ich habe mich ganz bewusst für die praktische Ausbildung und nicht für ein Studium entschieden“, sagt Leon Petschulis (21) aus Schwissel, der das Abi in der Tasche hat. Er möchte Groß- und Außenhandelskaufmann im Fachbereich Holz werden. „Wir freuen uns, dass wir sechs Plätze mit geeigneten Schulabgängern aus dem direkten regionalen Umfeld besetzen konnten“, sagt Ausbildungsleiter Gerd Segendorf. Das Daldorfer Holzunternehmen begrüßt die Neuen stets mit einem Azubi-Welcome. „Mit besonderem Engagement und ausgeprägtem Interesse beginnen berufliche Karrieren“, betont Jorkisch. Einer der fortgeschrittenen Auszubildenden, Christoph Rehmke aus Rickling, habe im Oktober ein durch das Unternehmen begleitetes duales Studium der Betriebswirtschaft begonnen.

Jetzt heißt es jeden Morgen früh aufstehen, und das in der Regel für mehrere Jahrzehnte. Hunderte junge Menschen sind in ihre Berufausbildung gestartet. „Die duale Ausbildung hat große Bedeutung für die allgemeine Wirtschaft“, sagt Bernd Jorkisch, Geschäftsführer des gleichnamigen Holzimporteurs und -großhändlers in Daldorf.

Überall im Kreis Segeberg werden die Firmenteams jetzt ergänzt. Annette Kaufhold, Vorstand der Raiffeisenbank Leezen, hat am 1. August zwei neue Auszubildende begrüßt. Für Merja Holler aus Seedorf und Christina Deren aus Bad Oldesloe beginnt ein neuer Lebensabschnitt. In den ersten Tagen lernen sie, begleitet von Kollegen aus dem dritten Ausbildungsjahr, das Haus kennen und gewinnen einen ersten Überblick über die Bank mit ihren Geschäftsstellen. Anschließend werden sie in Geschäftsstellen und Fachabteilungen eingesetzt. Beim Wege-Zweckverband wollen 13 Jugendliche zu „Profis in Orange“ werden. Die Ausbilder Antje Katzenmeier und Holger Kraski haben sie bei einer Begrüßungsveranstaltung in dem kommunalen Unternehmen willkommen geheißen. Die neuen Mitarbeiter des Abfall- und Abwasserentsorgers starten in sieben verschiedenen Ausbildungsberufen. Einen neuen FÖJ’ler gibt es auch: Den Platz für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr, der über den Martin-Meiners-Förderverein besetzt wird, hat Milan Brand bekommen.

Die VR Bank Neumünster bildet in diesem Jahr sieben Bankkaufleute aus. „In den ersten Arbeitstagen werden sie in einer Einführungsveranstaltung auf die Berufspraxis vorbereitet, bevor sie erste Erfahrungen mit Mitgliedern und Kunden sammeln“, sagt Ausbildungsleiter Michael Weckes.

Eine reine Frauenriege startet am Klinikum Bad Bramstedt. Fünf junge Frauen werden zur medizinischen Fachangestellten und zur Kauffrau im Gesundheitswesen ausgebildet. Zunächst gab es Einblicke in allgemeine Abläufe. Nachdem das Klinikgelände besichtigt war, begann der erste Arbeitstag in den Fachabteilungen. Derzeit werden im Klinikum 24 Auszubildende in verschiedenen Bereichen ausgebildet.

In jedem Jahr wurde bisher ein Azubi übernommen.

21 Lehrlinge haben bei den Stadtwerken Norderstedt angefangen. „Wir bilden seit vielen Jahren selbst aus, denn gute Fachkräfte zu bekommen ist aufgrund unserer besonderen Infrastrukturen außerordentlich schwierig“, so Personalleiter Andreas Meinken. Ausgebildet wird in acht kaufmännischen und technisch-handwerklichen Berufen, wie zu Fachkräften für Wasserversorgungstechnik. Die Lehre zum IT-Systemelektroniker ist neu.

Das gute Konjunkturklima sorge für eine hohe Nachfrage an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt, betont betont Rolf-Ejvind Sörensen, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein.

Viele Ausbildungsbetriebe hätten die Zahl der Plätze erweitert und böten vermehrt Übernahmechancen an. Bisher seien rund 80 Prozent der Ausbildungsverträge in Industrie, Handel und Dienstleistung für 2018 geschlossen. Es gebe aber noch zahlreiche offene Stellen und viel Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt. Das gelte insbesondere für Berufe im Handel, in Hotel und Gastronomie und bei technischen Berufen. Auch die Zahlen der Agentur für Arbeit würden zeigen: Die Bedingungen für Bewerber sind gut. „Der Fachkräftebedarf dürfte bei den heimischen Baufirmen in den nächsten Jahren weiter wachsen“, schätzt Ralf Olschewski von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Baufirmen im Kreis Segeberg haben noch 83 Ausbildungsplätze zu besetzen.

Noch 545 Stellen unbesetzt

Laut dem aktuellen Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit meldeten sich im Kreis Segeberg seit Oktober 2017 insgesamt 1529 Bewerber, Mitte Juli waren davon noch 408 auf der Suche. Im gleichen Zeitraum haben die Unternehmen im Kreis 1410 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet. Davon waren im Juli noch 545 unbesetzt. Im Raum Norderstedt wurden 558 Lehrstellen gemeldet, 189 sind noch offen. 416 Bewerber wollten eine Lehre beginnen, von ihnen waren Mitte Juli noch 112 unversorgt.

LN

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