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„Ich finde diese Kirche traumhaft schön“

Bad Segeberg „Ich finde diese Kirche traumhaft schön“

Die 47-jährige Rebecca Lenz wird morgen in St. Marien feierlich in ihr Pastorenamt eingeführt.

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Rebecca Lenz möchte sich als Pastorin in Bad Segeberg besonders um die Jugend kümmern. Monatlich soll es Kita-Gottesdienste geben.

Quelle: Glombik

Bad Segeberg. Sie ist als Seelsorger-Vertreterin herumgekommen, hat zahlreiche Gemeinden im Kirchenkreis kennengelernt. Jetzt ist sie angekommen: Rebecca Lenz ist neue Pastorin in Bad Segeberg. Morgen, am Sonntag um zehn Uhr, wird sie von Propst Daniel Havemann in der Marienkirche feierlich in ihr Amt eingeführt. Sie übernimmt den Gemeindebezirk von ihrem Vorgänger Kristian Lüders. 2700 Gemeindeglieder in Bad Segeberg und Stipsdorf gehören dazu.

Es ist dunkel draußen, die Messingleuchter spenden im Kirchenschiff nur schummriges Licht. „Ich finde diese Kirche traumhaft schön, ich habe mich sofort verliebt, außerdem ist das Team hier toll, bietet einen Schatz an Kompetenz hier vor Ort.“ 15 Jahre war die 47-Jährige Pastorin in Kiel, arbeitete in den Stadtteilen Russee/Hammer. Dort lernte sie ihren Mann kennen. Ihr Ehemann war in der Nachbargemeinde Pastor — „dann wurden die Bezirke fusioniert, das war kein Problem für uns, weil wir schon verheiratet waren“, schmunzelt sie. Familie Lenz hat vier erwachsene Kinder noch aus erster Ehe, dazu kommt der elfjährige Sohn. Zurzeit wohnt die Familie noch in Kiel, ein Pastorat in Bad Segeberg sei noch nicht gefunden, das werde mit dem Umzug sicher im Sommer klappen.

In der Jugendarbeit sieht Rebecca Lenz ihren Schwerpunkt: Teamer-Schulung, Konfirmanden und Kindergartenbetreuung. Außerdem möchte sie Gottesdienste unkonventioneller Art anbieten. Warum nicht ein „niedrigschwelliges Gottesdienst-Angebot“ für „Kirchenferne“? Kirche will sie so persönlich gestalten, dass sich die Leute hier wohlfühlen. „Manchmal sind wir zu verkopft und vergessen das Erlebnis in der Kirche.“

Ein bisschen stolz ist Rebecca Lenz darauf, dass sie, geboren in Hamburg, einen indischen Vater hat. Damit hat sie — wie es heißt — einen Migrationshintergrund. Das sei gerade in ihrer Kindheit nicht immer einfach gewesen. Es habe auch massive Ablehnung gegeben. „Da war für mich der evangelische Kindergarten die Rettung.“ Vom Elternhaus sei sie nicht an die Kirche geführt worden. Eher seien es die Erzieherinnen des evangelische Kindergartens in Ahrensburg gewesen, die sie hier geprägt haben. Offen und warmherzig sei sie dort als Migrationskind aufgenommen worden. „Später mit 13 Jahren — da wusste ich, dass ich Pastorin werde.“ Sie ist ansteckend mit ihrer Begeisterung. Ihr Vater habe sich vor vier Jahren von ihr taufen lassen. „Das war für mich das Schönste, was ich jemals als Pastorin gemacht habe.“ Dabei sei ihr „missionarischer Eifer“ eher fremd. Ein Vorbild sein sei wichtig.

Nach dem Abitur habe sie einige Monate in dem Orden von Mutter Theresa gearbeitet. Im Sterbehaus. Das sei für sie als 19-Jährige hart gewesen, sagt sie. Im Kindergarten St. Marien werde sie sich einbringen — behutsam. „Kinder haben noch einen unmittelbaren Zugang zu den Bibeltexten.“ Sie selbst habe früher Bibeltexte so geschrieben, dass sie Erzieherinnen Kindern gut erzählen können. „Jetzt kommt der Werbeblock“, meint sie selbstironisch, wenn sie ihr Kinderbuch, das sie veröffentlicht hat, erwähnt. Der kleine Esel Ben erzählt darin von der Reise nach Bethlehem. In biblischen Geschichten stecke so viel Kraft und Identifikation. Religiöse Erziehung im Kindergarten — das ist ihr wichtig. Pastorin Lenz möchte deshalb nicht nur zu Feiertagen, sondern monatlich Gottesdienst mit Kita-Kindern feiern.

„Manchmal sind wir in der Kirche zu verkopft.“
Rebecca Lenz (Pastorin)

Wolfgang Glombik

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