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Segeberg „Ich habe meinen Hund geschnappt und bin raus“
Lokales Segeberg „Ich habe meinen Hund geschnappt und bin raus“
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23:18 30.08.2013
Hans-Werner Wegner und sein Mischling „Philipp“. Dankbar, dass nichts Schlimmeres passierte, sagte er: „Ohne den Nachbarsjungen hätte ich gar nicht gemerkt, dass es brennt.“ Quelle: Fotos: Heike Hiltrop

Gleich zwei dicke Rauchsäulen schoben sich gestern in den grauen Nachmittagshimmel über Wahlstedt. Feuer an der Alten Landstraße. Ein Hausbesitzer hatte auf seinem Gehweg beim Unkraut- Abflammen aus Versehen seine hohe Hecke in Brand gesteckt. Viel schlimmer sieht es nur Minuten zuvor am anderen Ende der Stadt aus: Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes, Notärzte und gleich zwei Wehren haben sich auf den Weg zu einem Dachstuhlbrand gemacht: Aus dem Obergeschoss eines kleinen Siedlungs-Doppelhauses am Memellandweg schießen Flammen.

„Wir haben schon von weitem gesehen was los ist und sofort die Drehleiter und das DRK aus Bad Segeberg angefordert“, so Einsatzleiter Sven Ehmke von der Freiwilligen Feuerwehr Wahlstedt. 22 Wahlstedter und 18 Bad Segeberger Brandbekämpfer sind im Einsatz.

Ein Nachbarsjunge habe das Feuer entdeckt und geistesgegenwärtig die Feuerwehr und ihn alarmiert, so Hausbewohner Hans-Werner Wegner. „Ich hätte das sonst gar nicht gemerkt, ich wohne vorn unten. Ich habe schnell meinen Hund geschnappt und in Sicherheit gebracht“, sagt der Mann und drückt Dackel-Mischling „Philipp“ ganz fest an sich.

Männer, Frauen und Kinder beobachten vom Lidl-Parkplatz aus, wie die Einsatzkräfte drei Jungen und ein Mädchen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren zu den Rettungswagen begleiten. Mit rußverschmierten Gesichtern, den Schreck noch in den Gliedern, werden drei von ihnen mit dem Verdacht auf Rauchgasvergiftung in die Klinik nach Neumünster und eines ins Allgemeine Krankenhaus nach Bad Segeberg gebracht. Sicherheitshalber und zur Beobachtung, wie das DRK später betont. Ein Feuerwehrmann muss nach seinem Atemschutzeinsatz mit einem Kreislaufkollaps medizinisch versorgt werden.

Er kommt ebenfalls in eine Klinik. Das Dachgeschoss ist ausgebrannt, verrußt und unbewohnbar. Die Zimmer darunter durch Löschwasser stark beschädigt.

Kopfschüttelnd steht Hans-Werner Wegner inmitten der Menschentraube aus Schaulustigen, die sich vor seinem Zuhause gebildet hat: „Wenn ich noch einmal jemanden mit einer Kippe im Haus sehe, vergesse ich mich“, so der Mann. Er gehe davon aus, dass der Brand unachtsam durch eine noch glimmende Zigarette entstanden ist. Erleichtert, dass nichts Schlimmeres passierte, ist unterdessen Wahlstedts Bürgermeister Matthias Bonse, der sich vor Ort ein Bild von Einsatz und Schaden machen wollte. Er betonte, dass sich hier zeige, wie wichtig Drehleitern gerade bei schwer zugänglichen Feuern seien.

„Es ist ein großer Irrglaube, dass eine Drehleiter immer nur bei sehr hohen Häusern zum Einsatz kommt. Hier sieht man, wie wichtig sie auch für Brände an schwierigen Stellen ist, an die man sonst gar nicht herankäme.“


Matthias Bonse (CDU), Bürgermeister von Wahlstedt

Heike Hiltrop

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