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Segeberg „Ich kann doch nicht dasitzen und nichts tun“
Lokales Segeberg „Ich kann doch nicht dasitzen und nichts tun“
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12:33 19.04.2016
Bernd Schulz (r.) und Frank Häfner (l) unterstützten Jolanta und Jan Schwarz. Die dreifache Mutter ist schwer an Krebs erkrankt und hofft auf eine alternative Therapie, die die Kasse nicht zahlt. Quelle: Fotos: Heike Hiltrop
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Bad Segeberg

Jolanta und Jan Schwarz stehen im Foyer des „Cineplanet 5“ und hören zu, wie Bernd Schulz Medienvertretern Rede und Antwort steht, wie er davon erzählt, als er Kontakt zur Familie aufgenommen hat und warum.

Polizist Bernd Schulz ist einer, der in seiner Freizeit loszieht, um „Klinken zu putzen“ und Geld einzuwerben. Er macht sich auf zu Spendenläufen und spricht bei Unternehmen vor. Das alles für Menschen, die seine Unterstützung und Hilfe gut gebrauchen können. Lena, das Mädchen, das 2011 bei einem Krippenspiel schwere Verbrennungen erlitten hatte, gehört dazu. Und als er am Neujahrsmorgen 2016 in den LN von der schwerkranken Jolanta Schwarz las, stand für ihn fest, dass er sich auch hier engagieren will. „Ich kann doch nicht dasitzen und nichts tun. Ich guck doch nicht einfach“, sagt der 51-Jährige aus tiefer Überzeugung.

Etliche konnte der hartnäckige Spendensammler schon in den vergangenen Monaten überzeugen — Firmen und Privatpersonen. 15 501 Euro hat er zusammenbekommen. Nun hoffen alle, dass sich die tragischen Umstände der 36-jährigen dreifachen Mutter doch noch zum Guten wenden. 2014 änderte sich von heute auf morgen das Leben von Jolanta Schwarz, die mit ihrem Mann Jan, der 14-jährigen Wiktoria, dem dreijährige Damian und Eric (2) in Bad Segeberg wohnt. Die Diagnose Brustkrebs nahmen sie noch standhaft, doch die nächste Hiobsbotschaft traf alle wie ein Schlag: Metastasen in den Knochen und der Leber.

Es folgten etliche Chemos. Dann hieß es von Seiten der Ärzte, dass man alles getan habe. „Man weiß ja, was das heißt“, sagte Jan Schwarz damals unter Tränen im LN-Gespräch. Doch der Kampfeswille der Familie ist stark. „Und am Ende der Fahnenstange suchst du jeden Strohhalm.“ Das Paar telefonierte mit Experten, informierte sich umfassend, hörte von alternativen Therapien. Doch die 25000

Euro teure Behandlung für eine spezielle Immuntherapie steht nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen. Die Wirksamkeit ist bisher noch nicht wissenschaftlich belegt. Jan Schwarz startete einen Spendenaufruf, um die Behandlung finanzieren zu können. 8000 Euro kamen zusammen. Und Bernd Schulz legte mit seinen Aktionen noch einen ordentlichen Batzen obendrauf. Jolanta Schwarz hat die Therapie begonnen. „Die Metastasen an der Leber haben sich stark zurückgebildet“, vermeldet er das jüngste Untersuchungsergebnis der Onkologie. Gestern startete seine Frau Richtung Süddeutschland zu ergänzenden Behandlungen. Bernd Schulz sammelt derweil weiter für den Fall der Fälle.

Anschrift ist wichtig

78 Firmen und Privatpersonen sind dem Spendenaufruf von Bernd Schulze gefolgt. Die „Praxis ohne Grenzen“ unterstützt die schwerkranke Frau, indem die Gelder auf dem Praxiskonto auflaufen. Das sorgt für Kontrolle und es können Quittungen ausgestellt werden. Es gibt nur ein Problem, das Schatzmeister Heinrich Schlue ausräumen möchte: „Wir brauchen bei Spenden-Überweisungen die Absender-Anschrift, damit Bescheinigungen zugestellt werden können.“

Das Spendenkonto (Stichwort Spende für Jolanta Schwarz) der „Praxis ohne Grenzen“: IBAN DE61 212 900 1600 5680 0000. In der „Schnittgalerie“ (Oldesloer Straße) steht eine Spendendose.

 hil

Von hil

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