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„Ich weiß nicht, was ich esse, aber es ist so lecker“

Bad Segeberg „Ich weiß nicht, was ich esse, aber es ist so lecker“

Für Freitag und Sonnabend hatten Annette Bathe und Jürgen Pagor in ihrer Teestube „Blattlese“ zu einem „Dinner in the Dark“ eingeladen. Serviert wurde den Gästen ein Drei-Gänge-Menü von Sascha Lang und Lydia Zoubek, die Zeit ihres Lebens gelernt haben, mit der Dunkelheit um sie herum umzugehen. Weitere Termine in der „Blattlese“ sollen folgen.

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Pierre und Annika Schwerdtfeger, Jessica Hartmann und Carsten Reher (v.l.) sahen erst später, was sie aßen.

Bad Segeberg. Wie ist die Welt ohne Farben, in der es kein Hell, sondern nur Dunkel gibt? Was in Hamburg und anderen Großstädten beim „Dialog im Dunkeln“ möglich ist, sollten auch die Segeberger ausprobieren können. Für Freitag und Sonnabend hatten Annette Bathe und Jürgen Pagor in ihrer Teestube „Blattlese“ in der Hamburger Straße 39 zu einem „Dinner in the Dark“ eingeladen. Serviert wurde den Gästen ein Drei-Gänge-Menü von Sascha Lang und Lydia Zoubek, die Zeit ihres Lebens gelernt haben, mit der Dunkelheit um sie herum umzugehen.

LN-Bild

Beim „Dinner in the Dark“ galt es für die Gäste, statt des Sehens auf die anderen Sinne zu vertrauen / Weitere Termine in der „Blattlese“ sollen folgen.

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Die nächste Gelegenheit zu einem „Dinner in the Dark“ gibt es am 25. und 26. November. Weitere Infos in der „Blattlese“ oder telefonisch unter 04551/ 9108246.

„Ich habe zu Hause schon mal geprobt und habe die Augen beim Essen zugemacht“, erzählt Carsten Reher (31), einer der Dinnergäste am Freitag, der aber schnell gemerkt hat, dass geschlossene Augen rein gar nichts mit völliger Dunkelheit zu tun haben. Die anfängliche Unsicherheit nahm bei allen Teilnehmern ab, nachdem sich die Augen erst einmal an das Schwarz drumherum gewöhnt hatten. Das allerdings brachte auch völlig neue Erkenntnisse.

„Deine Uhr. Sie leuchtet. Du musst sie abnehmen“, sagte einer Gäste zu LN-Mitarbeiterin Petra Dreu. „Meine Uhr? Sie leuchtet?“, ich wollte es gerade abstreiten, schließlich trage ich diese Uhr bereits seit Jahren. Sie hat noch nie geleuchtet. Aber das muss ein Irrtum gewesen sein. Tatsächlich, in dem Schwarz der „Blattlese“ leuchtete sie. Irritiert nahm ich sie ab.

Was es zu essen gab, wusste keiner der Dinnergäste, die zuvor nur zwischen Fleisch, Fisch oder Vegetarisch wählen konnten. Was Jürgen Pagor in der Küche gezaubert hatte, begeisterte. Schon bei der Vorspeise geriet Jessica Hartmann (22) ins Schwärmen. „Ich weiß nicht, was ich esse, aber es ist so lecker“, sagte sie. Manche Lebensmittel mag sie überhaupt nicht. Tomaten und Oliven gehören auf jeden Fall dazu. Was sie zu dem Zeitpunkt nicht wusste: Sie aß Bruschetta mit Tomaten, Oliven und Schafskäse.

Geschmackserlebnisse hatten auch die anderen Dinnergäste, die von Sascha Lang und Lydia Zoubek mit einer erstaunlichen Sicherheit bewirtet wurden. „Wenn die Augen nichts sehen können, liefern die anderen Sinne intensiver ab“, glaubt Pierre Schwerdtfeger (41), der mit seiner Frau Annika (37) an dem Dinner teilgenommen hat. Beide hatten sich Rinderfilet mit Serviettenknödeln und glasierten Möhren schmecken lassen. Zum Dessert gab es als Krönung einen „Himbeertraum“.

In einem Punkt waren sich alle Gäste einig: Im Dunkeln konzentriert man sich viel mehr als sonst auf seinen Nachbarn und erlebt Geschmack intensiver als sehenden Auges. Zu einem kleinen Experiment ließ sich schließlich Jessica Hartmann überreden. Sie sollte mit offenen Augen die Bruschetta probieren, von denen sie einen Stunde zuvor noch so geschwärmt hat. Es ging nicht. Ihre Augen sahen die verhassten Tomaten und Oliven - und schon war das Geschmackserlebnis vorbei, das sie zuvor noch so begeistert hatte.

 pd

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