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Ignoriertes Durchfahrtverbot – Ende einer Straßen-Posse

Bornhöved Ignoriertes Durchfahrtverbot – Ende einer Straßen-Posse

Selbst Radler dürfen nicht auf der Straße „Zu den Wurthen“ in Bornhöved fahren, doch keiner hält sich dran: Nun wird die auf Forstverkehr beschränkte Strecke als Gemeindestraße umgewidmet.

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Durchfahrt verboten: Seit Jahren ist die Straße „Zu den Wurthen“ in Bornhöved entlang der A 21 dem land- und forstwirtschaftlichen Verkehr vorbehalten. Doch kaum einer hält sich dran. Deshalb soll Zu den Wurthen wieder eine ganz normalen Gemeindestraße werden.

Quelle: Materne

Bornhöved. Die Strecke ist in Bornhöved beliebt als Umgehung. Kinder aus Schönböken benutzen die Straße „Zu den Wurthen“ mit ihrem Fahrrad als Schulweg. Das Problem: Sie dürfen die Straße eigentlich gar nicht nutzen. Denn die gut zwei Kilometer lange Strecke parallel zur Autobahn 21 ist ausschließlich dem land- und forstwirtschaftlichen Verkehr vorbehalten. „Nicht einmal Radfahrer dürften dort fahren“, so Bürgermeister Dietrich Schwarz. Nun entschied sich die Gemeindevertretung dazu, „Zu den Wurthen“ als Gemeindestraße umwidmen zu lassen.

LN-Bild

Selbst Radler dürfen nicht auf der Straße „Zu den Wurthen“ in Bornhöved fahren, doch keiner hält sich dran. Nun wird die auf Forstverkehr beschränkte Strecke umgewidmet.

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Es ist schon eine kuriose Geschichte. „Gebaut wurde die Straße parallel zur Autobahn in den 70er Jahren“, erinnert sich Schwarz. Damals ohne Einschränkung. Und als Fahrbahn im Außenbereich waren hier 100 Stundenkilometer zugelassen. Bis es irgendwann zu einer „Konfrontation“ zwischen einem Bürger und einem Lkw-Fahrer gekommen sei. Damals sei die Straße dann gesperrt worden. Außer für den landwirtschaftlichen Verkehr. Nur interessiert hat das offenbar niemanden so richtig. Die Strecke wurde weiterhin genutzt: Von Kindern, die mit dem Rad nach Bornhöved zur Schule fahren, von Einheimischen, die nach Neumünster wollen, aber nicht durch das Dorfzentrum.

Vor etwa zwei Jahren allerdings, schildert Schwarz, habe es dann Beschwerden darüber gegeben, die irgendwann auch beim Kreis landeten. „Und die Verkehrsaufsicht hat dann gesagt, dass das Durchfahrtsverbot auch durchgesetzt werden muss“, berichtet Schwarz. Seit knapp einem halben Jahr stünden deshalb entsprechende Schilder am Eingang der Straße: ein Roter Kreis auf weißem Grund.

Durchfahrt verboten. Ausnahme: forst- und landwirtschaftlicher Verkehr.

„Da war das Geschrei natürlich groß im Dorf.“ Das Verbot werde jedoch weiterhin von vielen ignoriert, was eine kurze Stichprobe vor Ort sofort bestätigt. Einmal habe auch die Polizei hier kontrolliert, erzählt Schwarz. Um die 30 Verstöße gegen das Verbot seien registriert worden.

Deshalb wird das Rad nun wieder zurückgedreht. Nach Gesprächen mit der Kreisverkehrsaufsicht beschlossen die Gemeindevertreter jüngst, die Straße „Zu den Wurthen“ wieder zur Gemeindestraße umzuwidmen für den ganz normalen Verkehr. Doch es soll Ausnahmen geben, machten die Gemeindevertreter deutlich. Schwerlastverkehr nämlich soll dort nicht fahren dürfen. Erlaubt sein sollen weiterhin landwirtschaftliche Fahrzeuge, außerdem Pkw bis 3,5 Tonnen, Motorräder und Zweiräder sowie Busersatzverkehr – auf Empfehlung der Kreisverkehrsaufsicht.

Außerdem soll die Geschwindigkeit auf 50 Kilometer pro Stunde begrenzt werden. Sobald das Protokoll fertig ist, will Schwarz damit zum Kreis, damit der Beschluss umgesetzt werden kann. Die Tage der ignorierten Durchfahrtsschilder scheinen gezählt.

 Nadine Materne

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