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Segeberg Ihlsee bleibt Segebergs Badewanne Nummer eins
Lokales Segeberg Ihlsee bleibt Segebergs Badewanne Nummer eins
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20:52 29.06.2017
Das Anbade-Spektakel zu Neujahr soll vorerst weiterhin am Ihlsee stattfinden dürfen. Das entschieden die Politiker im Bauausschuss. *FOTO: DREU
Bad Segeberg

Kreischend rannten 25 wagemutige Segeberger am Neujahrstag 2017 in den nur 2,5 Grad kalten Ihlsee. 300 Zuschauer bekamen schon vom Zuschauen großes Frösteln. Manche von den abgehärteten „Badegästen“ flitzten nach Sekunden wieder aus dem kristallklaren Ihlsee-Wasser. Ein tolles Anbade-Spektakel, das Sportlehrerin Ursula Michalak gemeinsam mit dem Strandbad-Förderverein initiiert hatte. Doch jetzt kippt jemand Wasser in den Wein: Naturschutz-Referent für das Natura-2000-Gebiet Ihlsee und Ihlwald, Alfred Ortmann, meldete Bedenken an. Er gab den Hinweis, dass man das Anbaden doch besser am Segeberger See veranstalten sollte.

Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) erläuterte im Gremium, dass nach Meinung des Naturschutzes das Anbaden im Ihlsee einen „Eingriff in die Ökologie des See darstellt“. Bürgermeister Dieter Schönfeld war schon im Vorfeld durch den Vorstand des Fördervereins gebeten worden, der Sache nicht im Wege zu stehen. Auch dem Verein sei klar, dass es keine Völkerwanderung zum Ihlsee geben dürfe und nun nicht Tausende ins Wasser steigen werden. Der Vorstand bat um Vertrauen, dass die Fete nicht irgendwann aus dem Ruder laufe.

Aber es ist tatsächlich die Frage, ob eine derartige „Fröstel- Veranstaltung“ nicht am weniger empfindlichen Großen Segeberger See, „Badewanne Nummer zwo“, stattfinden könnte. Volker Stender (CDU): „Ich bin dafür, dass die Veranstaltung am Ihlsee bleibt. Das ist eine gute Sache.“ Auch Joachim Wilken-Kebeck (SPD) empfand es als „gelungene Veranstaltung. Wir sollten sie an dieser Stelle belassen“. Annelie Eick (Grüne) verwies hingegen auf den besonderen Status des Ihlsees als FFH-Gebiet. „Ich halte es für richtig, dass wir im Winter auf das Anbaden am Ihlsee verzichten und dieses dafür am Segeberger See veranstalten.“ Auf Anregung von Wolfgang Juhls (Unabhängige) stimmte eine Mehrheit für den Kompromiss, erst bis 2019 abzuwarten und die Anbade-Show zu beobachten.

wgl

LN

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