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Illegalen Müllsammlern auf der Spur

Bad Segeberg Illegalen Müllsammlern auf der Spur

Kreis, Umweltpolizei und Wege-Zweckverband wollen gegen gewerbliche Sammler von Schrott und Sperrmüll vorgehen.

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Geräte mit gefährlichen Inhaltsstoffen wie dieser alte Kühlschrank sollten nur von Fachleuten, hier Benjamin Zebold (r.) vom WZV mit Praktikant Tobias Engelkes, entsorgt werden.

Quelle: Kullack

Bad Segeberg. Schrott ist angesichts gestiegener Altmetallpreise wieder wertvoll geworden. Und selbst zerschlissene Altkleider bringen noch viel Geld, wenn man sie gewerbsmäßig zu Putzlappen zerfleddert. Da ist es kein Wunder, dass immer wieder Handzettel in den Briefkästen im ganzen Kreis stecken: „Schuhe und Altkleidersammlung“ oder „Schrott- und Altmetallsammlung“. Die Kreisverwaltung, die Umweltabteilung der Segeberger Polizei und der WegeZweckverband wollen jetzt gemeinsam gegen „wilde Sammler“ vorgehen.

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Geräte mit gefährlichen Inhaltsstoffen wie dieser alte Kühlschrank sollten nur von Fachleuten, hier Benjamin Zebold (r.) vom WZV mit Praktikant Tobias Engelkes, entsorgt werden.

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Denn es gibt nicht nur seriöse gemeinnützige Sammler wie das Rote Kreuz oder die Hilfsorganisation Help World, die um Schuhe und Altkleider für Bedürftige bitten oder eben aus den Einnahmen der Wertstoffe ihre Verwaltung mitfinanzieren. Eine Weltkugel, ein stilisierter Händedruck zweier Menschen: So manches Signet, das auf dem Handzettel eines gewerblichen Sammlers prangt, soll den Anschein erwecken, dass es sich auch hier um humanitäre Zwecke handele. In kleiner Schrift, wenn überhaupt, steht verschämt in der Ecke oder ganz unten: „Dies ist eine gewerbliche Sammlung“.

„Zurückzuverfolgen sind die Angaben auf solchen Handzetteln, gleich ob über die Anschrift oder die Telefonnummer, dann nur selten“, sagt Hartmut Gieske vom Ordnungsamt der Stadt Bad Segeberg. Eine „Sondernutzungserlaubnis“ zum Sammeln, wie es früher gesetzlich vorgeschrieben war, müssen Firmen oder Organisationen von der Stadt- oder Amtsverwaltung ohnehin nicht mehr einholen, wenn sie vermerken, man solle die Altkleider oder das Altmetall aufs eigene Grundstück stellen. „Wohl aber haben wir etwas dagegen, wenn es auf den Zetteln ,an den Straßenrand stellen‘ heißt. Der Straßenrand, das ist dann öffentlicher Raum“, sagt Gieske. Aber nur die lokale Genehmigung entfällt seit einiger Zeit; rechtmäßig seien gewerbliche Sammlungen nur dann, wenn der Sammler seine Aktion beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (LLUR) anzeige und eine Zustimmung bekomme, erklärt der WZV. Unterlasse er das, sei er ein „wilder Sammler“. WZV-Sprecherin Bettina Kramer:

„Immer, wenn die Rohstoffpreise für Metall, Textilien oder Papier hoch sind, treten verstärkt ,wilde Sammler‘ auf.“ Wird das Sammelgut wie versprochen ordentlich abgeholt, wäre auch dagegen kaum etwas einzuwenden, außer vielleicht, dass der Spender sich ärgert, weil er sich für einen vermeintlich guten Zweck vom Sammelgut getrennt habe, so aber nur eine private Kasse bereichert.

Doch beim WZV kennt man auch andere Fälle: So habe ein Kisdorfer Bürger kurz vor Weihnachten den Zettel „Sperrmüllabholung“ im Briefkasten gefunden. Er freute sich über die günstige Gelegenheit, entrümpelte seinen Haushalt . . . und stand am Ende vor einem großen Müllhaufen. Denn die gewerblichen Sammler hatten nur Gegenstände aus Metall mitgenommen. Alles, was sie nicht interessierte, blieb zerfleddert am Straßenrand liegen. In einem weiteren Fall in Negernbötel sei ein „wilder Sammler“ durch den Tipp des WZV ertappt worden. Ihm wurde die Sammeltätigkeit untersagt.

Auch die eigenen Einnahmeverluste durch die gewerblichen Sammler stören den Wegezweckverband: Während gewerbliche wie wilde Sammler ausschließlich in die eigene Tasche wirtschaften, würden diese Erlöse beim WZV in die Kalkulation für die Abfallwirtschaft einfließen, heißt es. Die Folge: Fehlen dem WZV diese Einnahmen, müsse man die Gebühren erhöhen.

Noch etwas stören Kreis, Zweckverband und Umweltpolizei empfindlich: „Sofern die wilden Sammler Elektro-Altgeräte oder Elektroschrott einsammeln, begehen sie eine Ordnungswidrigkeit im Sinne des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes“, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung. Teilweise handele es sich dabei sogar um gefährliche Abfälle wie FCKW-haltige Kühlschränke oder batteriebetriebene Geräte. Und derlei dürften allein öffentlich-rechtliche Entsorger wie der WZV, die ursprünglichen Verkäufer oder auch die Hersteller wieder einsammeln.

Im Zweifel anrufen
„Rechtlich, abfallwirtschaftlich und ökologisch sind gewerbliche Sammlungen, für die es extra einen Paragraphen im Kreislaufwirtschaftgesetz gibt, des einen Freud‘ und des anderen Leid.“

Das sagt Nis Nissen, Justiziar des Wegezweckverbandes der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV). Umweltpolizei und Kreis wollen verstärkt Kontrollen einführen. Doch wo es keine Information gibt, kann nichts unternommen werden: Wer sich durch „wilde Sammler“ belästigt fühlt, kann anrufen:

Abfallentsorgungsbehörde des Kreises, Tel. 0 45 51/ 951 730 oder 951 524.

Servicecenter des WZV:

Tel. 0 45 51/ 90 90.

Lothar Hermann Kullack

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