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Segeberg Im April können die ersten Flüchtlinge einziehen
Lokales Segeberg Im April können die ersten Flüchtlinge einziehen
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23:27 25.03.2015
Katja Ralfs vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten Schleswig-Holstein vor dem Verwaltungs- und einem der Wohngebäude, die zu der neuen Unterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber in Boostedt gehören.
Boostedt

Handwerker gehen ein und aus. Maler haben Berge von leeren Farbeimern an einem der Hauseingänge zwischengelagert. Eine Frau schleppt eine in Folie gepackte Matratze durch den Flur. Geschäftiges Treiben in und an den vier roten Klinkerbauten im abgetrennten Nordbereich der Rantzau-Kaserne in Boostedt. Ab dem 1. April sollen die ersten Flüchtlinge und Asylbewerber einziehen.

„Zunächst werden es bis zu 50 Personen sein, ab 15. April bis zu 100“, sagt Katja Ralfs vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten, Dezernat 2. Dem ist die neue Asylunterkunft zugeordnet, die Teil der Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster ist. Katja Ralfs pendelt zwischen den beiden Standorten, ist immer auf dem Laufenden, spricht mit Handwerkern, koordiniert. Gestern war ihr Dienstherr, Innenminister Stefan Studt (SPD), zu einem Arbeitsgespräch vor Ort.

28 Zimmer mit 103 Betten sind bisher in der Landesunterkunft bezugsfertig eingerichtet. Wenn alles fertig ist, sollen bis zu 350 Menschen Platz haben. „Anfang Mai werden zwei weitere Unterkunftsgebäude bezugsfertig sein“, so Ralfs. Die Polizei hat bereits vor einer Woche ihre Räume im Verwaltungsgebäude bezogen. Vier Beamte arbeiten auf der „Polizeistation Landesunterkunft“. Auch Katja Ralfs hat hier ihr Büro. Neben ihr werden hier später fünf weitere Mitarbeiter Ansprechpartner sein.

Bernd Pfützenreuter lenkt seinen Bodenwischer geschickt durch den zweckmäßigen, gut zehn Quadratmeter großen Raum für zwei Personen. Für Familien mit fünf Personen ist das Zuhause auf Zeit entsprechend größer. Duschen und WCs sind auf dem Gang. Im einem großen Aufenthaltsraum sollen später Sprachkurse stattfinden. Ein Fernseher wird noch installiert, Brett- und andere Gesellschaftsspiele sollen für Kurzweil sorgen. Ein Maler hat ein Bild spendiert, das dem Raum einen Hauch von Wohnlichkeit verleiht. Die ehemalige Turnhalle, neben der WC-Container stehen, soll zur Kantine werden. „Die Asylsuchenden werden durch einen Caterer voll verpflegt. Drei Mahlzeiten, sieben Tage die Woche“, sagt Katja Ralfs. Alles was zur Grundbetreuung gehört, zu der auch Krisenintervention und Kommunikationshilfe zählen, wurde ausgeschrieben. Darum kümmern sich Hauptamtler. Das DRK Neumünster, das seit über 20 Jahren die Landesunterkunft in Neumünster betreut, hat auch den Zuschlag für Boostedt bekommen. Zwei DRK-Arzthelferinnen besetzen die medizinische Servicestelle im einstigen Freizeitgebäude der Kaserne. Daneben gibt es Räume für Verfahrens- und Sozialberatung. Im Souterrain wird derzeit ein Betreuungsraum für Kinder mit Bällebad, bemalbaren Wänden, viel Platz und geschütztem Außenbereich für Spielgeräte eingerichtet. Doch noch muss weitere Infrastruktur für Kinder geschaffen werden. Katja Ralfs: „Bis dahin werden in der Landesunterkunft Boostedt keine Schul- oder Kita-Kinder leben. Wir steuern die Belegung.“

Drei Monate in der Erstaufnahmeeinrichtung
Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten ist in das Dezernat 1 für Personalangelegenheiten, den Unterhalt der Immobilien und Haushaltsfragen sowie das Dezernat 2 gegliedert. Dies ist für die Aufnahme, Betreuung und Verteilung von Asylbewerbern und Flüchtlingen zuständig. Die Erstaufnahmeeinrichtung befindet sich auf einem Gelände mitten in Neumünster. Asylsuchende leben hier drei Monate, bis sie auf die Kommunen verteilt werden.

Heike Hiltrop

Weiterlesen: Schackendorf: Planänderung für bis zu 200 Flüchtlinge

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