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Segeberg „Im Geist bleiben wir 162er und im Herzen Boostedter“
Lokales Segeberg „Im Geist bleiben wir 162er und im Herzen Boostedter“
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21:58 16.04.2015
Generalmajor Hans-Erich Antoni und Kommandeur Dirk Bulla (v.r.) rollten die Truppenfahne ein. Quelle: Fotos: Dreu
Boostedt

So mancher gestandene Soldat musste schlucken, als zum Marsch des Yorck‘schen Korps die Truppenfahne des 162. Logistikbataillons eingerollt wurde. Es bestand aus sechs Kompanien und damit aus 1000 Soldaten und zivilen Angehörigen. Nach acht Jahren in Boostedt ist alles auf einmal vorbei.

Nicht nur den Soldaten und ihren Angehörigen war mulmig zumute, auch Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt kam nicht voller Euphorie zum Außerdienststellungsappell. „Ich sehe mit Sorge, wie Bundeswehreinheiten in unserem Land abgebaut werden. Überall dort, wo die zivile Seite mit Personal, Geräten und Ausrüstung nicht mehr ausreichten, haben wir uns auf die Bundeswehr verlassen können“, so Studt, der sich nachdrücklich dafür einsetzen will, dass die zivil-militärische Zusammenarbeit als wichtiger Faktor der gemeinsamen Bewältigung von Gefahrensituationen auch in Zukunft gewährleistet ist.

Für Boostedt allerdings kommt dieses Engagement zu spät, wie Boostedts Bürgermeister Hartmut König feststellte: „Was für Boostedt mit einer feierlichen Übergabe am 3. Juni 1958 begann, endete am 26. Oktober 2011 mit einem Donnerschlag“. An dem Tag habe der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière das Aus für die Rantzau-Kaserne verkündet. „Das kam für uns vollkommen überraschend, denn die Kaserne wurde in all den Jahren stetig saniert“, so König.

Boostedt und die Bundeswehr seien zu einer Einheit zusammen gewachsen. Der Abzug aus Boostedt werde die Gemeinde in vielen Bereichen treffen, die noch gar nicht absehbar seien. „Es werden in erster Linie die Menschen fehlen. Viele haben Aufgaben in der Gemeinde übernommen. Auch die Freiwillige Feuerwehr ist betroffen“, erklärte der Bürgermeister, der noch einmal ein großes Danke an die Soldaten und ihre Angehörigen richtete.

Zwölf Jahre bestand das 162. Logistikbataillon, dessen Kernauftrag die Sicherstellung der logistischen Folgeversorgung bei Eingreifoperationen für die im Einsatzgebiet befindlichen Kräfte war.

Transport- und Umschlagleistungen gehörten ebenso dazu wie Instandsetzungsarbeiten und die Materialbewirtschaftung im Einsatz. „Wir sind nicht die ersten und nicht die letzten, die von Außerdienststellung betroffen sind“, sagte der Kommandeur des Logistikbataillons 162. Dennoch sei die Phase der Auflösung gefundener Teams sehr individuell.

„Sie ist nicht wieder herstellbar — da geht etwas Gewachsenes, in gleicher Art nicht Reproduzierbares, verloren“, so Oberstleutnant Dirk Bulla. Es sei schade um das Logistikbataillon und um die zwangsläufige Einmaligkeit seiner Soldaten.

Bulla: „Unsere Profession stellen wir an anderer Stelle zur Verfügung. Im Geist bleiben wir 162er und im Herzen zum großen Teil Boostedter.“

pd

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